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123orange
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Beitragvon 123orange » 07.01.2009 18:26 Uhr

Hallo Wärmepumpenfachleute und -betreiber,

ich habe grundsätzliche Fragen zum Betrieb einer Luft/Wasser WP im Altbau.
Dazu kurz die Rahmenbedingungen:
Haus BJ. 1905, komplett renoviert im Jahre 2007 bis auf die Heizungsanlage ,gemacht wurde folgendes:
-Neue Fenster mit 0,9er Verglasung
-Dachdämmung mit 20er Klemmfilz
-Hohlwanddämmung (5-7 cm) mit Perlite
-Neue Flächen-Heizkörper
In diesem Zusammenhang wurde die Vorlauftemeperatur der Ölheizung auf 45`C reduziert. Der Heizölverbrauch für dieses Haus mit Warmwasserbereitung betrug in den letzten 23 Monaten 5100l, im Jahr davor 3910l.
Die Wohnfläche beträgt 170qm, das Haus ist freistehend in einer windgeschützten Lage, wir wohnen hier mit drei Personen.
Das Haus steht im Großraum Bremen, also eher mildes Klima.

Im vergangen Jahr planten wir nun die Erneuerung unserer Heizungsanlage, entweder ein Gas-Brennwert-Anlage oder eine Luft/Wasser WP sollte es werden.
Mehrere Angebote und Berechnungen wurden eingeholt und wir entschieden uns für eine Luft/Wasser WP der Firma IVT. Nach Berechnungen direkt vom Hersteller und Heizungsbauer wurde es eine Optima 1100 mit entsprechendem Steuermodul und Zuheizer mit 9kW Leistung, die Ölheizung wurde ausgebaut.
Die Anlage wurde Anfang Oktober 2008 aufgestellt und lief auch zuerst zu unserer vollen Zufriedenheit bis ich eines Tages den Stromverbrauch kontrollierte. Vom 09.10. bis 31.12.08 hat die Anlage 3416 kW strom bei einer Wärmeabgabe laut Wärmemengenzähler von 6354 kWh abgegeben, dazurechnen muß man noch den Warmwasserverbrauch, so das sich eine COP von 2,2 ergibt, da wäre ich mit meiner alten Ölheizung wesentlich günstiger gefahren!
IVT verspricht bei W-7/W35 eine COP von 2,71 und bei W2/W35 eine COP von 3,49, das ist doch beschiXX!!!
Das Haus wurde dazu nicht richtig warm, wir haben ständig mit dem Holzkaminofen zugeheizt, die Leistung der WP reichte nicht aus (versprochen war ein Bivalenzpunkt von -5`C, aber ab +4`C heizt bereits der Heizstab mit. Nun wurde der Versuch seitens der Heizungsbaufirma unternommen die Leistungsdaten der Heizung auf das Haus weiter abzustimmen mit der Konsequenz, dass wir einen täglichen Stromverbrauch von 100-130kW haben, die Temperaturen im Haus sind nun "erträglich"(ca. 20`C), wir heizen aber mit dem Kaminofen nach, dann sind im WZ 23`C (50 qm)
Die Vorlauftemperaturen liegen je nach Aussentemp. bei 39,5`C bei 0`C AT; 42`C bei -5`C, für das Haus müsste das fast reichen, eine versprochene VL von 55`C erreicht diese Heizung nicht!

Ich bin nun ziemlich verzweifelt weil ich nicht mehr weiter weiß, auch der deutsche Vertriebspartner weiß nicht ein oder aus, IVT Schweden sagt, man muss das ganze Jahr betrachten, berechnet wurde ein Strombedarf von 10.500kW für ein Jahr, verbraucht wurden nur in ersten Januarwoche über 600kW (Heizstab war zwischendurch aus).
Ich habe schon einen Fachanwalt angesprochen, der wollte natürlich gleich klagen.

Ich bin nach meinen jetzigen Erfahrungen davon überzeugt, dass diese Heizung für unser Haus völlig ungeeignet ist, sie ist einfach zu "schwach", Berechnungen hin oder her. Ich wollte eigentlich effizient heizen und die Umwelt schonen, dabei wie versprochen den einen oder anderen Euro sparen! Die Anlage kostete immerhin das dreifache einer guten Gasbrennwert-Anlage! Mir wurden schriftlich Verbrauchseinsparungen von 50-60% genannt!

Was würdet ihr in meiner Situation unternehmen?
Soll den großen juristischen Hammer herausholen? Habe ich damit überhaupt Chancen? Der Heizungsbauer ist sehr bemüht und nimmt mich auch ernst, weiß aber auch nicht weiter!!!

Ich freue mich über euere Antworten, ist doch ziemlich geschrieben von mir!

Danke und viele Grüße

Falls noch Daten fehlen reiche ich diese gern nach!

Danke!!!

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Beitragvon machtnix » 07.01.2009 18:41 Uhr

Nach der Schweizer Formel zu urteilen solltest du mit einer 13kW WP auskommen.
Hier sollte man aber die WP etwas größer auslegen,z.B.15-19kW damit diese in der kalten Jahreszeit nicht immer am Limit läuft und der Abtauzeitpunkt nach hinten verschoben wird.

Sind voreinstellbare Ventile an den Heizkörpern,so das man einen Hydraulischen Abgleich machen kann?

Ist eventuell die Umwälzpumpe zu klein,oder auf kleiner Stufe,so das die Heizkörper eventuell nicht ausreichend versorgt sind?

Wie sieht die Heizkurve aus?
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Beitragvon 123orange » 07.01.2009 18:55 Uhr

Danke machtnix für die schnelle Antwort!

machtnix hat geschrieben:Nach der Schweizer Formel zu urteilen solltest du mit einer 13kW WP auskommen.

Die IVT Optima ist eine 11kW Pumpe, demnach zu klein, IVT wollte sogar erst eine 9kW verkaufen!


Hier sollte man aber die WP etwas größer auslegen,z.B.15-19kW damit diese in der kalten Jahreszeit nicht immer am Limit läuft und der Abtauzeitpunkt nach hinten verschoben wird.

Sind voreinstellbare Ventile an den Heizkörpern,so das man einen Hydraulischen Abgleich machen kann?

Ja, sind vorhanden, aber alle Ventile sind maximal geöffnet!

Ist eventuell die Umwälzpumpe zu klein,oder auf kleiner Stufe,so das die Heizkörper eventuell nicht ausreichend versorgt sind?

Die Umwälzpumpe ist eine Wilo 25/6, die mit höchster Leistung, Stufe 3 läuft! War auch so werksseitig im A/W 200 verbaut!

Wie sieht die Heizkurve aus?

Es handelt sich um die voreingestellte von IVT für Heizkörperbetrieb,leicht modifiziert, folgende Werte sind das:
AT gegen VL:
20`C:20`C
15`C:25,5`C
10`C:33,5`C
5`C:36,5`C
0`C:39,5`C
-5`C:42,5`C
-10`C:45,5`C
-15`C:48`C

Ist es das die gemeinte Heizkurve?

Zuletzt geändert von 123orange am 08.01.2009 20:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon machtnix » 07.01.2009 19:00 Uhr

Schau mal hier: http://www.shk-mayer.de/Page/Waermeerze ... kurve.html

Alle heizkörper sollten eben nicht geöffnet sein,und natürlich sollte man zumindest ungefähr eine Voreinstellung machen.
Ansonsten bekommt der eine Heizkörper eben zuviel Wasser was er dem anderem eben wieder wegnimmt.
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Beitragvon 123orange » 07.01.2009 20:24 Uhr

machtnix hat geschrieben:Schau mal hier: http://www.shk-mayer.de/Page/Waermeerze ... kurve.html

Alle heizkörper sollten eben nicht geöffnet sein,und natürlich sollte man zumindest ungefähr eine Voreinstellung machen.
Ansonsten bekommt der eine Heizkörper eben zuviel Wasser was er dem anderem eben wieder wegnimmt.


Das werde ich mir gleich ausdrucken und morgen durchführen, kann denn allein dadurch dieser hohe Verbrauch an Strom von 100kW+ kommen?
Und noch eine Frage, wäre mein Problem mit einer größeren WP z.B. 14kW gelöst, da wir z.Zt. sehr viel elektrisch zuheizen?

Danke und viele Grüße
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Beitragvon machtnix » 07.01.2009 20:32 Uhr

Dann lies dich auch mal in diese Thema ein wenig ein:
http://www.hydraulischer-abgleich.de/de ... ot=norobot

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Beitragvon Thomas Heufers » 07.01.2009 21:00 Uhr

In dem Thread "Warnung vor zu großer Wärmepumpeneuphorie bei Altbausanierungen" ist auch schon auf dieses Thema eingegangen worden.
http://www.energieportal24.de/forum/topic,7959,-warnung-vor-zu-gro%DFer-waermepumpeneuphorie-bei- altbausanierun.html
Du bist mit dieser schlechten Erfahrung nicht allein.

Wieder eine Wärmepumpe, die unter falschen Bedingungen für teures Geld in den Sand gesetzt wurde.
Man kann wirklich nur gebetsmühlenartig darauf hinweisen, dass eine Wärmepumpe in energiehungrigen Altbauten und bei Einsatzbedingungen unter hohen Vorlauftemperaturen nicht zu suchen hat.

Gruß

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Beitragvon 123orange » 07.01.2009 21:14 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:In dem Thread "Warnung vor zu großer Wärmepumpeneuphorie bei Altbausanierungen" ist auch schon auf dieses Thema eingegangen worden.
http://www.energieportal24.de/forum/topic,7959,-warnung-vor-zu-gro%DFer-waermepumpeneuphorie-bei- altbausanierun.html
Du bist mit dieser schlechten Erfahrung nicht allein.

Wieder eine Wärmepumpe, die unter falschen Bedingungen für teures Geld in den Sand gesetzt wurde.
Man kann wirklich nur gebetsmühlenartig darauf hinweisen, dass eine Wärmepumpe in energiehungrigen Altbauten und bei Einsatzbedingungen unter hohen Vorlauftemperaturen nicht zu suchen hat.
Jetzt ist nur die Frage, ob und wie ich aus dieser Geschichte wieder herauskomme? Ich will mich wegen der "Falschberatung" nicht geschlagen geben!

Danke für Vorschläge, soll ich doch Rechtsmittel bemühen?
Gruß


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Zuletzt geändert von 123orange am 08.01.2009 20:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Thomas Heufers » 07.01.2009 21:21 Uhr

Zuerst würde ich eine Bauenergieberatung bei der Verbraucherzentrale machen und mit dem Sachstand entscheiden, wo der Weg hin geht.

Gruß

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Beitragvon GMil » 08.01.2009 02:21 Uhr

Nach meiner bisherigen Erfahrung würde man für ehemals knapp 4000 l Jahresölverbrauch bei 2 Std. Sperrzeit / Tag eine modulierende L/W-WP (ohne Heizstab) mit etwa 20 kW Wärmeleistung benötigen (inkl. Warmwasser).

Ich wiederhole hier auch gebetsmühlenartig, daß eine richtig dimensionierte L/W-WP auch im schaurigsten ungedämmten Altbau mit reiner Radiatorenheizung und 55 °C VT benutzt werden kann, wenn sie nur groß genug dimensioniert ist, denn der würde schließlich auch mit anderen Heizungsarten die entsprechend hohe Energiemenge benötigen!

Allerdings sollte man sich unter solchen Umständen von bestimmten Werbeaussagen verabschieden. So dürfte z. B. eine JAZ von > 2,5 bei einer Hochtemperatur-L/W-WP und reiner Radiatorenheizung bereits ein recht guter Wert sein, abhängig vom Wohngebiet!

Damit läßt sich gegen 50 ct/l Ölpreis nicht mehr konkurrieren, aber die sind ja auch schon wieder passé. Mein Break-even-Ölpreis beträgt etwa 68 ct/l; darunter wird meine WP unwirtschaftlich. Allerdings glaube ich nicht, daß es mehr als 5 Jahre dauern wird, bis wir wieder einen Ölpreis von 1 €/l oder mehr (bei deutlich moderater gestiegenen Strompreisen) haben, und die WP kann durchaus 20 Jahre halten.

Gruß

Gerhard
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