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moonlight
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Beitragvon moonlight » 15.06.2011 23:39 Uhr

Hallo zusammen,

wir überlegen gerade eine neue DHH zu kaufen.
Leider ist die Ausrichtung West-Nord-Ost. Wobei natürlich der größte Teil der Wand inkl. Fenster Richtung Norden gerichtet ist.
Energetisch soll das ja nicht so gut sein. Kann mir jemand sagen, ob dies nur wenig oder doch viel ausmacht?
Zudem ist ein Energieverbrauchswert von 60,00 kWh/(m²*a) angegeben. Ist das ein realistischer Wert oder ist das zu niedrig angegeben worden? Ich habe gelesen, dass man bei Abweichung den Bauträger nicht verklagen kann.

Vielen Dank schonmal!
Grüße moonlightlady

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 16.06.2011 07:41 Uhr

moonlight hat geschrieben:wir überlegen gerade eine neue DHH zu kaufen.
Leider ist die Ausrichtung West-Nord-Ost. Wobei natürlich der größte Teil der Wand inkl. Fenster Richtung Norden gerichtet ist.
Energetisch soll das ja nicht so gut sein. Kann mir jemand sagen, ob dies nur wenig oder doch viel ausmacht?
Kommt auf die m2 und die Qualität der Fenster an. Solare Gewinne werden keine erwartbar sein. Jedoch wirst du im Hochsommer auch weniger Probleme mit Hitze haben.

moonlight hat geschrieben:Zudem ist ein Energieverbrauchswert von 60,00 kWh/(m²*a) angegeben. Ist das ein realistischer Wert oder ist das zu niedrig angegeben worden?
Ist dieser Wert der Wärmebedarf oder der Primärenergiebedarf pro m2. Für einen neubau ist dieser schon ziemlich hoch. Dürfte (Wenn es Primärenergiebedarf ist) mittlerweile die obere Grenze des erlaubten sein - also ein ziemlich schlechter Wert.

moonlight hat geschrieben:Ich habe gelesen, dass man bei Abweichung den Bauträger nicht verklagen kann.

Wüsste nicht wieso man einen Bauträger wegen nicht einhaltung von zugesagten eigenschften nicht verklagen dürfte.
Sinnvoll ist bei Bauträger eine Bauüberwachung damit man rechzeitig Mängel erkennen kann und diese auch nachgebessert wird bevor man seine Trumpfkarte - die Abschlagszahlungen - alle geleistet hat.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 16.06.2011 08:44 Uhr

Bei einem gut gedämmten Gebäude ist der Mehrverbrauch gering.
Bei einem KfW Effizienzhaus 70 mit einem Jahresprimärenergiebedarf von 60 kWh/m² pro Jahr sind die Voraussetzungen i.d.R. eher gut.
Es kommt aber grundsätzlich auf das Nutzerverhalten an, diesbezüglich sagt der Jahresprimärenergiefaktor nicht viel aus. Flasches Lüften, ineffizienter Betrieb der Heizungsanlage, besonders hoher Warmwasserverbrauch etc. wirken sich unterschiedlich stark auf den Energieverbrauch aus.
Vor dem Kauf der Immobilie sollte man sich sämtliche Unterlagen zum Gebäude wie Grundrisse, Zeichnungen, Lageplan, Energieausweise, Wärmeschutznachweis, Objektfotos, etc. aushändigen lassen. Dann vereinbart man einen Termin für eine Energieberatung bei der regional ansässigen Verbraucherzentrale und lässt von versierten Fachberatern eine neutrale, unabhängige Prüfung durchführen, siehe Linkliste.
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/li ... atung.html
Eine Beratung in den Räumlichkeiten der Verbraucherzentrale kostet 5 Euro (Stand Juni 2011), eine Beratung vor Ort ist gegen Entgelt auch möglich. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird übrigens vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Neben der Energiefrage ist natürlich der Standort des Objekt ein wichtiger Aspekt. Beispielsweise ist ein Passivhaus im ländlichen Bereich mit einer Fahrleistung von 25.000 km hin und zurück zur Arbeit nicht wirklich ökologisch. Aus wirtschaftlicher Sicht ist ein Mehrpreis für ein teureres Grundstück zu rechtfertigen, wenn der teilweise Verzicht auf das Auto dadurch möglich ist. Die jährlichen Aufwendungen für die Pkw-Nutzung kann man in dem Fall auch zur Tilgung der Grundstücksmehrkosten etc. einsetzen. Wie schön, wenn man viele Aktivitäten (Schule, Einkaufen, Arbeit, Kino, Theater etc.) fußläufig oder mit dem Fahrrad bzw. dem ÖPNV erreichen kann.

Da das Objekt zum Verkauf angeboten ist, sind natürlich individuelle architektonische Akzente schwer oder nicht umsetzbar. Bleibt also abzuwägen, ob man das Angebot zu dem Preis annehmen möchte oder ob man nicht für das gleiche Geld nach individueller Planung baut. Vielleicht ist dann doch eine solarausgerichtete Architektur möglich. Wenn es dann auch ein energiesparenderes Effizienzhaus 55 wird, dann sind hoffentlich alle Wünsche erfüllt.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 16.06.2011 13:43, insgesamt 3-mal geändert.
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
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Beitragvon roro » 16.06.2011 10:18 Uhr

Zudem ist ein Energieverbrauchswert von 60,00 kWh/(m²*a) angegeben. Ist das ein realistischer Wert oder ist das zu niedrig angegeben worden? Ich habe gelesen, dass man bei Abweichung den Bauträger nicht verklagen kann.


Was für ein Wert ist das?
Gibt es eine Heizlastberechnung?
Welche Art der Heizung und Wärmeübertragung wurde eingebaut?
moonlight
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Beitragvon moonlight » 16.06.2011 18:57 Uhr

Heizung ist eine Gasheizung und offiziell ein KFW 85 Haus mit eingebauter dezentralen Lüftung. Man kann es mittels Dreifachverglasung und Solarbrauchwasseranlage zum KFW 70 Haus machen. Man hat uns allerdings davon abgeraten, dass es unter Betrachtung Kosten momentan nicht lohnt. Worauf sich der Wert bezieht weiß ich leider nicht. Nur als Einschätzung haben wir jährliche Gaskosten inkl Warmwasser zwischen 600-1000€ genannt bekommen.

Nachdem wir heute aber mit einigen Freunden/Bekannten gesprochen haben sind wir nun sehr unsicher, ob es dies überhaupt werden kann, weil die DHH mit einer solchen Ausrichtung wohl schwer wiederverkäuflich ist.

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