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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
bullyx
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Beitragvon bullyx » 02.03.2010 15:22 Uhr

Hallo zusammen,

wir werden demnächst unser Haus bauen und sitzen gerade an den letzten Planungen für den Bauantrag. Warm haben wollen wir es mit Hilfe von Erdwärme. Uns wurde jetzt foglendes angeboten: entweder 12 Spiralkollektoren oder 2x65m Bohrungen. Mehrkosten der Bohrung gegenüber den Spiralkollektoren ca. 2500€.
Was würdet ihr empfehlen? Sind die 2500€ für die Bohrung gut angelegt?

Danke euch schon einmal für eure Antwort.

Viele Grüße,

Sven

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 02.03.2010 15:47 Uhr

Bei den Spiralkollektoren kann der Energieentzug über das Erdvolumen zu gering sein, dann kommt es zu Vereisungen. Das ergibt sich aus den engen Verlegeabständen der spiralförmig verlaufenden Soleleitung.
Im Gegensatz dazu steht bei der Bohrung oder bei einem weiträumig verlaufenden Erdkollektor ausreichend ummantelndes Erdvolumen für den Energieentzug zur Verfügung.
Bei richtiger Planung und optimaler Auslegung sollten beide Systeme (Spiralkollektor & Sonde) einwandfrei funktionieren.

Wie groß ist die nutzbare Gartenfläche und welche Heizlast soll abgedeckt werden?

Planungsleitfaden zur Nutzung von Erdwärmekollektoren
http://energie-effizientes-haus.de/Date ... ktoren.pdf

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon klausamsee » 02.03.2010 16:12 Uhr

Hallo Sven,

welchen Grund hat es, 2x65m zu bohren statt 1x130m? Gibt es bei euch irgendwelche Begrenzungen, scheut man sich vor den 250€ für die Bergbaugenehmigung oder kann die Firma nicht so tief bohren? Eine tiefe Bohrung ist immer viel effektiver als mehrere kurze.

Klaus
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Beitragvon Thomas Heufers » 02.03.2010 16:33 Uhr

Bei Erdsondenanlagen ist es häufig energieeffizienter, anstatt einer sehr tiefen Erdsonde zwei Sonden zu bohren. Damit sinkt der Kraftbedarf der Umwälzung ganz erheblich. Die Umwälzung mit ihrem Stromverbrauch beeinflusst in der Gesamtbetrachtung die Jahresarbeitszahl.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon roro » 02.03.2010 16:41 Uhr

Eine tiefe Bohrung ist immer viel effektiver als mehrere kurze.


Bild

Ab einer bestimmten Tiefe ist das nicht mehr richtig. Wenn es im Untergrund nicht bestimmte besondere Situationen gibt (Grundwasser, ...) dann können 2 kurze Bohrungen durchaus gleich gut oder sogar besser sein.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 02.03.2010 17:32 Uhr

Auch wichtig ist die Spreizung der Soleeintritts- und -austrittstemperatur, ein Differenzwert von 4° ist in der Regel optimal, nach unten hin nicht unter 2° nach oben hin nicht über 5° sind gute Erfahrungswerte.
Die höhere Temperaturdifferenz wirkt sich auch positiv auf den Energieverbrauch der Umwälzpumpe aus, ca. 10 % Einsparung sind möglich.

Gruß

Thomas Heufers


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Beitragvon machtnix » 02.03.2010 21:51 Uhr

Warum nimmst du nicht einfach die beste Wärmepumpe am Markt,eine Direktverdampfer-WP.
www.sofath.com

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Beitragvon klausamsee » 03.03.2010 07:52 Uhr

Natürlich ist es richtig, daß der Strömungswiderstand bei einer langen Sonde höher ist als bei zwei parallelgeschalteten kurzen, jedoch nimmt man bei der langen auch Schläuche mit mehr Durchmesser, dann gleicht sich das aus. Bei mir sinds 4x40mm in der Sonde, angefahren mit 2x50mm.
Bei uns ist es so, das ab 30m Grundwasser im Sandstein vorhanden ist, die ersten "oberen" 30m haben also eine deutlich geringere Entzugsleistung. Mir wollte eine Firma 3x60m bohren, effektiv hätte ich dann nur 90m mit ordentlicher Entzugsleistung gehabt. Die 190m-Bohrung hat jetzt auf 160m eine ordentliche Entzugsleistung.
Auch ist zu beachten, das bei den heutigen Briefmarkengrundstücken Mehrfachbohungen oft zu dicht gesetzt werden (müssen).
Aber es ist richtig, man darf das eigentlich nicht pauschal sagen, es hängt von den örtlichen Boden/Wasserverhältnissen ab. Wie ich aber schon feststellen musste, verkauft einem jede Bohrfirma genau das als das optimalste, was sie technisch kann. So konnte z.B. die Firma, die mir 3 Bohrungen setzen wollte, nur 100m tief bohren.

Klaus
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Beitragvon wiesenthaler » 03.03.2010 19:56 Uhr

Wir haben das Glück, dass bei uns schon ab ca. 6 Meter unter GOK homogenes Felsgestein (Porphyr) vorhanden ist, insofern haben wir bei 2x 80 Meter Sonden 148 Meter mit vorzüglichen Entzugswerten. Da hätte sich die tiefere Bohrung aufgrund der höheren Kosten nicht gerechnet. Sole aktuell bei 5,6°C im Eingang und das nach dem strengen Winter :lol:

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