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Keine Öl- und Gasheizungen mehr in Österreich

In Österreich sind die Regeln für Heizungen etwas strenger, denn schon seit letztem Jahr dürfen hier keine Ölheizungen in Neubauten mehr in Betrieb genommen werden. Jetzt plant das Land den nächsten Schritt und will auch im Bestand einen Schlussstrich unter den fossilen Brennstoff ziehen. Wie der Österreichische Kurier berichtet, sind sich Vertreter des Umwelt- und des Finanzministeriums einig und haben sich ebenso mit den Bundesländern geeinigt. Von dieser neuen Regelung sind neben den Öl- auch die Gasheizungen betroffen.

Österreich hat den Ausstieg beschlossen: 2025 müssen alle Ölheizkessel, die älter als 25 Jahre alt sind, außer Betrieb genommen werden. Ab 2035 sind sie grundsätzlich verboten. Bild: Norbert Hofmann

Schon ab dem Jahr 2022 muss beim Ersatz einer Kohle- oder Ölheizung ein klimafreundliches Heizsystem eingebaut werden. Das große Ziel ist die Klimaneutralität Österreichs in achtzehneinhalb Jahren. Das heißt, dass bis dahin keinerlei fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt werden dürfen. Das gilt für Heizungssysteme genauso wie für die Stromgewinnung und für Pkw und Lkw.

Die Einigung von Vertretern des Umwelt- und des Finanzministeriums sieht so aus, dass Kohle-, Öl- und Gasheizungen schrittweise verboten werden. Dabei ist der Ausstieg in zwei Schritten vorgesehen: Kohle und Öl sollen nur noch bis 2035 für die Raumheizung verwendet werden dürfen, Erdgas bis 2040. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) sagt: „Mit unseren Förderungen für den Ausstieg lösen wir zudem über 4,5 Milliarden Euro an Investitionen aus und schaffen und sichern an die 64.000 regionale, klimafreundliche Arbeitsplätze."

Um die Schritte gehen zu können, ist für den Ausstieg aus Kohle und Öl bis 2035 vorgesehen, dass ab 2022 beim Ersatz einer Kohle- oder Ölheizung ein klimafreundliches Heizsystem eingebaut werden muss. Ab dem Jahr 2025 dann sind Kohle- und Ölkessel im Bestand, die ein bestimmtes Alter erreicht haben, auszutauschen. Der nächste Step ist dann der Ausstieg aus fossilem Gas in der Raumwärme, der bis 2040 geschehen soll. Analog zu Kohle und Öl erfolgt auch hier die Umsetzung eines Stufenplanes mit dem Einbauverbot von Gasheizsystemen in Neubauten ab 2025 und einem kompletten Ausstieg aus Gasheizungen bis zum Jahr 2040.

In Österreich gibt es momentan noch mehr als eine halbe Million Haushalte mit Ölheizungen und etwa eine Million Haushalte mit Gasheizungen. Natürlich hilft die Regierung bei der Umsetzung der hochgesteckten Ziele. So stellt das Klimaschutzministerium 650 Mio. Euro an Förderungen für die kommenden zwei Jahre für den Heizungstausch und die Gebäudesanierung zur Verfügung. Handelt es sich um besonders einkommensschwache Haushalte, dann sind zusätzliche Gelder möglich.

Die Umweltschutzorganisation WWF in Österreich sieht diese grundlegende Einigung von Bund und Ländern zum Ausstieg aus fossilen Heizsystemen als „Schritt in die richtige Richtung", allerdings geht es den Umweltschützern nicht schnell genug. WWF-Energiesprecher Karl Schellmann sagt: „Wir müssen noch schneller raus aus Kohle, Öl und Erdgas, um die Klimaziele zu schaffen." Außerdem müsse auch Energie gespart werden. Schellmann weiter: „Die naturverträgliche heimische Energie wird nur dann ausreichen, wenn auch der Energieverbrauch der Gebäude massiv gesenkt wird. Neben dem Ausbau der Wärmedämmung muss eine konsequente Raumplanung die Zersiedelung stoppen, um auch die Verkehrsemissionen zu senken."

So ähnlich sieht das auch Global 2000 und glaubt, dass der Kohleausstieg beim Heizen früher möglich ist als 2035. Die Forderung formuliert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000: „Die Aktivitäten bei der Gebäudesanierung gilt es zu verdoppeln, damit der Energieverbrauch reduziert werden kann." Die Sanierungsrate liegt bundesweit bei etwa 1,4 Prozent und sei damit weit entfernt von der angepeilten Sanierungsrate von 3 Prozent.