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Sonnenbausteine der Stadtwerke München

Die M-Solar Sonnenbausteine der Stadtwerke München sind ein echter Verkaufsschlager, denn nach nur 56 Stunden war die erste Tranche der M-Solar Sonnenbausteine für das Projekt Perlach im März 2020 ausverkauft. Die Stadtwerke München treiben damit die regionale Energiewende ein großes Stück voran. Mit insgesamt 120.000 Euro wurde in der Zwischenzeit schon die erste Photovoltaikanlage errichtet. Damit gibt es insgesamt bereits drei Solarprojekte.

Die Stadtwerke München haben mit den Sonnenbausteinen ein Projekt aufgelegt, PV-Anlagen über Bürger­beteiligung zu finanzieren. Die ­Resonanz ist überwältigend. Bild: SWM

Das Ganze ist eine Ausbauoffensive Erneuerbare Energien, die auf das Ziel hinsteuert, bis 2025 so viel Ökostrom in eigenen Anlagen zu produzieren, wie ganz München benötigt. Das ist das hochgesteckte Ziel der Stadtwerke München. Tatsache ist, dass immer mehr Bürger aktiv werden wollen und für eine nachhaltige Zukunft kämpfen. Daher verfolgen die Stadtwerke hier mit der Unternehmenseinheit „Dezentrale Energielösungen“ schon seit 2006 das Ziel, allen Bürgern und Unternehmen die Teilnahme an der Energiewende möglich zu machen. Zu diesem Zweck werden beispielsweise Solaranlagen im Komplettpaket angeboten, also Photovoltaik-(PV)-module, Batteriespeicher, Energiemanagementsystem und Wallbox zum Laden von Elektroautos. Leider ist es so, dass die meisten Bürger in München kein eigenes Dach besitzen, und aufgrund dessen entstand die Geschäftsmodell-Idee der „M-Solar Sonnenbausteine“.

Unter dem Motto „Allein war gestern – Energiewende funktioniert gemeinsam“ sollen hier möglichst viele Menschen angesprochen werden. Auf diesem Weg treiben die Münchner Bürger gemeinsam mit den Eigentümern von Dachflächen die regionale Energiewende vor Ort voran. Das Prinzip hinter dem Projekt funktioniert ganz einfach: Einzelne Photovoltaikanlagen können durch Sonnenbausteine in Höhe von 500 bis 5000 Euro im Rahmen eines qualifizierten Nachrangdarlehens finanziell unterstützt und so realisiert werden.

Die Sonnenbausteine gingen bereits 2019 an den Start und bisher wurden auf diesem Weg bereits drei Projekte in München umgesetzt: Perlach, Trudering und Perlach II. Beim ersten Projekt betrug das Investitionsvolumen 120.000 Euro und es konnten insgesamt 240 Sonnenbausteine erworben werden. Die Anlage hat jetzt eine Größe von 91,2 kWp. Die weiteren Projekte in Trudering und Perlach II haben insgesamt ein Investitionsvolumen von 160.000 Euro und waren bereits nach 38 Minuten ausverkauft. Dabei konnten insgesamt maximal 320 Sonnenbausteine erworben werden. Die beiden Anlagen haben eine Größe von 95,2 kW<sub>p</sub> und 43,52 kW<sub>p</sub>.

Die erste Anlage in Perlach ging bereits im Sommer 2020 in Betrieb, die beiden anderen PV-Anlagen befinden sich in der Bauphase. Und die Sonnenbausteine sind ein echter Renner, es befinden sich aktuell 1.000 interessierte Bürger Münchens auf der Warteliste für die nächsten Sonnenbaustein-Projekte. Daher werden derzeit auch neue geeignete Dachflächen mit einer Größe ab 600 m² für weitere Projekte gesucht.

Die Eueco GmbH agiert bei diesen Projekten als Anlagevermittlerin und Betreiberin der Internet-Dienstleistungsplattform. Über dieses Unternehmen laufen die Umsetzung und die Abwicklung der Sonnenbausteine. Die Eueco GmbH ist ein auf Bürgerbeteiligung spezialisiertes Münchner Unternehmen, welches sich aktiv für die Energiewende einsetzt und beispielsweise digitale Bürgerfinanzierungen für Stadtwerke, Genossenschaften und Kommunen ermöglicht.

Bei den Projekten der M-Solar Sonnenbausteine kann der Standort der neuen PV-Anlage und die Anzahl der Sonnenbausteine frei gewählt werden. Die Stadtwerke selbst realisieren nach der Finanzierung die PV-Anlage. Der Bürger zahlt für seine Menge an Bausteinen einen einmaligen Betrag in Form eines qualifizierten Nachrangdarlehens und erhält dafür einen jährlichen Zinssatz. Er erhält zudem die Möglichkeit, regionalen Ökostrom zu beziehen, der auch mit Hilfe der zuvor realisierten Sonnenbausteine produziert wird.

Das hier vorgestellte Geschäftsmodell M-Solar Sonnenbausteine kombiniert das Regionalstromkonzept des Umweltbundesamts (UBA) mit einer personalisierten Bürgerbeteiligung. Über Regionalnachweise des UBA wird hier für den Nachweis der Regionalität gesorgt. So wird mit jeder produzierten kWh Solarstrom ein Regionalnachweis generiert, der entlang der Stromlieferkette an den Kunden weitergegeben und entwertet wird. Damit diese Regionalität auch gegeben ist, müssen sich die Sonnenbausteine-Anlagen und die Sonnenstrom-Kunden in einem Umkreis von 50 km befinden. Diese Kombination des Geschäftsmodells gibt es deutschlandweit bisher nur in München. Den Kunden ist es ebenfalls möglich, ihren Beitrag zur Energiewende per SWM more App mitzuerleben und immer in Echtzeit zu sehen, welchen Beitrag ihre Sonnenbausteine gerade liefern.

Für die PV-Anlagen selbst werden ungenutzte Flächen im urbanen Umfeld genutzt. Und das Beste: Mit jedem neu installierten Sonnenbaustein steigt der Grünstromanteil im Münchner Energiemix weiter und der regionale CO<sub>2</sub>-Fußabdruck wird reduziert. Dadurch, dass die Bürger hier aktiv teilnehmen, steigt natürlich auch die Akzeptanz der Energiewende. Bei diesem Geschäftsmodell profitieren quasi alle.

Das sehen auch andere so, denn die M-Solar Sonnenbausteine wurden mit dem Innovationspreis der Energiebranche, dem smarter E Award 2020 prämiert. Gelobt wurde die Beteiligung der Bürger an lokalen Erneuerbare-Energien-Projekten, um gemeinschaftlich den Ökostromanteil im lokalen Energiemix zu erhöhen und so aktiv zum Klimaschutz in der Stadt beizutragen.

www.swm.de/sonnenbausteine