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Zausel
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Beitragvon Zausel » 16.10.2013 14:48 Uhr

Hallo, melde mich nach langer Abwesenheit im Forum zurück, um über meine sehr positiven Erfahrungen mit einer Erdreich-WP zu berichten.
Mitte 2009 haben wir die Ölheizung in unserem Haus (Bj. 1993, Ziegelmauerwerk 50 cm, 300 qm beheizte Fläche, überwiegend FB-Heizung, Heizölverbrauch ca. 4.400 Liter/Jahr, Wärmebedarf 16 kWh) auf Sole-Wasser WP umgestellt. Sehr hilfreich waren Tipps aus diesem Forum, insbesondere von Frank (fdl1409) und der erste Schlussbericht der [i]Agenda 21 Gruppe Energie der Stadt Lahr[i].
Wir haben uns für zwei alternierend, bei Bedarf auch gleichzeitig arbeitende Sole-Wasser-WP mit je 8,4 kW Heizleistung (Fabrikat Viessmann Vitocal 300-G, Typ BW 108) entschieden, die ohne Pufferspeicher arbeiten. Sie werden gespeist von zwei Sondenbohrungen zu je 150 m Tiefe, die 15 m Abstand zueinander haben; die Horizontalanbindungen der Sonden wurden besonders isoliert. Brauchwasserbereitung erfolgt durch zwei Solarkollektoren Viessmann Vitosol 200F mit 390 Liter Speicher, der hilfsweise (keine Sonne) von der WP auf 45 Grad erwärmt wird. Ergänzt wird die Anlage durch ein Modul (Wärmetauscher mit Taupunktkontrolle) zur passiven Kühlung der Wohnräume im Hochsommer.
Die Anlage ging Ende Oktober 2009 in Betrieb. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rd. 60.000 Euro brutto (Erdsonden mit Anbindung rd. 25.000 Euro, WP-Anlage mit Solarkollektoren und Kühlung rd. 35.000 Euro). Die Anlage wurde von der BAFA mit insgesamt 6.950 Euro nach den Richtlinien zur Förderung von effizienten Wärmepumpen gefördert.

Seit nunmehr vier Jahren läuft die WP-Heizanlage absolut störungsfrei. Die Temperatur des Solekreislaufs liegt permanent zwischen +10 Grad Winterbeginn) und + 6 Grad (Winterende). Die Wohnraumtemperaturen betragen 21 Grad Celsius, die der beheizten Nebenräume (Werkstatt etc.) 18 Grad. Die Wohnräume werden bei Hitzeperioden im Hochsommer automatisch auf ca. 22 -24 Grad gekühlt; das funktioniert ebenfalls bestens - und kostet, bis auf den Strom der beiden Umwälzpumpen, fast nichts.

Die Effizienz, die ich dank Wärmemengenzähler und separatem Heizstromzähler genau bestimmen kann, ist sehr gut. Im abgelaufenen Jahr 2012 betrug die JAZ 5,65, im Jahr 2011 lag sie bei 5,20 und im ersten vollen Betriebsjahr bei 5,14 und das bei anspruchsvollen klimatischen Bedingungen: Unser Haus liegt in Oberbayern auf 605 m Höhe in Alleinlage.

Ohne die perfekte Beratung der Experten aus diesem Forum hätten wir das gute Ergebnis nie erzielt; deshalb nochmals ein großes Dankeschön an Alle!

Allen, die neu bauen wollen, kann ich eine intelligent geplante und sorgfältig ausgeführte Heizanlage mit einer Sole-Wasser-WP und (wenigen, aber dafür möglichst tiefen) Sondenbohrungen nur wärmstens empfehlen!

Herzliche Grüße an die Forumsteilnehmer,
Joachim

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Beitragvon admin » 16.10.2013 15:28 Uhr

Hallo Zausel,

vielen Dank für deinen umfangreichen Erfahrungbericht zur Sole-Wasser-Wärmepumpe. Das wird sicherlich einigen Unsern helfen :-)
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 16.10.2013 19:49 Uhr

Alles richtig gemacht!

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon bernhard geyer » 17.10.2013 19:19 Uhr

Wie hoch ist den der Stromverbrauch in kWh/Jahr?
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Beitragvon EuRegEn » 19.10.2013 11:07 Uhr

Ergänzend dazu mal etwas richtig großes in dieser Richtung:

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/389 ... e,1,0.html

"TIRSCHENREUTH
Aus tiefem Granit wohlige Wärme
Geothermie sorgt bei der Hamm AG für warme Winter und kühle Sommer - Einzigartige Anlage
Tirschenreuth. (ws) Schwarzer Asphalt und robuste Betonsteine sind nicht gerade schmückende Hülle für ein "technisches Wunderwerk". Anders beim Walzenhersteller Hamm. Dort bildet ein großflächiger Parkplatz den "Deckel" für eine außergewöhnliche Anlage. Mit Geothermie wird das Unternehmen künftig Wärme und Kühlung für das neue Verwaltungsgebäude aus dem Boden "ziehen".

140 Meter tiefe Bohrungen


48 "Löcher" hat ein Spezialunternehmen aus Weilheim bis zu 140 Meter tief in den Boden getrieben. Über weite Strecken haben sich die Bohrer durch den harten Oberpfälzer Granit beißen müssen. In den Vertiefungen summieren sich Einzelsonden auf eine Gesamtlänge von 6700 Meter. Dazu kommen 4,5 Kilometer "Anbindeleitungen" unter dem Parkplatz, die die spezielle Flüssigkeit der Sonden zur Technik im Verwaltungstrakt transportieren.

Auf dem Weg in die Tiefe ziehen die Flüssigkeiten nur ein paar Grad Temperaturdifferenz aus dem Boden. Die werden von Wärmepumpen und -tauschern dann entsprechend ausgebeutet. Am Ende schafft es die Anlage auf 242 Kilowatt Heizleistung und soll über das Jahr verteilt 600 000 Kilowatt Heizenergie in die Gebäude pumpen. Gut 60 000 Liter Erdöl würde dies bei einer konventionellen Anlage bedeuten, aber auch 70 Tonnen Kohlendioxid.

Die Geothermie erspart der Umwelt nicht nur die CO2-Belastung, sie punktet zudem mit bis zu 40 Prozent geringen Verbrauchskosten. "In zwölf Jahren rechnet sich die Anlage", versichert Bauleiter Michael Wegener. Einen weiteren Vorteil des "Wunderwerks" unter dem Parkplatz werden die Mitarbeiter im Sommer erleben. Dann sorgen die Sonden für rund 200 000 Kilowatt Kühlenergie. Dabei werden die Gebäudedecken für ein angenehmes Raumklima sorgen. Emissionen und Verbrauchskosten sinken um bis zu 70 Prozent im Vergleich zu konventionellen Kompressions-Kältemaschinen. Unterm Strich produziert die außergewöhnliche Anlage eine Energiemenge, die auch für bis zu 30 Einfamilienhäuser reichen würde."

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