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Oellness
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Beitragvon Oellness » 04.01.2012 12:07 Uhr

Hallo,

wir haben uns nun entschlossen ein kleines EFH zu bauen.
Wir bzw. ich sind auf diesen Gebiet komplette Laien und deswegen möchte ich hier Eruen Rat einholen worauf ich achten muss um Fehler zu vermeiden.

Im Moment steht nur der Grundriss, nächste Woche haben wir einen Termin bei den Bauträger und bis dahin möchte ich nicht vollkommen dumm da stehen wenn dieser mir etwas verkaufen will oder auch nicht.

Zu unseren Wünschen:
- EFH 135m²
- Grundfläche: 10,5 mal 9 Meter, 1 Geschoss, 45° Dachneigung, Drempel ca 85cm.
- Dunkle Verblender
- Grundstück. SSO Ausrichtung
- Kaminofen im Wohnzimmer ohne Wasseranschluß

Nun möchten wir gerne den KFW70 Standard erreichen.
Was sind die besten Maßnahmen nach Preis/Leistung in Bezug auf Dämmung, Heizungsanlage usw.?

Vor lauter Infos raucht mir schon der Kopf und ich werde eigentlich nur noch mehr verunsichert je mehr ich lese...

Ich bedanke mich schon mal im vorraus für Eure Mühe!
Gruß

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 04.01.2012 19:12 Uhr

An erster Stelle sollte stehen, dass die Gebäudehülle (Dach, Wand, Fenster, Sohle etc.) sehr gut gedämmt wird.

Mein persönlicher Favorit ist eine Holzrahmenbauweise mit einer diffusionsoffenen Wand- und Dachkonstruktion. Eine Vielzahl gebauter Objekt mit U-Werten der Außenwand von kleiner 0,13 W/m²K sind über meinen Vertrieb durchgeführt worden. Die Bauherrn sind durchweg mit dem energetischen Konzept zufrieden und freuen sich über den niedrigen Energiebedarf und den guten Wohnkomfort (Fußbodenheizung und Lüftung).

Es spielt aber keine Rolle, ob es ein KfW Effizienzhaus 70 oder besser ist, entscheidend für eine energiesparende Bauweise ist in erster Linie die Gebäudehülle, hier ist auch auf einen günstigen A/V-Faktor (Verhältnis von Außenfläche zu Gebäudevolumen) zu achten.
Das Streben nach besseren Effizienzklassen ist in der Regel mit hohen Preisaufschlägen zu bezahlen. Bleibt also manchmal die Frage, ob sich dieses Streben aus wirtschaftlicher Sicht immer lohnt.

Lasst euch einen schicken, ökonomischen Entwurf nach euren Budget-Vorstellungen mit einer solaren (passive & aktive Wärmegewinne), energieeffizienten Planung ausarbeiten.
Angebote nach Standardvorgaben sind nicht aussagekräftig, eine Planung muss immer nach den Vorgaben des gültigen Bebauungsplans ausgearbeitet werden. Nach den Planungen kann euch dann ein schlüsselfertiges Angebot o.a. erstellt werden.

Fragen zum Angebot, zum Bauleistungsverzeichnis, zum energetischen Konzept könnt ihr in einer unabhängigen Bau-und Energieberatung bei eurer Verbraucherzentrale abklären.

Übrigens, bezüglich deiner angesprochenen Fassadenausführung. Dunkle Verblender (Klinker-Vorbau) sind bei guter Qualität extrem langlebige Fassaden. Nachteil ist der hohe Kostenaufwand für die Klinkerschale. Für diesen Aufwand kann man auch eine hochwertige, energiesparende und witterungsresistente Dämmfassade (bspw. Inthermo-Wärmedämm-System) bekommen.

Viel Erfolg bei der Umsetzung eures Bauvorhabens!

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 09.01.2012 16:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Oellness » 05.01.2012 13:21 Uhr

Hallo

Vielen Dank für die Antwort.
Wenn ich nicht Irre müsste das Haus einen A/V Wert von 0,58 haben und der U-Wert der Außenwand einen Wert von 0,18.
Das Dach wird einen U-Wert von 0,14 haben.
Dazu dreifach Isolierverglasung mit einem Ug von 0,6.
Den Uw weiß ich leider nicht.

Wie sollte die Bodenplatte gedämmt sein?

Macht es überhaupt Sinn eine WP zu nehmen da wir sowieso einen Schornstein benötigen und auch den Schornsteinfeger jährlich zu Besuch bekommen da wir unbedingt einen Kaminofen haben wollen?
Im Grunde würden ja nur die Kosten für die Gas-Brennwert Anlage und die Solarthermie wegfallen dafür aber höhere Kosten für eine WP anfallen.

Wir wollen überwiegend mit Holz aus den eigenen Wald heizen.
Wäre es da nicht Sinvoller bei der Gas-Brennwert Anlage + Solar zu bleiben wenn wir trotzdem den KFW70 Standard erreichen?

Wir würden dann eine FBH bekommen um für die Zukunft gerüstet zu sein wenn die herkömmliche ANlage den Geist aufgibt.

Was meint Ihr?
Danke und Gruß
Oellness
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Beitragvon bernhard geyer » 05.01.2012 13:40 Uhr

Oellness hat geschrieben:Den Uw weiß ich leider nicht.

Wie start werden die Fensterrahmen werden? Gute Rahmen die nicht zu dick aufragen haben ca. 8 cm.

Oellness hat geschrieben:Macht es überhaupt Sinn eine WP zu nehmen da wir sowieso einen Schornstein benötigen und auch den Schornsteinfeger jährlich zu Besuch bekommen da wir unbedingt einen Kaminofen haben wollen?.

Bei eeinem Kamin wird alle Jahre der Schornstein gefegt. Bei intensiver Nutzung 2*. Alle 3-4 Jahre erfolgt eine Feuerstätten"schau". Ein vollwertige Verbrennungsheizung erhält auch noch 1* im Jahr eine Abgasprüfung. Für diese zweite Brandstätte benötigst du einen zweiten Kaminzug da du diesen nicht zusammen mit deinem Kaminofen in einem Kaminrohr betreiben kannst.

Oellness hat geschrieben:Wir wollen überwiegend mit Holz aus den eigenen Wald heizen.
Wäre es da nicht Sinvoller bei der Gas-Brennwert Anlage + Solar zu bleiben wenn wir trotzdem den KFW70 Standard erreichen?

Evtl. wäre auch es eine alternative komplett mit Holz zu heizen. Wenn du dein Haus noch besser dämmst würde es evtl. reichen einen Scheitofen im Wohnzimmer (mit geringer Wäremabgabe in den Wohnraum) + Solarthermie + großen Puffer im Wohnraum zu betreiben.
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Beitragvon Oellness » 05.01.2012 13:54 Uhr

Hallo,

Es handelt sich um Kunststofffenster deren Dicke ich aber noch erfragen muss wenn der Bauunternehmer aus den Urlaub wieder zurück ist.

Die Gas-Brennwert Anlage kommt dann auf den Spitzboden wo dann ein separates Abluftrohr verlegt wird. Der Schornstein bleibt nur für den Kaminofen.

Gruß
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Beitragvon Oellness » 09.01.2012 10:21 Uhr

Hallo,

ich habe bei meiner Recherche die Solvis-MAX ANlage gesehen.
Hat jemand Erfahrungen mit dieser Anlage?

Gruß


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Beitragvon Thomas Heufers » 09.01.2012 16:53 Uhr

Solarthermie - Ja oder NEIN?
Warum willst du eine Brauchwasser-Solaranlage einplanen?
Beim Einsatz einer Wärmepumpe ist das eventuell nicht notwendig oder auch wenig sinnvoll.

Das Geld für die thermische Solaranlage kannst du besser in stärkere Dämmung investieren. Mit jedem Zentimeter mehr an Dämmung sinkt der Energiebedarf deines Hauses, so viel kannst du mit einer Solaranlage nie und nimmer wett machen.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Oellness » 09.01.2012 20:25 Uhr

Hallo,

das Problem wird leider unser Budget sein.
Ich denke das wir uns eine Wärmepumpe nicht leisten können.
Da war mein Gedanke das wir über die Heizungsunterstützung den KFW70 Standard erreichen...

WIr möchten zwar energiesparend bauen aber das Preis/Leistungsverhältnis muss für uns auch passen.
Wir haben nicht mal eben 20k€ für die Wärmepumpe und 8k€ für eine KWL ...
Wenn ich die hätte wäre das kein Problem.

Ich bin schon am kämpfen das die Gebäudehülle vernünftig wird.

Wenn jemand eine gute Zusammenstellung für ne Heizungsanlage hat würde ich mich freuen.

Gruß
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Beitragvon Oellness » 10.01.2012 12:12 Uhr

Hallo,

je ich überall lese umso verwirrter werde ich! :-(

Da wir auf jedenfall einen Schornstein und einen herkömmlichen Kaminofen bekommen werden stellt sich im Grunde folgende Frage:

Lohnt sich eine andere Heiztechnik als die Gas-Brennwerttechnik plus Solarthermie für Brauchwasser und eventuell als Heizungsunterstützung?

Wenn ich auf diese Technik verzichte spare ich ja nur die Anlage und die Gasanschlußkosten plus jährliche Grundgebühren für Gas.

Im Gegenzug müßte ich wesentlich mehr in eine WP zum Beispiel investieren...

Kann ich eigentlich KFW70 mit einer Gas-Brennwert Anlage plus Solarthermie erreichen???

Danke & Gruß
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Beitragvon bernhard geyer » 10.01.2012 23:37 Uhr

Oellness hat geschrieben:Da wir auf jedenfall einen Schornstein und einen herkömmlichen Kaminofen bekommen ...


Wenn du wirklich einen herkömmlichen Kaminofen haben willst kann ja gar nicht so eng mit dem Geld sein. Diese Anschaffung die auch mindestens alles mitgerechnet im mittleren 4stelligen Bereich liegt ist - ohne eigenen Wald - eigentlich nur Luxus.

20 k€ für WP ist übertrieben. Selbst mit Solebohrung dürft das weniger sein, denn du kannst "normale" Heizung + Kamin + Deckendurchbrüche und Dachdurchbrüche von den Kosten der WP + Wärmequelle abziehen.

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