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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
redlich69
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Beitragvon redlich69 » 11.09.2007 11:25 Uhr

Hallo,

ich hätte eine Fachfrage. Wir haben seit 2,5 Jahren eine Erdwärme - Heizung mit Tiefenbohrung im Einsatz.

Die Anlage läuft soweit in Ordnung, jedoch sind die Temperaturen der Wärmequelle immer sehr niedrig und am Ende der Heizperiode in den Minusbereichen.

Im ersten Jahr (Massivhaus) haben wir mit folgenden Temperaturen der Wärmequelle begonnen:
Aug 2005 Inbetriebnahme, leider keine Werte aufgeschrieben
Anf. Dez 2005 2,1/-1,7
Mrz 2006 -2,5/-5,5

Anf. Nov 2006 3,1 / -1,7 ->(Winter mit Holzofen geheizt, Heiz.-Temp. auf möglichst niedriege Werte eingestellt, um Wärmequelle zu entlasten, es war auch ein relativ warmer Winter)
Mrz. 2007 -2,3 / 1,2

06.09.07 6,8 / 3,8 (Heizung eingeschaltet)
11.09.07 4,5 / 1,8 (Tendenz schnell fallend)

Die Bohrung ist 88 m tief. Sie geht durch mehrere Gesteinsschichten. Das Haus ist 120 qm groß.
Wärmepumpe ist eine Waterkotte Ai1 mit 6,8 kW (Stromaufnahme 1,6 kW). Nach der
Faustformel (Heizleistung-Aufnahmeleistung): Enzugsleistung/m = Länge der Bohrung
für ein normales Haus würde das bei uns bedeutet, das wir eine Entzugsleisung von 59W/m haben.

Ist diese Entzugsleistung in Ordnung oder hätte die Bohrung tiefer sein müssen. Oder können wir damit rechnen, das sich die Wärmequelle regeneriert und somit über die Jahre besser wird?

Vielen Dank für Ihre eure Hilfe und Grüße aus Berg/Opf.
Zuletzt geändert von redlich69 am 11.09.2007 11:50, insgesamt 1-mal geändert.

fdl1409
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Beitragvon fdl1409 » 11.09.2007 11:39 Uhr

Ein ganz klein wenig mehr Info braucht man da schon.
Wohnfläche, Wärmeverbrauch laut Berechnung, Heizlast.
Welche Wärmepumpe, wieviel kW?
Wie hoch war der Stromverbrauch.
Wieviel Bohrungen, wie tief, Durchmesser der Soleleitungen usw.

Ja, ist schon recht tief.
redlich69
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Beitragvon redlich69 » 11.09.2007 20:09 Uhr

Hallo,

ich hatte ein kleines Problem beim Erstellen des ersten Beitrages, deswegen war er unvollständig.
Anbei die Daten:

Wohnfläche: 122 m2
Gebäudenutzfläche An 162,9 m2
Wärmeübertragende Umfassungsfläche A 407,7 m2
Beheiztes Gebäudevolumen V 508,9 m3
Verhältnis 0,80 m-1

Laut Energiebedarfsausweis
Ernergiebedarf absolut:
Energieträger 1: 4464,5 kWh/a
Energieträger 2 (Strom): 947,6 kWh/a

Jähresprimärenergiebedarf: zulässiger Höchstwert: 121,14 kWh/(m2a)
berechneter Wert 98 kWh/(m2a)

Energiebedarf bezogen auf Gebäudenutzfläche:
Energieträger 1: 27,1 kWh/(m2a)
Energieträger 2 (Strom): 5,81 kWh/(m2a)

Transmissionswärmeverlust:
Zulässiger Höchstwert: 0,487 W/(m2K)
Berechneter Wert: 0,419 W/(m2K)

Anlagenaufwandzahl: 1,12

Wärmepumpe Waterkotte Ai1 5007.4
Heizleistung: 6,8 kW
Stromaufnähme: 1,7 kW

Stromverbrauch Aug2005 - Mai2006: 12585 kWh
Stromverbrauch Mai2006 - Mai2007: 10107 kWh

Bohrungsanzahl: 1
Bohrungstiefe: 88m
Single-U-Sonde
Rohrmaterial: PE100
Rohrdurchmesser d=40mm
Soleflüssigkeit: Ethylenglykol WGK 1, Fußnote 14
Gesteinsarten:
bis20m: Schieferstein halbfest braun
bis 30m: Ton, kiesig fest grau
bis 68m: Sandstein fest braun
bis 88m: Sandstein fest rot braun

Sollten noch Daten abgehen, versuche ich Sie umgehend nachzuliefern. Ich hoffe es kann uns jemand weiterhelfen?

Grüße aus Berg
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Beitragvon fdl1409 » 12.09.2007 05:42 Uhr

Hallo,

hört sich wirklich böse an.
Die Stromverbräuche sind irrsinnig hoch.
Ist das der Stromverbrauch eines separaten Stromzählers für die Wärmepumpe oder vielleicht der gesamte Haushaltsstrom???

Die Soletemperaturen sind viel zu tief. Es ist offensichtlich daß die Wärmequelle schlapp macht.
Bei Waterkotte ist es meines Wissens so, daß unter einer Soletemperatur von 0° oder so automatisch der Heizstab mitheizt, um die Wärmequelle zu entlasten. Dieser hohe Stromverbrauch ist auch nur durch lange Laufzeit des Heizstabes möglich.
Gibt es da einen Betriebsstundenzähler? Man kann bei vielen Anlagen die Betriebsstunden des Verdichters und des Heizstabes auslesen.


Wer hat denn das so ausgelegt?
Mit fehlt noch der berechnete Heizenergiebedarf in kWh pro m2 oder Gesamtfläche. Der Primärenergiebedarf beinhaltet ja die Kraftwerksverluste.
Die WP scheint ausgesprochen knapp zu sein. Wenn man den berechneten Strombedarf ohne Nebenaggregate anschaut kommt man auf über 2.600 Vollaststunden.
Das mag noch angehen. Was aber nicht angeht daß man diese sehr knappe WP-Leistung als Maßstab für die Sonde nimmt.
Die ist mit 58 Watt je Meter und noch dazu als Einfach-U-Sonde mehr als knapp ausgelegt. Die Leistung wird offensichtlich nicht erbracht. Die Sonde darf nicht nach der Leistung der WP ausgelegt werden, sondern nach dem Heizenergiebedarf in kWh. Die Soletemperatur dürfte sonst so kurz nach Betirebsbeginn nicht so tief sein. Ohne den massiven Heizstabeinsatz würden die zulässigen Temperaturen mit Sicherheit unterschritten.
Meines Erachtens brauchst du für ordnungsgemäßen Betrieb eine zweite Sonde gleicher Tiefe.

Schau erst mal nach einem Betriebsstundenzähler.
Schau ob man den Heizstab abschalten kann.
Klär die Veratwortung. Wer ist verantwortlich für die Auslegung 1. der Wärmepumpe und 2. der Erdsonde. Welche Informationen hatte der Verantwortliche?

Eine einfache Luft-Wasser-Wärmepumpe hätte bei dir bisher deutlich weniger Strom verbraucht als dieses Heizstabmonster. Mußt du unbedingt was unternehmen, hoffe das läßt sich von deinen Schultern wälzen.

MFG
Frank
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Beitragvon redlich69 » 12.09.2007 19:56 Uhr

Hallo Frank,

entschuldige, ich hatte beim Stromverbrauch einen Rechenfehler:

Stromverbrauch Aug2005 - Mai2006: 5987 kWh
Stromverbrauch Mai2006 - Mai2007: 5630 kWh

Dies ist der Stromverbrauch nur für die Wärmepumpe (Eigener Zähler).

Der Heizenergiebedarf für die Wohnfläche wurde nicht ausgefüllt im Energiebedarfsausweis. Dort steh, das diese Angabe freigestellt ist.

Betriebsstunden
Datum /Heizung / Warmwasser / elekr. Heizstab
05.12.05 / 811 / 152 / 22
11.11.06 / 2069 / 660 / 109
04.01.07 / 2380 / 770 / 121
10.09.07 / 2911 / 1201 / 168

Verantwortlich für die Auslegung war die Firma Waterkotte.
Wir haben alles über einen Generalunternehmer bauen lassen, sodaß wir uns an diesen bei jedwigen Mängel wenden können.
Aber wodurch kann ich diesen Mangel belegen? Bisher hatten Sie immer gute Antworten
(im 1. Jahr: das Haus muß erst austrochnen, der Verbrauch im ersten Jahr ist immer höher,
im 2. Jahr: Sie haben die Erdsonde im ersten Jahr zu sehr beansprucht, diese muß sich erst generieren)

Wir haben von Anfang an gesagt, das die Sonde zu kurz ist (unsere direkten Nachbarn haben auch eine Erdwärmeheizanlage in einem Holzhaus und diese haben bei 170m2 Wohnfläche 2x 76m gebohrt. Dementsprechend höher liegen deren Wärmequellentemperaturen)

Den elekt. Heizstab kann man abschalten, aber dann wurde uns gesagt, das dies zu einer stärkeren Ausbeutung der Erdsonde führt.

Wie kann ich den Mangel begründen?

MfG
Alex

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