Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
Angebote und Gesuche von PRIVAT zu Produkten im Bereich Erneuerbare Energien, Heizungstechnik, energiesparendes Bauen, Umwelttechnik und alternative Fahrzeuge bzw. Antriebe.
ChrisNautique
Beiträge: 3
Registriert: 14.04.2021 17:43
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon ChrisNautique » 14.04.2021 17:50 Uhr

Ich möchte unsere Heizungsanlage verkaufen.
Diese besteht aus folgenden Komponenten:
- Luft/Wasser-Wärmepumpe, Split-Ausführung für Heiz- und Kühlbetrieb VITOCAL 200-S, Typ AWS-AC,
- Wärmepumpenregelung VITOTRONIC 200, Typ WO1A,
- Heizwasser-Pufferspeicher VITOCELL 100-E (200 Liter),
- Warmwasserspeicher VITOCELL 100-V (390 Liter)
- Heizkreis-Verteilung DIVICON und Erweiterungssatz für einen Heizkreis mit Mischer - Wandmontage
- einer Außeneinheit mit 2 Ventilatoren.

• Der Preis ist VHS wobei der Käufer die Kosten des fachgerechten Ausbaus und Transportes trägt
• Die Anlage wird nur komplett verkauft

Warum verkaufen wir?
Wir haben die Heizungsanlage vor 10 Jahre (Januar 2011) einbauen lassen um eine alte Gasheizung sowie Warmwasseraufbereitung via Durchlauferhitzer in Bad und Küche zu ersetzen. Hintergedanke war zum einen also der ökonomische & ökologische Aspekt, zum anderen die Modernisierung durch Umstellung auf eine zentrale Warmwasseraufbereitung.

Wir wohnen mit 4 Pers. in einem ungedämmten Reihenmittelhaus Bj. 1965 mit 110m² Wfl. und normalen Heizkörpern.
Die Anlage erfüllt ihren Zweck, wir haben ein Raumtemperatur von 22 Grad und für alle Haushaltsmitglieder genug warmes Wasser um hintereinander zu duschen. Die zusätzliche Elektroheizung für Heizwasser und Warmwasser wird dabei nicht benötigt, daher haben wir diese Funktion im Menu abgeschaltet.

Da wir keine Fußbodenheizung haben, ist die Vorlauftemperatur entsprechend hoch. Somit ergeben sich konsequenter Weise keine Kosteneinsparungen, welche durch die Nutzung einer Wärmepumpe eigentlich zu erzielen sind.
Die Heizkosten sind in etwa gleicher Höhe wie die der Nachbarn, welche Gasheizungen betreiben.

Durch die überschaubare Größe unseres Grundstückes steht die Außeneinheit direkt unter unserem Küchen- und Schlafzimmerfenster. Da die Warmwasserbereitung morgens etwas Vorlauf benötigt, beginnt die Außeneinheit um 04:30 Uhr hörbar zu laufen.
Kochen bei offenem Küchenfenster macht auch nicht Freude, wenn die Außeneinheit läuft.

Zudem möchten wir den Kellerarum, welcher fast nur von den diversen Heizungskomponenten eingenommen wird, anderweitig nutzen.

Daher möchten wir uns nun nach 10 Jahren von unserer Heizungsanlage trennen.

Bei Interesse bitte bei mir melden. Grüße, Chris

energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1826
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 13 Mal
Lob erhalten: 211 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 15.04.2021 06:39 Uhr

Hallo Chris,
ich hoffe du bekommst deine Luftpumpe verkauft auch wenn du wohl nichtmehr all zuviel erwarten solltest.
Andere Punkte sind aber für die User hier interessant.
Es zeigt das bei nicht passenden Eckdaten des Gebäudes/der Gebäudetechnik auch mit einer Wärmepumpe keine Wunder hinsichtlich Verbrauchskosten zu erwarten sind.
Bei dem höheren Stromverbrauch ist natürlich auch der ökologische Gedanke nicht erfüllt worden (solange der Strom nicht selbt produziert wurde).
Vielleicht kannst du hier etwas über deine persönlichen Erfahrungen zum Thema Verbrauchskosten teilen, dies ist bestimmt für andere User interessant.
Zum Thema "Nutzung Kellerraum", Technik benötigt natürlich einen gewissen Platz, da wirst du mit deiner neuen Heizung sicherlich etwas kompakteres finden.
Wohin gehen deine Gedanken ?
Ein Tipp, lasse dich im Vorfeld umfänglich beraten damit du nicht noch einmal reinfällst.
Udo von www.energieprojekt.biz
Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
ChrisNautique
Beiträge: 3
Registriert: 14.04.2021 17:43
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon ChrisNautique » 15.04.2021 11:54 Uhr

Hallo Udo,
ich kann gerne mal ein paar Daten zusammen suchen.

Wollte nur vorab klarstellen, dass ich mich bewußt zu der Wärmepumpe entschieden hatte obwohl die reine Kostenrechnung für eine Gasheizung sprach.

Wenn man keinen Gasanschluß im Haus hat, ist das ja ein großer Kostenblock, welcher die höheren Anschaffungskosten der Luft/Wasser-Wärmepumpe etwas relativiert.

Wir hatten/haben einen Gasanschluß aber meine Intention war ja etwas "für die Umwelt" zu tun. Also CO² Ausstoß zu vermeiden und auf Bezug von "grünem Strom" umzustellen.

Die Anschaffung einer Brennwerttherme mit 200l Warmwasserspeicher lag ca. 4.000 € unter dem Anschaffungspreis der L/W-WP. Es war mir bewußt, dass sich diese Anschaffungs-Mehrkosten niemals durch geringere Betriebskosten armortisieren würden.
Ich nahm diese Mehrkosten durch den o.g. Umweltaspekt in Kauf.
Mir war auch klar, dass ich für diese Anlage keine Förderung erhalten würde, da sie die damals geforderten Werte nicht erreichte.

Das einzige, was mich bei der Planung bzw. dann beim Kauf gestört hat, waren folgender Punkt:
Laut Mitarbeiter von Vissmann, welcher hier vor Ort war, war diese Anlage genau für unseren Haustyp entworfen worden.
D.h. RMH, kein Neubau, ungedämmt, ohne Fußbodenheizung.

Da ich lärmempfindlich bin, interessierte mich besonders die Lautstärke der Außeneinheit. Diese war ursprünglich mit einem Ventilator geplant. Da wir hier in der Gegend Vorreiter dieser Technik waren, gab es keinen Objekt, welches ich mir ansehen hätte können. So sagte man mir, dass der Lärmpegel dem eines alten Rasierapparates ensprechen würde.

Kurz bevor die Heizung geliefert wurde erhielten wir die Information, dass die Außeneinheit aus 2 Ventilatoren bestehen würde. Das macht sowohl beim Geräuschpegel als auch bei der Optik einen Unterschied.
Und das hätte Vissmann errechnen können bzw. von Anfang an klar kommunizieren müssen.

Ansonsten habe ich keine Beschwerden über die Technik, die Heizung lief jetzt 10 Jahre störungsfrei und ohne Reparturen.

Habe ein paar Fotos der Anlage beigefügt (mehr als 3 gehen nicht).


Grüße,
Chris
Dateianhänge
HZ2.JPG
VITOCAL 200-S, Typ AWS-AC
HZ2.JPG (239.6 KiB) 1916-mal betrachtet
HZ5.JPG
Außeneinheit
HZ3.JPG
Heizwasser-Pufferspeicher VITOCELL 100-E (200 Liter)
ChrisNautique
Beiträge: 3
Registriert: 14.04.2021 17:43
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon ChrisNautique » 19.04.2021 10:32 Uhr

Hallo Udo, hallo zusammen,
anbei nun noch die genauen Verbrauchskosten der Anlage bzw. ein paar Einstellungsdaten.

Mit einem Verbrauchskostenvergleich ist es natürlich so eine Sache, denn jeder hat ein anderes Wohlfühlklima und daher auch ein anderes Heizverhalten.
Es sei denn er ist wie mein Schwiegervater und schaltet die Heizung zum Stichtag kalendarischer Frühlingsanfang ab.

Da mein Damenhaushalt recht verfroren ist, heizen wir wahrscheinlich mehr als der Durchschnitt. Ich selber laufe daher selbst im Winter oft nur in einem T-Shirt durchs Haus.

Die Raumtemperatur im Wohn/Essbereich liegt bei 23.5 Grad, gemessen in der entferntesten Ecke vom Heizkörper.
Im WZ und in der Küche sind die Heizkörper immer voll aufgedreht, also 24h Stufe 5.

Im 1.OG haben wir alle Heizkörper auf Stufe 3 stehen, diese drehen wir nur zur Schlafenszeit ab.
D.h. wir halten die Temperaturen konstant, unabhängig davon ob sich jemand im Raum befindet oder nicht.

Wie oben bereits beschrieben haben wir ein nicht isoliertes RMH mit 110m² Wfl. Hinzu kommen 55m² Keller, welcher auch durchgehend beheizt wird. In jedem Kellerraum haben wir Heizkörper, welche 24h auf Stufe 2 stehen. Somit sind im Keller etwa 20 Grad und der Fußboden im EG ist angenehm warm.

Die Heizzeiten sind von 04:30 - 22:30 Uhr, wobei die WW Erwärmung Priorität hat.
Generell heizen wir immer, wenn im Haus das Wohlfühlklima verloren geht. D.h. das auch an kalten Juni Tagen die Heizung wieder angestellt wird.

Diese mediteranen Temperaturen erreichen wir mit folgenden Einstellungen:
Heizung: Raumtemperatur Soll: 22 Grad.
Heinzkennlinie: Steigung 1,1, Niveau 5 k.
Je nach Außentemperatur ergibt das eine Vorlauftemp. von 40 - 48 Grad. Zur Zeit sind es 11 Grad draußen und die Soll-Vorlautemp.
liegt bei 40 Grad.

Beim Warmwasser haben wir eine Soll-Temperatur von 45 Grad.
Der 390l Speicher wird mit der Einstellung "oben" erwärmt, d.h. 1/3 des Speichervolumens wird auf 45 Grad gehalten.
Einmal täglich (am Nachmittag) erfolgt die WW-Erwärmung für 60 Minuten auf Status "normal", d.h. der ganze Speicher wird auf 45 Grad erwärmt.
Einmal wöchentlich wird der ganze Speicher auf 55 Grad erwärmt.

Was bedeutet das für den Verbrauch?
2015/2016 6.277 kWh
2016/2017 6.594 kWh
2017/2018 6.327 kWh
2018/2019 6.665 kWh
2019/2020 6.465 kWh
2020/2021 6.796 kWh

Wenn noch andere Daten interessant sein sollten, lasst es mich wissen.

Hinsichtlich Deiner Frage Udo, zu welchem Heizungstyp ich wechseln werde: Gasheizung mit Brennwerttechnologie, wahrscheinlich von Wolf.

By the way:
Die Heizungsanlage wechselt demnächst für einen symbolischen Euro den Besitzer, wobei dieser die Kosten des Ausbaus und des Abtransports trägt.
Sie verrichtet Ihren Dienst dann im wunderschönen Freistaat Sachsen, wo sie in Komination mit einer Photovoltaikanlage laufen soll.
Auch das ist Nachhaltigkeit, funktionierende Technik nicht zu verschroten, nur weil etwas neues angeschafft wird.

Grüße,
Chris
energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1826
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 13 Mal
Lob erhalten: 211 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 19.04.2021 11:27 Uhr

Hallo Chris,
das klingt doch alles ganz Ok.
Unter Berücksichtigung der Eckdaten und deinem Wissen ums Gebäude geht es doch.
Ich nehme an das du mit einer vernüftig konfiguierten Gastherme auch keine höheren osten hast.

Schön das die Anlage noch weiter arbeiten darf, wegschmeissen ist auch aus ökologischer Sicht nicht immer das beste.

Viel Glück mit der neuen Anlage Udo
Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
rosebud
Aktivität: hoch
Beiträge: 252
Registriert: 06.10.2018 13:59
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 15 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 4-8 Jahre
Interessensgebiet: Windenergie
Land: Deutschland

Beitragvon rosebud » 19.04.2021 13:12 Uhr

Ehe man sich auf Brennwerttechnik stürzt, sollte man sich informieren, bis zu welcher WasserT° im Ofen sie überhaupt einsetzbar ist, also ob der Wasserdampf im Abgas bzw. welcher Anteil noch kondensiert. Oberhalb 40 °C dürfte nichts mehr damit laufen. Das wissen die zahlreichen Energieberater hier im Forum gewiß besser.

Der ärgste Gegner der erneuerbaren Energien ist die Dreisatzrechnung
energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1826
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 13 Mal
Lob erhalten: 211 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 19.04.2021 14:19 Uhr

Da gebe ich Rosebud recht.
Eben aus diesem Grund ist die Auslegung des Gesamtystems (Wärmeverteilung und Rohrnetz) sehr wichtig. Die Wärmeverteilung muss halt den Raum auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen erwärmen können, hier hilft u.a. oft eine Vergrößerung der Heizkörper oder Umrüstung auf Flächenheizung. Genau so wichtig sind auch saubere Heizflächen um einen besseren Wärmeübergang zu ermöglichen. Das Rohrnetz sollte von Volumen und Fliesgeschwindigkeit her auch passen.
Leider wird dies im alltäglichen Geschäft des Kesseltauschs immer wieder vernachlässigt.
Bei einem alten Heizsystem mit 75-55°C kommt in der Tat wenig an Kondensation zu stande.
Andererseits sollte man aber auch wissen das der Brennwertnutzen "nur" bis zu 12 % ausmacht.
Udo von http://www.energieprojekt.biz

Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !

Zurück zu Anzeigenmarkt



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Luft/Wasser-Wärmepumpe VITOCAL 200-S, Typ AWS-AC & zu verkau