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Klimatisierung und Entfeuchtung beim privaten Pool

Ein privater Pool ist der Traum vieler Menschen, die eigene Wohlfühloase zu Hause ohne Stress und mit viel Liebe errichtet, ist unbezahlbar. Da ist es sicherlich umso ärgerlicher, wenn der Pool Schaden nimmt. Daher folgt hier ein kurzer Einblick in die wichtigen und zu beachtenden Dinge, die jeder Poolbesitzer wissen sollte.

Die Klimatisierung und Entfeuchtung sind beim privaten Pool beispielsweise ein absolutes Muss. Einerseits soll hiermit der Komfort aufrechterhalten bleiben und andererseits sollen Schäden am Gebäude verhindert werden. Auch die Luftführung bedarf des besonderen Augenmerks.

Je nachdem, in welche Klasse man sie einordnet und wie sie gezählt werden, gibt es Deutschland derzeit etwa 500.000 bis 750.000 private Pools. Steht der Pool im Außenbereich, dann spielt die Hygiene des Wassers die wichtigste Rolle. Befindet sich der Pool aber im Haus, dann kommt noch der entscheidende Faktor der Luftqualität dazu. Ist die Luftfeuchte zu hoch, dann wird der Badespaß getrübt. Andrej Arnold von Condair sagt: „Klimatisierung und die Kontrolle der Luftfeuchte haben einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden.“ Herr Martin Törpe von Al-Ko Therm sagt: „Die einfachste Entfeuchtung besteht darin, die feuchte Schwimmbadluft durch erwärmte Außenluft auszutauschen. Das ist aber mit einem hohen Energieaufwand verbunden und daher nicht zu empfehlen.“ Hier bietet sich dann doch eine Wärmerückgewinnung an. Eine hoch effiziente Wärmerückgewinnung kann hier beispielsweise 80 % der erforderlichen Energie zur Erwärmung der Außenluft bereitstellen und sorgt zudem für einen Luftaustausch im Raum.

Eine mögliche Alternative sind gerade in kleineren Schwimmhallen Umluft-Entfeuchtungsgeräte, die die Feuchtigkeit der Schwimmhallenluft verringern. Die Geräte nehmen der Luft die Feuchte, indem sie eine Wärmepumpe nutzen, die die Entfeuchtungsenergie dem Raum wieder in Form von Wärmeenergie zuführt. Ein Luftaustausch muss dann über ein separates Gerät erfolgen oder die Entfeuchtungsgeräte verfügen zusätzlich über einen Außenluftanschluss.

Wer die Klimatisierung auf die leichte Schulter nimmt, der trübt nicht nur seinen eigenen Badespaß, sondern riskiert auch Schäden am Gebäude und den Fenstern. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, kann es zu Taupunktunterschreitungen kommen und das Wasser kondensiert an Wänden und Fenstern. Das wiederum kann zu beschlagenen Fenstern bis hin zu Bauschäden mit Schimmelbildung führen.

Die VDI-Richtlinie 2089 Blatt 1 [1] bietet laut Condair für die klimatechnische Planung privater Schwimmhallen eine gute Grundlage, eine zwingende Notwendigkeit ist sie aber im privaten Bereich nicht. Hierin enthalten sind wertvolle Hinweise hinsichtlich der Parameter für Luft und Wasser sowie zu den entsprechenden Rechnungsgängen. Darauf basierend wurde vom Bundesverband Schwimmbad & Wellness (BSW) die Richtlinie „Mindestanforderungen an Lüftungsanlagen in Hallenbädern“ formuliert. Hier gilt die klare Empfehlung, diese Richtlinien einzuhalten. Hier sind Formeln, Tabellen und Diagramme aufgeführt, die eine einfache Ermittlung der verdunstenden Wassermenge ermöglicht und die daraus resultierende, erforderliche Leistung des Luftentfeuchters. Wichtige Parameter in dem Bereich sind die üblichen Auslegungswerte der Beckenwassertemperatur von 28 bis maximal 32 °C und der Lufttemperatur von 30 bis 34 °C. Gut zu wissen: Um eine übermäßige Wasserverdunstung zu vermeiden, sollte die Lufttemperatur während des Anlagenbetriebs 2 bis 3 K über der Beckenwassertemperatur liegen. Um Energie zu sparen, wird aber eine maximale Lufttemperatur von 34 °C empfohlen.

Um einen Schutz der Materialien zu gewährleisten und das Raumklima zu verbessern, sollte eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 bis maximal 64 % eingehalten werden. Je nach den vorherrschenden Gegebenheiten, wie Außentemperatur und Bausubstanz muss jedoch, unter höherem Energieaufwand, eventuell weit unter die genannten Werte entfeuchtet werden. Hierzu bekommen die Installateure von einigen Herstellern eine EDV-gestützte Auslegung der Entfeuchtungsgeräte, was grundsätzlich zu bevorzugen ist. Daraus ergibt sich eine größere Berechnungsgenauigkeit auf der einen Seite und der Ausdruck einer rechnergestützten Auslegung als Dokumentation für die vom Kunden angegebenen Auslegungsdaten auf der anderen Seite.

Natürlich gibt es bei den zu installierenden Geräten auch Unterschiede, wie die Art der Montage. Am einfachsten sind die Geräte, die als Truhengeräte ausgeliefert werden, denn sie müssen einfach nur aufgestellt werden. Hinterwandgeräte befinden sich meist in einem angrenzenden Technikraum und Kanalgeräte werden im Technikraum aufgestellt und in Verbindung mit einer Wärmepumpe und einem Kanalsystem betrieben. Durch diese Kombination wird die Schwimmhalle mit warmer und trockener Luft durchströmt. Schlitzschienen vor den Fensterflächen, aus denen die trockene Warmluft aufsteigt, bewirken ein besonders behagliches Raumklima.

Natürlich haben die Kanalgeräte höhere Kosten, diese relativieren sich aber, weil zusätzliche Heizkörper und Bodenkonvektoren eingespart werden. Weitere Vorteile sind der erhebliche Komfortgewinn und der leise Betrieb. Diese Kanal-Entfeuchtungsgeräte für private Schwimmhallen gibt es in verschiedenen Größen und Leistungen. Am komfortabelsten sind hierbei die Außenluft-/Fortluft-Geräte. Sie lassen sich mit einer vollen Frischluftrate von 100 % betreiben.

Oft arbeiten die Systeme mit Luft/Luft-Wärmepumpen. Sie haben einen Kältekreislauf mit Verdichter, Verdampfer und Verflüssiger. Hierbei wird warme und feuchte Luft aus der Schwimmhalle angesaugt und über den Verdampfer des Kältekreises geleitet, wobei sie unter ihren Taupunkt abgekühlt wird und die Feuchtigkeit auskondensiert. Das Kondenswasser wiederum wird über den Hausabfluss abgeführt. Am Verflüssiger des Kältekreises wird der Luftstrom anschließend wieder erhitzt, bevor er in die Schwimmhalle zurückgeführt wird. Zusätzlich wird der Luftstrom durch die Abwärme des Verdichters erwärmt.

Laut dem Hersteller Kampmann ist auch das Vermeiden von Zugluft wichtig, um größtmögliche Behaglichkeit zu schaffen. So nimmt die Zulufttemperatur ebenso Einfluss auf Zuglufterscheinungen: Daher der Rat: Die Zuluft sollte etwas wärmer sein als die Raumluft. Wegen der großen Luftmengen und Lasten ist eine Mischlüftung zu bevorzugen, bestenfalls mit Zuluftauslässen an der Raumdecke.

Da ein privates Schwimmbad sehr komplexe Anforderungen hat, hat der RLT-Spezialist Nova die Geräteserie „AquaLine“ entwickelt. Hier gibt es zum einen den Kompressor (mit halbhermetischem Hubkolbenverdichter) und zum anderen den Doppel-Plattenwärmeübertrager mit Wirkungsgraden von 75 bis 85 %. Ein Mess-, Steuer- und Regelsystem (MSR) steht mit vielen Komfortfunktionen zur Verfügung. Es ermöglicht sowohl die Fernüberwachung und -bedienung der Anlage als auch die Anbindung an die Betriebsdatenauswertung.

Beim Übergang vom Wohnbereich zur Schwimmhalle vermischt sich die Luft, was häufig mit einem leicht wahrnehmbaren Geruch der Schwimmhalle einhergeht. Hier passiert es auch, dass die Feuchtigkeit aus der Schwimmhalle in den Wohnbereich eindringt. Hier könnte eine Tür Abhilfe schaffen. Auch das „ThermoCond“-Entfeuchtungsgerät von Menerga schafft Abhilfe, denn es lässt beispielsweise zu, dass der Abluftventilator etwas mehr Luft aus der Schwimmhalle abführt als der Zuluftventilator in die Halle bringt. In Verbindung mit einer Tür kann diese Anordnung einen leichten Unterdruck in der Schwimmhalle erzeugen, der dafür sorgt, dass Luftfeuchtigkeit und eventuelle Gerüche sich nicht in den Wohnbereich ausbreiten können.

Der Hersteller Wolf zum Beispiel hat das Gerät „CKL-Pool“ im Programm. Dieses wurde speziell für die Konditionierung von kleinen, geschlossenen Schwimmhallen konzipiert, führt Raumluftfeuchte ab und trockene Luft zu. Es handelt sich um ein All-in-One-Gerät, bei dem der gesamte Kältekreis bereits im Gerät integriert ist. Laut Hersteller ist auch die Installation und Inbetriebnahme besonders einfach. Es handelt sich hierbei um ein Komplettsystem mit Wärmerückgewinnung und EC-Ventilatoren, ist besonders effizient und erfüllt auch die Normen VDI 6022 und VDI 3803. Lieferbar sind zwei Typen mit Nennvolumenströmen von 2000 bis 3000 m3/h. Drei grundsätzliche Betriebsarten sind möglich: Sommerbetrieb mit Entfeuchtung, Winterbetrieb mit Entfeuchtung sowie Winterbetrieb mit Heizen.