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raoul
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Beitragvon raoul » 26.08.2021 14:35 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin, wie so viele, auf einer Odysee durch Welt der alternativen Heizsysteme und bin gerade etwas ratlos. Daher hoffe ich hier auf ein paar Anhaltspunkte bzw. Tips.
Zum Ausagngspunkt:
Wir haben 2011 eine Doppelhaushäfte gekauft und teilsaniert mit Baujahr 1933 und ca. 150m² Wohnfläche plus kalten Keller (der aber zum großen Teil aussen auch gedämmt wurde). Maßnahmen waren damals alle Installationen neu zu machen, d.h. alle Rohrleitungen sind neu und Heizkörper auch (Purmo plan compact), Elektro ist neu und Aussenwände sowie Dach wurden gedämmt (Aussenwände 160mm MW WLG 035, Dach zur Hälfte, weil Dachterrasse 160mm, und oberstes Dach 200mm). Das Haus hat zwei Flachdächer (Staffelgeschoss).
Kellerdecke ist teilweise schon gedämmt (100mm EPD WLG 032), der Rest muss noch gemacht werden...

Nicht ausgetauscht wurden die Fenster, da sie erst 10 Jahre alt waren (Ug 1,1), nur ein großes Wohnzimmerfensteranlage wurde ergänzt, mit 3-fach-Verglasung).
Die Heizungszentrale wurde auch nicht erneuert, da bei Kauf auch erst 10 Jahre alt, nun aber eben schon 20 Jahre alt.
Das ist eine Öl-Niedrigtemperaturanlage mit 21KW. Verbrauch ist ca. 2.000l pro Jahr, was ich eigentlich als zu hoch empfinde. Vorlauftemperatur hatte ich im letzten Jahr auf max. 50° eingestellt, was bislang immer ausgereicht hatte. Heizkörper ist meist lauwarm, auch davor schon.

Nun ist der Warmwasserbereiter anscheinend durchgerostet und die Anlage auch schon älter, der Tank ist aus den 70er. D.h. irgendwann ereilt uns das Ende der Anlage. Da gerade eine Umrüstung so gefördert wird, liegt es natürlich nahe den Austausch nun anzugehen.

Wir hatten vor einiger Zeit schon einen Hauzungsbauer bei uns, der uns eine Luft-Wärmepumpe empfohlen hatte. Ich konnte mir damals aber nicht vorstellen, dass das ein voller Ersatz sein könnte.
Ich habe in der Folgezeit viel mit TGA-Planern gesprochen, die mir eigentlich auch nichts wirklich empfehlen konnten, bei dem sie voll dahinterstehen konnten. Nur eins war klar, die Ölheizung müsse weg.
Einen Gasanschluss haben wir nicht, liegt aber in der Strasse. Aber eigentlich schließe ich Gas aus, denn dann könnte ich gelich bei öl bleiben.

Von der Idee einer Wärmepumpe war ich schon immer begeistert, aber sie muss auch im kalten Winter funtkionieren. Mit der Heizung macht man keine Experiemente, dafür ist es auch einfach zu teuer.
Über Pellets habe ich mir auch schon einmal Gedanken gemacht, aber das ist mir mit dem Holzpreis aber auch zu spekulativ (was man ja jetzt auf dem Holzmarkt ja auch sieht), da wenn das zu viele machen der Preis auf jeden Fall deutlich steigen muss.

Daher hoffe ich auf ein paar Hilfestellungen in Bezug auf Wärmepumpen, entweder mit Luft oder aber mit Tiefbohrung (wobei ich noch nicht weiß ob es hier erlaubt ist) ich konnte aber aus einer Datenbank zu meiner Adresse in Köln erfahren, dass hier ab 80 -100m eine Ergiebigkeitsklasse 3c hätte, aber hydrogeologisch kritisch. Was auch immer das bedeutet.

Vielen Dank im Voraus.

Gruss,
raoul

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Beitragvon energieprojekt » 26.08.2021 18:11 Uhr

Hallo Raoul willkommen hier auf der Seite.
Nun die Wahl nach dem richtigen Wärmeerzeuger ist nicht ganz so einfach zu sehen. Es gibt verschiedene Punkte zu betrachten die du ja auch schon im Focus hast. Ich versuche dir mal etwas Input zu geben aber dieses völlig wertfrei.
Wärmepumpe:
Hier hast du zwei Probleme:
1- Verbrauch 2000 l Öl~ 20.000 KWh/a bei einem gemittelten COP von 3 und Stromkosten von ca 28 c/KWh
Jahreskosten ~1.900 €
also mehr als derzeit das Öl
Dazu ein Invest jenseits der 25.000 €

Wenn du die Energiekosten senken möchtest wäre ein PV-Anlage eine Variante, dann kämmst du auf vielleicht 800 €/a
allerdings steigt dann der Invest auch schnell mal um 15.000- 30.000 €.

Pelletkessel
Invest vergleichbar zur Wärmepumpe Energiekosten bei ca 1.000 €/a.

Auf jeden Fall solltest du dir einen (Beratungs-)partner an die Seite holen der dir Angebote vergleichen kann (oder noch besser eine Ausschreibung erstellt) und dich beim Fördermitteljungel begleitet.
Sonst kann das ganze schnell in die Hose gehen.

Bei Fragen einfach fragen,
udo
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Beitragvon raoul » 27.08.2021 08:44 Uhr

Hallo Udo,

Danke für die Antwort.

Ich hatte mir mal mit einer app von honeywell eine überschlägliche Heizlast ausgerechnet, anhand der Raumflächen, der U-Werte Aussenbauteile und den Werten der Heizkörper, die liegt demnach bei Gesamt 8,4 KW. Vielleicht kann man mit dem Wert eher eine Einschätzung geben als über die Ölmenge, denn ich weiß nicht was die Anlage an Verluste noch hat (schlecht eingestellt, etc.). Ich denke auch, dass ich noch Potentiale bei der Dämmung habe, dadurch, dass die Kellerdecke noch nicht vollständig gedämmt ist, und der Kelleraufgang nur aus einer einfachen Holzplatte besteht bzw. einer Holztreppe. Hier müsste man mal überlegen wie man das thermisch verbessert, vor allem Luftdicht(er) macht.

An PV für die Wärmepumpe hatte ich auch gedacht, das ist auf jeden Fall eine Option für die Zukunft, aber gleichzeitig mit einer neuen Anlage einfach ein zu großes Invest. Zudem habe ich zwei Flachdächer mit je ca. 30 m² freier Fläche versetzt um ein Geschoss, eine aber eigentlich als Terrasse gedacht war, wobei ich darauf auch verzichten könnte. D.h. nicht besonders ideal.

Wie gesagt, ich habe beruflich viel mit TGA-Planern zu tun, die sich am liebsten gar nicht mit dem Thema beschäftigen wollen, da das im Altbau anscheinend zu viele Fallstricke bzw. Unbekannte hat.
Luft-Wärmepumpe ist machbar, aber nimm lieber eine Pelletheizung war schnell die Empfehlung.
Ich hatte so den Eindruck, dass der Berechnungsaufwand im Vorfeld zu aufwendig ist, um eine konkrete Prognose zu machen.

Wie siehst Du den das Thema Pellet und Holzmarktpreise? Stellen denn jetzt mit der Förderung nciht viele auf Pellet um, und dadurch entsteht eine höhere Nachfrage an Pellets bei gleichzeitig hohem Waldverlust? Wenn ich hier im Bergischen Land schauen, ist in einigen Gebieten mindestends 50% des Wladbestandes durch Trockenheit und Borkenkäfer verloren gegangen.

Vielen Dank im Voraus.

Gruss,
raoul
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Beitragvon energieprojekt » 27.08.2021 18:44 Uhr

Hallo Raoul,
solchen Tools sollte man nicht allzuviel vertrauen schenken, aber ich denke das ist dir auch klar.
Bei deiner Ölanlage musst du den Anlagenwirkungsgrad und den feuerungstechnischen Wirkungsgrad beim Verbrauch berücksichtigen
dann kommst du hier auch schon ein Stück weiter.
Deine TGA-Planer verstehe ich und es ist auch etwas leichter mit einem Pelletkessel zu planen da durch die höheren Temperaturen mehr Spielraum für Fehler aus dem Gebäudbestand ist.
Eine Wärmepumpe muss wirklich genau gerechnet werden und dann gibt es immer noch viele Unwägbarkeiten......
Und zu den Kosten hatte ich ja schon etwas geschrieben

Bei Fragen, fragen.
Gruß udo
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Beitragvon raoul » 28.08.2021 11:38 Uhr

Hallo Udo,

was ist eigentlich von pellet luftwärmepumpen Hybrid Anlagen zu halten? Ich hatte da eine Anlage von Windhagen gesehen.
Ist die Technik zu kompliziert und damit anfällig? Oder funktioniert die Technik grundsätzlich?

Gruß,
Raoul
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Beitragvon energieprojekt » 28.08.2021 16:46 Uhr

Hallo Raoul,
funktionieren tut die Technik, letztendlich ist es ja nichts anderes als eine Wärmepumpe und ein Pelletkessel mit etwas mehr Elektronik die überwachen soll wann welcher Wärmeerzeuger günstiger arbeitet...
Die Frage wann es welcher ist kannst du dir realativ einfach selbst beantworten:
Die KW/h Wärme bei Pellets ca 5ct
Das bedeutet das die Wärmepumpe bei einem Strompreis von ca 28 ct/ KWh einen COP jenseits der 5,6 haben muss......
Da du im Sommer tendenziell eher Warmwasser benötigst (also Temperaturen >55 C°)wird die Pumpe das selten schaffen.
Wenn du soetwas machen möchtest würde ich eher die Kombination Pellet/ Solarthermie nehmen.
Schönes Wochenende Udo

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Beitragvon raoul » 30.08.2021 10:25 Uhr

Hallo Udo,

ok, Danke für die Info.
D.h. eine Hybridanlage aus pellet und Luft-Wärmepumpe lohnt sich nie, da die Pellets immer günstiger sind als der Strom für die LWWP.

Ich lese jetzt auch immer mehr, und lerne. Ich erkenne, dass grundsätzlich von LWWP mit Heizkörpern abgeraten wird.
D.h. wenn LWWP dann möglichst mit Fußbodenheizung oder Wandheizung, was im bewohnten Bestand nicht mehr möglich ist.
Da scheinen die Hersteller aber ordentlich Desinformation zu betreiben, da die Versprechen ja, dass das auch im Altbau tadellos funtkioniert, mit speziellen Anlagen für die Sanierung.

Meine Vorstellung war immer, dass ich perspektivisch irgendwann die LWWP mit PV und Pufferbatterie "annähernd" autark, und damit regenerativ, betreiben könnte. Aber das scheint wohl der Traum Vieler zu sein, was aber in der Realität wohl nicht (noch nicht?) funtkioniert, da die Batterien noch nicht lange genug halten und zu teuer sind? Und ohne ist LWWP und PV ein Gegensatz, da Betriebszeiten sind nicht oder wenig überlappen, das kann ich nachvollziehen.

Diese Vorstellung bzw. Perspektive wäre natürlich mit einer Pelletsheizung nicht mehr gegeben, daher hatte ich mich von der Idee etwas entfernt. Zudem ist man mit Pellets, wie gesagt, vom Markt abhängig, der nicht oder schlecht prognostizierbar ist.
Aber vielleicht muss ich mich davon lösen.

Ich habe den Eindruck, dass die Zielgruppe für den die Förderung hauptsächlich gedacht war (Umrüstung alter uneffizienter Anlagen zur nachhaltigen Energieform), etwas vergessen wird, weil technisch die Umrüstmöglichekiten noch nicht wirklich gut funktionieren, ausser Pellets, d.h. irgendwas verbrennen geht immer. Im Neubau ist das ja alles kein Thema.
Ich bin ja einigermaßen in der Lage das alles zu hinterfragen, aber das kostet echt viel Zeit und ich verstehe auch vieles nicht oder noch nicht, und konkrete Inforamtionen zu bekommen ist echt schwierig, da wird sehr viel Nebel produziert.
Ich kann mir vorstellen, dass viele zu Ihrem Heizungsfachmann gehen und sich beraten lassen, was ja grundsätzlich auch gut ist, aber ich denke da wird vielen eine Anlage eingebaut, die dann nicht wirklich gut funktioniert, sprich LWWP im Altbau.

Ich bin da mittlerweile auch etwas ratlos.
Die Förderung ist aber so reizvoll, dass man eigentlich schon fast gezwungen ist was zu machen, da irgendwann die Ölheizung den Geist aufgibt. Und jetzt noch einmal die Ölheizung investieren macht irgendwie auch keinen Sinn.
Läuft die Förderung eigentlich dieses Jahr aus, oder wird es danach weiterhin eine Förderung geben?

Vielen Dank.

Gruss,
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Beitragvon energieprojekt » 31.08.2021 19:17 Uhr

Hallo Raoul, einiges hast du ja nun schon erkannt.
Es ist in der Tat so das die Hersteller ihre Anlagen als das beste überhaupt darstellen. Im Labor mögen die auch die angegebenen Werte erreichen aber eben nicht in der Realität (vergleichbar zum Verbrauch der Autos). Bei einem Austausche der Ölheizung gegen erneuerbare wird ja auch die sogenannte Umfeldmassnahme gefördert (sprich Wärmeverteilung).
Autarkie wirst du in unserer Region nicht, oder nur mit extrem hohen Aufwand, erreichen. Ob du dir dafür eine Heizungsanlage für Kosten im sechstelligen Bereich kaufen möchtest wo du momentan Kosten von ca 1700 € hast wage ich zu bezweifeln....
Gehe mit gesundem Menschenverstand an die Sache und du wirst zufrieden sein.
Der Heizungsbauer ums Eck muss nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner da die meist auch ihrem Lieferanten verpflichtet sind und dann siehe oben......
Gruß udo

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