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Biogas, Biogasanlagen, Fermenter
rotkaeppchen
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Beitragvon rotkaeppchen » 06.12.2008 12:37 Uhr

Hallo,
ich wollte euch mal fragen wie ihr die Herstellung und den Nutzen von Biosprit seht.
Lohnt sich die Herstellung im Bezug auf den CO2 Verbrauch?
Wird Biosprit eine Perspektive haben?
Wie wird es vom Preis/Leistungs Verhältnis in der Zukunft aussehen?

Gruß Rotkaeppchen

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 06.12.2008 16:13 Uhr

Der jetzige Biosprit der ersten Generation ist ein sehr zweifelhafte "Lösung" da er oft mit den Rohstoffen für Lebensmittel in konkurenz tritt (z.B. Maisanbau in den USA). Auch ist es natürlich kontraproduktiv wenn zur "Bio"-Treibstofferzeugung z.B. Regenwälter abgeholzt werden.

Preislich wird er sich in Zukunft m.E. an den normalen Preisen von Benzin/Diesel angleichen, vor allem wenn die Verkauf über die normalen Ölkonzerne geschieht.
Michael R.
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Beitragvon Michael R. » 06.12.2008 16:56 Uhr

Ich stehe den Biokraftstoffen sehr skeptisch gegenüber.
Früher bin ich viel Biodiesel gefahren, weil ich dachte ich helfe der Umwelt damit. Die Prospekte der Hersteller versprechen da sehr viel.

Als ich vor einigen Jahren eine Studie in die Hand bekam, in der alle Umweltfaktoren, wie Dünger(-erzeugung), Pestizide, etc. berücksichtigt wurden, hat sich meine Meinung geändert.

Hinzu kam die wachsende Konkurrenz zu den Nahrungsmittel und die von Bernhard beschriebene Vermehrte Abholzung von Regenwäldern.

Lösung? Ich bin näher an die Arbeit gezogen. Fahr viel Fahrrad. Mit einem 4-Personen-Haushalt sind wir bei ca. 9.000 km/Jahr angekommen. Überlege die Anschaffung eines E-Autos für Stadtverkehr.
Gruß Michael
GMil
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Beitragvon GMil » 07.12.2008 22:07 Uhr

Ich lasse grundsätzlich die Finger davon. Erstens kann das Zeug in bestimmten (auch neueren) Motoren nach wie vor Schäden erzeugen, da u.a. die Schmierwirkung bei bestimmten Einspritzpumpen offenbar immer noch nicht hoch genug ist, und zweitens -viel wichtiger- gelingt es offenbar nicht, die Pflanzen dafür "ökoverträglich" herzustellen. Man muß vielmehr entweder Getreide, Raps etc. benutzen, das viel notwendiger zum Essen bzw. als Futter gebraucht würde, oder man holzt Regenwälder ab, um weitere Nutzflächen zu schaffen.

Es gibt auf diesere schönen Erde m.E. überhaupt kein Fleckchen mehr, das unbenutzt und gleichzeitig geeignet wäre, um Biospritpflanzen anzubauen. Zu allem Übel erzeugt man die Pflanzen heute auch weit von Europa weg (etwa in Südamerika) und transportiert das Öl dann CO2-intensiv hierher. Es müßte jedem einleuchten, daß dieser Weg schlicht das Gegenteil dessen erzeugt, was man anstrebt.

Die Lösung liegt eher darin, mit Brennstoffen allgemein sparsam umzugehen und sie spezifisch nur da zu benutzen, wo sie nicht sinnvoll ersetzbar sind. Aus dem Verkehr sind sie derzeit noch nicht wegzudenken, aber z. B. in stationären Heizungen haben heute weder Kohle noch Öl noch Gas was zu suchen, nachdem sich z. B. Strom zunehmend regenerativ und übergangsweise weiter per Kernkraft erzeugen läßt.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon rotkaeppchen » 08.12.2008 17:21 Uhr

Hallo und vielen Dank für eure Antworten,

Ich selber finde, dass ein ganz wichtiger Punkt in dieser Sache die Beimischung von Biokraftstoffen in fossile Treibstoffe ist. Es sind "nur" 7% beim Diesel und "nur" 5% beim Benzin, doch es summiert sich!
Desweiteren wird ja immer noch diskutiert (korrigiert mich, falls ich mich irre und die Diskusition bereits abgeschlossen ist) ob den fossilen Treibstoffen jeweils 10% Biosdiesel bei "normalem" Diesel und Ethanol bei Bezin beigemischt werden sollte.

Was sagt ihr dazu?

Gruß Rotkaeppchen
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Beitragvon Souli » 08.12.2008 17:42 Uhr

Hallo Rotkäppchen,

ich weiss offengesagt nicht, ob diese Kraftstoffe die Bezeichnung "Bio" wirklich verdienen, zumal ja wirklich nur so wenig beigemischt wird. Um effektiv was zu verbessern müsste meiner Ansicht nach weit mehr beigemischt werden und man sollte sich auch überlegen was man jeweils beimischt.

Ich selber bin der Auffassung, dass es weitaus sinnvoller ist Wasserstoff beizumischen, als Pflanzenöle mit zu verheizen. Das macht sich dann aber natürlich erheblich im Verbrauch bemerkbar und darum wird man für sowas nicht allzuviele Befürworter in der Industrie finden.

Viele Grüße,
Souli

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Beitragvon bernhard geyer » 08.12.2008 17:44 Uhr

rotkaeppchen hat geschrieben:Desweiteren wird ja immer noch diskutiert (korrigiert mich, falls ich mich irre und die Diskusition bereits abgeschlossen ist) ob den fossilen Treibstoffen jeweils 10% Biosdiesel bei "normalem" Diesel und Ethanol bei Bezin beigemischt werden sollte.

Ist gekippt da hiermit Mio. Fahrzeuge entweder nur noch Schrott Wert sein würden oder nur noch den teuren "Premium" Spritt vertragen der AFAIK diesen hohen Beimischungsgrad nicht gehabt hätte. Ein 10% Bio-Anteil vertragen nicht alle Motoren. Vor allem manche erst 2-5 Jahre Alten Autos würden in kürzester Motorschäden davon tragen.
Michael R.
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Beitragvon Michael R. » 08.12.2008 18:04 Uhr

Die Erzeugung von "Bio"kraftstoffen ist moralisch, wie ökologisch bedenklich.
Da spielt es nach meiner Ansicht keine Rolle, ob das Zeug zu 100% oder zu 10% getankt wird.

Es sollte eher ein Bruchteil des Geldes in die Akku-Forschung gesteckt werden, um E-Autos günstiger und leistungsfähiger zu machen.
Gruß Michael
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Beitragvon Souli » 08.12.2008 20:07 Uhr

Zitat von Michael R.
Die Erzeugung von "Bio"kraftstoffen ist moralisch, wie ökologisch bedenklich.


Genau deshalb würde ich auch auf andere Zusatzstoffe setzen und nicht auf Pflanzenöle, die nur Ackerfläche auf Kosten des Nahrungsmittelanbaus wegnehmen.

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