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krass
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Beitragvon krass » 11.05.2010 13:35 Uhr

Hallo,
wir haben seit Oktober 2009 eine WP aplaha innotec SWC 80 8,9 K) in einem Neubau (ca. 155 qm Wohnfläche) mit Erdwärmesonden (2 x 80 m, Entzugsleistung ca. 7000 W )laufen.
Brauchwasser 44 C (nur zu bestimmten Zeiten), Heizkurve: von 19,5 bis 32,5
Seit Januar protokolliere ich die Arbeitszahl und die Solentemperatur:
Januar ca. - 3 Sole 3.1 AZ Stromver. ca. 700 kw
Februar ca. - 2 Sole 3.2 AZ 450 kw
März ca. 6 sole 3.0 AZ 350 kw
April ca. 6 sole 2.5 AZ 250 kw

Ich kann mir die gringe AZ nicht erklären und würde mich freuen, wenn mir hier jemand helfen könnte. wenn noch Zahlen fehlen, würde ich diese nach Möglichkeit nachreichen.Für das aufheizen des Estrichs wurde die sonde nicht benutzt.

Der WP-Installatuer meinte, dass das für das erste Jahr normal wäre, da der Neubau noch feucht ist. Stimmt das ?

Danke

klausamsee
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Beitragvon klausamsee » 11.05.2010 15:34 Uhr

Ist das die Soleeintrittstemperatur in die Wärmepumpe oder die Austrittstemperatur?
krass
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Beitragvon krass » 11.05.2010 15:55 Uhr

Ist das die Soleeintrittstemperatur in die Wärmepumpe oder die Austrittstemperatur?

Soleeintrittstemperatur
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 11.05.2010 19:36 Uhr

Unter folgendem Link sind Vergleichszahlen (Stromverbrauch - Tag/Monat/Jahr) unseres Energiesparhaus KfW 40 veröffentlicht.
http://energie-effizientes-haus.de/energieverbrauch.php

- Bleibt die Frage mit welchem Gebäudeenergiestandard ist der Neubau erstellt worden. Effizienzhaus 55 oder 70 nach EnEV 2007?
- Wenn das Gebäude in Massivbauweise erstellt worden ist, dann befindet sich noch viel Feuchtigkeit im Baukörper. Folglich ist der Verbrauch in der und/oder zweiten Heizperiode i.d.R. höher.
- Ist die Heizkurve schon optimal eingestellt?
http://energie-effizientes-haus.de/heizkosten.php
- Die extrem kalten Temperaturen dieses Winters sind schon außergewöhnlich. Da kommt so manche Wärmepumpe an Ihre Grenzen. Eine knappe Sondenauslegung wird sicherlich in manchen Fällen zu Problemen geführt haben.
- Die Arbeitszahl fällt mit dem steigenden Temperaturhub. Der Temperaturhub ist bei minus 10° Celsius höher, als 0° Celsius. Eine niedrige Arbeitszahl ist im kalten Winter Usus.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 19.05.2010 09:21, insgesamt 1-mal geändert.
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
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Beitragvon krass » 11.05.2010 20:27 Uhr

die niedrige AZ im winter wundert mich auch nicht. Vielmehr die niedrige AZ ab März mit unter 3 .

Wir haben ein KFW 55 Haus
bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 11.05.2010 22:16 Uhr

krass hat geschrieben:Seit Januar protokolliere ich die Arbeitszahl und die Solentemperatur:
Januar ca. - 3 Sole 3.1 AZ Stromver. ca. 700 kw
Februar ca. - 2 Sole 3.2 AZ 450 kw
März ca. 6 sole 3.0 AZ 350 kw
April ca. 6 sole 2.5 AZ 250 kw

Wann hast du diese Soletemperaturen? Am beginn oder Ende des WP-Betriebs? Und wie schnell fällt diese Temperatur? Wie lange läuft die WP durchschnittlich? Wieviel Schaltungen?

9 kW Wärmepumpe bei 155 m2 und kfw55 ist schon sehr großzügig Dimensioniert (habe knapp unter 8 kW, 2*60m bei etwas mehr 200 m2 beheizte Fläche) .

krass
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Beitragvon krass » 13.05.2010 14:48 Uhr

die Soleeintittstemperatur ist derzeit bei ca. 7 Grad und geht dann ungefähr bis 6 bzw. 5,5 Grad runter. Die WP läuft i.d.R ca. 10-15 Min.
Selten auch mal 1 Stunden. die Pumpe ist ca. 15 Mal am Tag an. Meistens um Brauchwasser warm zu machen. Unser Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung ist ca. 155 qm, Grundfläche ca. 170 qm. Unser Primärenergiebedarf liegt bei 50 KWh un der Endenergiebedarf bei 18,38.
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Beitragvon bernhard geyer » 14.05.2010 12:05 Uhr

krass hat geschrieben:Die WP läuft i.d.R ca. 10-15 Min.

Hier sollte man versuchen die Laufzeit zu erhöhen indem die WP erst bei höheren "Temperaturhub" abschaltet.

krass hat geschrieben:die Pumpe ist ca. 15 Mal am Tag an. Meistens um Brauchwasser warm zu machen.

Meine WP macht 2* pro Tag den Puffer warm. Nachts um 3/4 Uhr und Nachmittag um 17:00 Uhr.

Wenn du es öfters brauchst ist hier was falsch (zu hoher Wärmeverlust des WW-Puffers, Zirkulation, ...)
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Beitragvon Hausexperten » 19.05.2010 09:00 Uhr

Hallo,

oft ist im ersten Jahr wirklich das Problem, dass die Sonde mit zur Estrichaufheizung genutzt wird. Dadurch passiert es ganz oft, dass die manchmal zu knapp ausgelegten Sonden im Erdreich anfangen zu unterkühlen und ich habe es sogar schon Live erlebt, dass diese auch einfrieren…und es ist Super schwierig diese mal eben aufzutauen. Aber das war ja bei dir nicht der Fall.

Außerdem kommt mir deine Soletemperatur von anfangs 2°C für eine Sole-Wärmepumpe ein wenig niedrig vor. Ich habe schon viele Wärmepumpen gesehen und diese lagen bei richtiger Auslegung für Sole so bei ca. 5 – 10°C und somit eine Verdampfungstemperatur im Kältekreislauf von ca. 0°C. Das kann aber alles je nach Bodenverhältnissen variieren. Entscheiden hierfür ist ja auch die Länge der Bohrungen und vor allem, was manchmal vernachlässigt wird, die Bodenbeschaffenheit. Die ist sogar eigentlich wichtiger als die Länge der Bohrung.

Vielleicht ist ja durch den harten Winter und die Tatsache des Neubaus die Sonde vielleicht abgekühlt und somit kommt in dieser Zeit die kleinere Arbeitszahl zustande. Aber deine Anlage bestätigt ja jeden gegenläufigen Trend.

Aufschluss würde bestimmt nur ein Temperaturauszug der Wärmepumpe geben, wenn diese sowas unterstützt.

Leider bringen in deinem Fall meine o.g. Argumente leider keine Lösung für dich und somit verfolge ich mal ganz interessiert, wie es mit deiner Wärmepumpe weiter geht.

Einen Tipp aus der Praxis habe ich aber noch: Es ist sehr oft zu viel Glykolanteil im Solegemisch drin und vermindert somit den Wärmeübergang. Kann aber nur passieren, wenn der Installateur das Gemisch selber angerührt hat.


Schöne Grüße Die-Hausexperten.de
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Beitragvon energyundews » 20.05.2010 11:46 Uhr

schaue gelegnetlich mal in den Foren welche Probleme bei den Wärmepumpeninstallationen auftreten man kann selbst als Experte noch einiges lernen, möchte aber hier auch ein paar Tips geben:

Also nach schnellem Überfliegen des bisher diskutierten glaube ich liegen in diesem Fall einige gravierende Probleme vor (die meisten EWS-WP-Systeme sind so geartet).

Es scheint die Wärmepumpe wurde viel zu groß ausgelegt. Leider meist nach Heizlastberechnung 12831 mit großzügigen Zuschlägen. Dies wird ja von den meisten Wärmepumpenlieferanten und auch von gewissen Normen so empfohlen. Unglücklicherweise führt genau dies zu den geschilderten Problemen.
Warum?
1. Die Heizlastmethode ist bei einem Kessel rel. unproblematisch da dieser bei der jetzigen Technik relativ Wirkungsgrad unkritisch die Leistung varieren kann (moderieren nennt man das). Die normale Wärmepumpe kann das nicht, Sie kann nur ein oder ausschalten (taktet). Da der überwiegende Heizbetrieb im Teillastbereich stattfindet (In Mitteleuropa sind im Schnitt nur ca. 10-15 Tage Temperaturen unter -5°C und darüber hinaus auch nur in den Nachtstunden vorhanden) bedeutet dies dass Sie relativ oft ein und nach kurzer Zeit wieder ausschaltet. In der Regel lässt der Hersteller ohnehin nicht mehr als 6 Schaltvorgänge pro Stunde zu, aber auch dieser Wert ist sowohl für den Kompressor wie auch für einen guten Wirkungsgrad (und der wird im Dauerlauf ermittelt) tödlich. Viel besser ist eine monoenergetische Auslegung die die Spitzenlast entweder über den sowiso vorhandenen Heizstab abdeckt (die Mehrkosten sind selbst bei teuren Strompreisen so gering <2%, dass diese sich niemals durch die höheren Investionskosten der Wp (Größe)aber auch der dazu nötigen zusätzlichen Bohrmeter amortisieren lassen) oder falls vorhanden über ein 2. Spitzuenlastsystem abdecken lassen. Das kann im einfachsten Fall ein dezentraler Wärmeerzeuger sein, der außerdem im Heizübergangsperiode ausreichend Wärme ohne Nutzung der zentralen Flächenheizung bereitstellt. Grundsätzlich muss die hier beschriebene Anlage Jahresarbeitszahlen von knapp 4 erreichen und das ist insoweit auch von Austrocknungsprozessen unabhängig solange die Sondenanlage durch den zusätzlichen Wärmebedarf der Austrocknung nicht überlastet wird (ist nicht der Fall solange die VL-Sole_Temp. > 0°C ist). Wenn die EWS Vorlauftemperaturen im Mittel bei ca. 6°C lagen erreicht die Alpha Innotec COP Werte deutlich über 4.4. Die Brauchwassererstellung mit entsprechend hoher Vorlauftemperatur 50°C drückt ein wenig das Ergebnis , allerdings sollte bei der vorhandenen Vorlauftemperatur insgesamt immerhin noch ein COP bei Brauchwassererstellung von 3,8 bis 4,0 drin sein.

Was kann noch gerettet werden:
Vorlauftemperatur Brauchwasser so niedrig wie möglich einstellen. Meist reicht in EFH 40°-45°C vollkommen aus!
Betriebsverhalten der Umwälzpumpen genau überprüfen hier leigt sehr oft ein Fehler.

Reglungskurve der WP für den Heizbetrieb überprüfen. Hier ist ein gewisser Zeitaufwand nötig um die Flächenheizungen richtig auf des Regelverhalten einzustimmen. Fussboden sind sehr träge und es macht wenig Sinn eine Schalthysterse von 0,5 oder 1K einzustellen da das Gesamtsystem überhaupt nicht so schnell reagieren kann. Auch die meist wegen Sperrzeiten angenommenen Zuschläge in der WP-Größe sind Mumpitz, da aufgrund der Trägheit der Flächenheizung diese Effekte nicht in Erscheinung treten.
Sollte das alles nicht weiterhelfen wäre zu überprüfen einen separaten Mehrzweckspeicher der sowohl ausreichend Brauchwasser und Heizungspuffer zur Verfügung stellt eingesetzt werden sollte. Es zeigt sich dass hierdurch bei richtiger Dimensionierung JAZ weit über 4 realsierrbar sind.

Es ist jetzt doch viel Text geworden und auch noch nicht alles gesagt was zu diesem Thema noch zu sagen wäre aber wenn man über das richtige know.how verfügt lassen sich EWS-Anlagen mit hervoragendem Betriebsverhalten realsieren, in der Praxis sieht es leider so aus dass von 10 Anlagen 9 nur unzureichend oder mit schlechten Wirkungungsgrad laufen und nur weil man zu geizig war für ca. 1500,-€ eine ordentliche Beratung und Auslegung einer Geasmtanlage zu investieren. Wenn man bedenkt dass eine solche Anlage leicht 25.000,-€ Investionsksoten und in der Folge vielleicht 1000,- € zu hohe Betriebskosten verursachen dann wird deutlich wie schnell sich fachkundiger Rat und know-how bezahlt machen!!!!

Als grenzenloser Optimist werde ich auch zukünftig an dieser Front kämpfen auch wenn es manchmal zum Mäuse melken ist!

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