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KWK-Potenziale durch Neues Klimaschutzgesetz

Das Neue Klimaschutzgesetz enthält nun noch straffere Zielvorgaben. So soll Deutschland nicht 2050, sondern schon im Jahr 2045 klimaneutral sein. Betrachtet man das aus der Sicht von KWK-Anlagen, so ergeben sich durchaus Potenziale.

Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Bild:2G Energy AG

Im Zuge der Erstellung des Gesetzes wurde auch ein Sofortprogramm angekündigt. Dieses und die daraus resultierenden Maßnahmen fehlen noch. Trotzdem sind die Ziele klar und verlangen einen straffen Plan. Einzelne Eckpunkte des Gesetzes sind:

  • Der Kohleausstieg soll bereits 2030 vollzogen sein (bislang 2038).
  • Im Vergleich zu 1990 sollen jährlich 65 % weniger CO2-Emissionen bis 2030 (bislang 55 %) emittiert werden.
  • Die zulässigen, jährlichen CO2-Emissionsmengen für einzelne Sektoren wie Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr oder Gebäudebereich werden abgesenkt.


Selbstverständlich beginnen nun in allen Bereichen die Umsetzungen und das trifft besonders die Energiewirtschaft, denn hier war die Frage der Versorgungssicherheit in den letzten Monaten vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Um die verschärften Ziele zu erreichen, muss schnell gehandelt werden.

Eine Studie von der Boston Consulting Group (BCG) zeigt, dass folgende Punkte erfüllt sein müssen, um die Klimaschutzziele versorgungssicher zu erreichen:

  • eine Verdopplung des jährlichen Zubaus von Wind- und Solaranlagen
  • ein Zubau von 30 Gigawatt Gaskraftwerkskapazitäten innerhalb der nächsten neun Jahre


Christian Grotholt ist CEO, Gründer und Hauptaktionär der 2G Energy AG. Er sieht vor dem Hintergrund der aktuellen Verschärfung der Klimaschutzmaßnahmen steigenden Bedarf an regelbaren Kraftwerkskapazitäten. Er sagt zum Thema: „Die Zielanpassung ist ein wichtiges Bekenntnis der Bundesregierung zum Klimaschutz. Besonders im Hinblick auf die drastische Verkürzung der Laufzeiten von Kohlekraftwerken in Kombination mit dem Abschalten der letzten Atommeiler Ende nächsten Jahres müssen jedoch kurzfristig Maßnahmen eingeleitet werden, um die Energieversorgung auch dann sicherzustellen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint."

Und an diesem Punkt rücken vermehrt dezentral installierte KWK-Anlagen in den Fokus, die einen großen Beitrag leisten könnten, um die Residuallast hocheffizient abzudecken. Der große Vorteil hierbei ist die schnelle Umsetzung von Projekten, weil die Anlagen mit Anlagenleistungen von mehreren Hundert Kilowatt oder wenigen Megawatt vergleichsweise klein sind. Grotholt sagt: „Von Auftragsvergabe bis zur Inbetriebnahme vergehen bei dezentralen KWK-Projekten oft nur wenige Monate. Allein wir als 2G könnten innerhalb eines Jahres bis zu 1,5 Gigawatt flexibler Kraftwerksleistung ans Netz bringen." Einen noch größeren Vorteil sieht er, wenn er in die Zukunft blickt: „Jede dezentral installierte KWK-Anlage trägt zur hocheffizienten, verlässlichen und wirtschaftlichen Versorgung mit Strom und Wärme bei. Neben den Tausenden KWK-Anlagen, die bereits heute mit regenerativen Gasen betrieben werden, kann jede von uns installierte Erdgas-KWK-Anlage zukünftig für den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden."