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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Ökologie...hin oder her...das ist nicht die Frage...wie oft soll ich es noch sagen...ich bin voll und ganz auf der Seite, daß man gegen den ökologischen Supergau was tun muß...keine Frage...
Ich wehre mich nur vehement dagegen, daß in der Solarwerbung der Eindruck vermittelt wird, daß man mit einer Trinkwasser-Solaranlage jede Menge Geld sparen könnte...und nur in zweiter Linie die Umwelt schützen könnte...diese Reihenfolge wird von der Solarwerbung aus Verkaufsstrategischen Gründen bewußt verdreht...ich habe darüber zwei Aktenordner voll mit Solarwerbung...
Und mindestens jeder 2 potentielle Solarkunde geht davon aus, daß er eine Menge Geld mit einer Solaranlage sparen könnte...gerade kürzlich habe ich in der Nachbarschaft noch jemanden darüber aufgeklärt, der erst durch meine Homepage richtig aufgeklärt wurde und ersteinmal Abstand davon genommen hat...
Man sollte lieber die Weiterentwicklung der Solartechnik fördern als den Kauf von Solaranlagen der heutigen Generation zu fördern...

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Tja wenn mann Ihre Aussagen so liest da fragt man sich doch als Heizungsbauer so einiges..
Ihre These stützt sich auf die mangelnde Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage, was durchaus so zu interpretieren ist, wenn man den ökologischen Aspekt mal aussen vor lässt.
Allerdings dürfte man dann auch keine Häuser bauen, keine Autos über 50 PS fahren , keine neueren Computer oder Software kaufen (die alte tuts doch auch wenn wir ehrlich sind)diese Liste liesse sich wohl endlos fortsetzen...
Wann lohnt eine 40.000.- DM Einbauküche oder eine Wandheizung?oder ein Haus? Ich kann das Geld doch anlegen verdiene ich viel mehr und überhaupt was schert mich die Umwelt....
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Spitzfaden,
bei einer Einbauküche und bei einem Computer und bei einem Auto wird nicht konkret damit geworben, daß man 60% der Energie einsparen könnte...was allerdings bei einer Solaranlage der Fall ist bzw. zumindest suggeriert wird...8 von 10 potentiellen Solar-Kunden glauben, man könne mit einer Solaranlage 60% der Energie einsparen...

Das ist der Grund, warum ich so vehement gegen das dauernde "Schönreden" der Solarbranche vorgehe...
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

<b>Hallo,</b> <br>
in der Tat ist es so - zumindest nach meiner bescheidenen Erfahrung zu urteilen - das intensiv mit einer Energieeinsparung und damit Kostenersparnis bei solarthermischen Anlagen geworben wird. Auch ich habe den Eindruck, dass der Laie sehr schnell überfordert ist, die unterschiedlichen Aussagen richtig zu deuten. Ich habe durchaus das Gefühl, dass hier mehr oder weniger bewusst Unklarheiten quasi „gepflegt“ werden – leider! Vielleicht dies aus Bequemlichkeit, aus Unwissenheit, oder aus verkaufsstrategischer Sicht? Zumal das eigentlich gar nicht nötig ist! Wenn nämlich – so meine Meinung – der potentielle Kunde in einem wirklich ehrlich geführten beratenden Gespräch über die Vorteile für die Natur und auch die Nachteile (es kostet Geld und ein geldwertes amortisieren ... na ja, wohl eher nicht im Eigenheimbereich) aufgeklärt wird, habe ich keine Angst das es zu Absatzschwierigkeiten kommt. Eher im Gegenteil! Der Kunde nimmt ganz bewusst doch auch Nachteile in Kauf, eben für einen ökologischen Vorteil. Ähnlich wie naturbelassene Baustoffe statt Kunststoff, oder ökologische Farben u.s.w., was ja bekanntlich auch ein mehr an Geld kostet... <br>Während meiner Tätigkeit als Schornsteinfeger führe ich oft Kundengespräche und da ich (so denke ich) bei meiner Kundschaft durchaus auch als Fachmann für energetische Fragen betrachtet werde (ich bin „nebenher“ Gebäudeenergieberater), werde ich sehr oft auch mit energetischen und speziell auch „solarthermischen“ Fragen konfrontiert. Meine Erfahrung ist, dass der überwiegende Teil der Kundschaft tatsächlich der Meinung ist, mit einer Solaranlage Geld (und nicht CO2!!!) einsparen zu können. Besonders intensiv ist mir ein junger Mann (Mitte 20) in Erinnerung. Er hatte eine älteres Bauernhaus erworben und war beim Um- und Ausbau und sagte wortwörtlich: „Herr Kuntke, ich wäre doch dumm wenn ich keine Solaranlage bauen würde. <b>Billiger</b> kann man doch nicht zu warmen Wasser kommen!“ Das Haus steht mit dem First in Süd-Nord-Ausrichtung ... <br> Er zeigte mir zur Bestätigung seiner Aussage ein „Hochglanzprospekte“ (hatte er von seiner Heizungsbaufirma bekommen) mit einer Beispielrechnung, jedoch mit Standort Freiburg/Breisgau (und nicht Freiberg/Sachsen *g*) und einem fiktiven Trinkwarmwasserverbrauch von 90 Litern pro Tag und Person!!!

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Kuntke, Bezirksschornsteinfegermeister in Meißen

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