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Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 11.01.2012 08:08 Uhr

Ich kann Bernhard Geyer nur zustimmen.
Wenn man es nach Kostengesichtspunkten streng betrachtet, dann ist ein Kamin eine relativ teure und unwirtschaftliche Investition. :?
Wenn man die Feuerromantik liebt, sollte es nicht am Geld scheitern. :wink:
Neben dem fast fünfstelligen Betrag für einen gescheiten Holzofen mit Schornstein kommen auch noch jährlich ca. 150 Euro für den Kaminkehrer hinzu.
Auch sollte man sich im Klaren sein, dass Holz kein günstiger Brennstoff ist. Brennfertig zugeschnittenes Holz ist nicht günstiger als Heizöl mit dem gleichen Energiegehalt. Hinzu kommt noch, dass nur die besten Holzöfen eine Wirkungsgrad von 80 % erreichen, in der Regel liegt der Wirkungsgrad von Kaminen weit unter den technischen Möglichkeiten. Bei einem Wirkungsgrad von 70 % ist also dem Einkaufspreis für Brennholz noch ein Aufschlag für schlechten Wirkungsgrad zu berücksichtigen.

Vorteil beim reinen Holzofen ist die Beheizung des Hauses beim technischen Defekt der primären Heiztechnik oder bei Stromausfall. Wir kennen alle noch die ausweglose Situation der Bewohner in Ochtrup/Münsterland im Winter 2005, als dort die Strommasten den Schneelasten nicht standhielten und in so manchem Haushalt Eiseskälte herrschte und so manches Wasserrohr bei den Frosttemperaturen geborsten war.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Oellness » 11.01.2012 08:56 Uhr

Hallo,

ich komme aus Ochtrup und weiß nur zu gut was es heißt in einem nicht beheizten Haus zu wohnen...
Das ist neben Romantik auch ein Grund warum wir einen Kamin möchten.
Die Holzkosten sind auch nicht relevant da wir sehr günstig an Holz kommen.

Das mit der Heizung ist sowieso unschön geworden weil ich gestern erfahren haben das wir den Installateur vorgeschrieben bekommen und es sein Grundstück ist das wir kaufen und bebauen wollen. :-(
Somit ist nicht mehr viel mit Preisvergleich...

Gruß aus Ochtrup
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Beitragvon bernhard geyer » 11.01.2012 20:52 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:... kommen auch noch jährlich ca. 150 Euro für den Kaminkehrer hinzu....

Ist etwas hoch gegriffen. Ich habe hier ca. 40 € Jahreskosten für 1* Kamin kehren.

Oellness hat geschrieben:Das mit der Heizung ist sowieso unschön geworden weil ich gestern erfahren haben das wir den Installateur vorgeschrieben bekommen und es sein Grundstück ist das wir kaufen und bebauen wollen.
Autsch. Bei einem solchen Grundstück würde ich höllisch aufpassen. Hier solltest du die erste Unterschrift erst leisten wenn praktisch alle kostenrelevanten Posten zu 100% geklärt sind. Spätere Änderungswünsche können leicht doppelten und dreifachen Preis der eigentlichen Mehrkosten betragen.
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Beitragvon Steven » 29.05.2012 14:21 Uhr

Wenn das Budget drückt und das macht es eigentlich meistens, dann sollte man Gas in Erwägung ziehen. Ich hab gelernt, dass auch manche der "guenstigeren" LWP Wartungskosten (Dichtigkeitsprüfung) haben. Zusammen mit den hohen Invests....keine gute Kombi.
Was mich von Gas abhält sind eine lange Leitung die neu zu legen ist, und dass ich per Gesetz zu unwirtschaftlicher Solarthermie verdonnert werde. Wir benötigen gerade mal 25..30l WW/Tag, wie soll sich das rechnen?
BTW, ich hab kürzlich gelesen, dass eine Photovoltaik+WP für Brauchwasser die günstigere Kombi sei (bei welchem Verbrauch auch immer). Aber wäre das gesetzlich zugelassen - PV+Gas? Erfüllt das die ENEV?

Der Witz ist, je weniger Heizlast dein Haus hat, desto weniger wichtig werden die Energiekosten und um so mehr die Install-Kosten. Also im Extremfall kannst Du dein Passivhaus am wirtschaftlichsten mit nem Tauchsieder für 3,50 beheizen.
Andererseits stellt sich bei mir ein gewisses (irrationales) Unbehagen ein, zu stark zu dämmen, möglichweise hat man auch mal ein Problem mit zuviel Hitze, die nicht rausgeht.

Ich peile für unser Objekt ein LWP an, innenliegend und hoffentlich ohne Wartungskosten - aber ob das sich am Ende wirtschaftlich gestaltet ...
Bei einer Gas-Heizung ist vieles einfacher ...
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Beitragvon Steven » 24.01.2013 14:41 Uhr

Ich finde, ein gut gedämmtes Haus passt nicht gut zu einem Kamin-ofen. Schon mal geschaut, in welchen Leistungklassen es die gibt? Fängt so bei 4kW an - das ist soviel wie man für ein ganzes (gedämmtes) Haus braucht. Die Wärme will auch noch verteilt werden - sonst bleibt dir nur das Fenster.

Ich hatte mich für Wärmepumpe entschieden. Das bedingt Flächenheizung. Die sind träge. Das passt nicht wirklich gut zu einem Holzofen (es sei denn, der macht auch meist die Hauptlast und die Heizung bleibt aus).
Dazu die Kosten für Kamin und Holz und die Installation selbst - einige 1000€. Schade, aber das sind die Fakten.

Soweit mein Gedankengang. Das mag für andere anders aussehen. Gas scheint mir momentan das beste Preis/Leistungsverhältnis zu haben. Auch damit kann man KfW70 schaffen. Auf Flächenheizung würde ich dennoch nicht verzichten - wegen später evtl Umrüstung des Heizungssystems.

WP mit Solebohrung für 20T. Schön wärs. Hier kostet schon die Bohrung 15T. Auflage mit Geologen ...
Bei LWP unbedingt drauf achten dass keine Kältemittelprüfung nötig wird. (Entweder kein Split oder bspw die Vaillant, die ein anderes Übertragungsmittel nutzen.)

Hoffe das hilft bei deinen Überlegungen.

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