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Forderungen an Bund und Länder

Es gibt ein neues Grundsatzpapier von der Vereinigung deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) und vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Das Schriftstück trägt den Namen „Demografischer Wandel“ und enthält unter anderem konkrete Forderungen an die Politik, wie aus den Bereichen Organisation, Fördergeldverteilung und Praxisorientierung. Die Verbände gestalten hiermit einen Aufruf an Bund und Länder, das angesprochene Thema als gesamtgesellschaftliche Kernaufgabe zu betrachten und auch danach zu handeln.

Darf auch oder gerade in Corona-Zeiten nicht in Vergessenheit geraten: der demografische Wandel. VDS und ZVSHK haben ein Grundsatzpapier zu dem gesamtgesellschaftlichen Thema veröffentlicht. (Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft)

Vor allen Dingen für die Betroffenen sollte rasch und unbürokratisch gehandelt werden. Denn nur auf diesem Weg können Bäder barrierefrei und gleichzeitig pflegegerecht werden. Die Badezimmer allein auf den zu Pflegenden auszurichten, reiche längst nicht mehr. Andreas Dornbracht als VDS-Vorsitzender und ZVSHK-Präsident Michael Hilpert äußern sich in der Präambel: „Die Bedürfnisse des Pflegenden müssen ebenso Berücksichtigung finden.“

Weiterhin heißt es, dass die Sanitärbranche beim Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess in vielfältiger Weise aktiv mitwirken könne. Außerdem vertreten die Verbände die Ansicht, dass eine zentrale Verantwortung für die Immobilien-Komponente auf Bundesebene künftig in einem möglichst autonomen Bauministerium etabliert sein sollte und ein für Demografie-Fragen zuständiger Staatssekretär sich mit den Themen auseinandersetzen sollte. Weiterhin sollten Beratungsangebote noch sichtbarer dargestellt werden und die Vernetzung muss so ausgebaut werden, dass vorhandene Lücken geschlossen werden. Möglich wäre hier die Integration der Initiative Aktion Barrierefreies Bad als Schnittstelle zwischen Bauherren und Sanitärbranche.

Außerdem wird im Grundsatzpapier gefordert, die staatlichen Förderungen der steigenden Bedeutung des Themas anzupassen. Zu diesem Thema wurden eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes im Zusatzprogramm „Wohnen“ des Mikrozensus 2018 und eine Jahresbilanz 2018 der staatlichen Förderbank KfW ausgewertet - beide verdeutlichten die Wichtigkeit des Themas und erfordern eine Verschiebung bzw. gezieltere Streuung der Mittel. Hier sind zum Beispiel mehr Gelder für die direkte Bezuschussung von barrierefreien Umbauten von Sanitärräumen gefragt. Weiterhin heißt es: „Die Praxis des meist haushaltspolitisch motivierten Stoppens und nach geraumer Zeit wieder Anschiebens des Förderprogramms ‚Altersgerecht Umbauen‘ ist zu beenden. Sie wirkt als reale Investitionsbremse.“

Außerdem sollte der Bund in für die Sanitärwirtschaft relevanten Themenbereichen Vertreter bzw. Meinungen der Branche noch mehr als bisher berücksichtigen. Auch sollte die Praxisorientierung wachsen, indem Fachleute eingebunden und Betroffene befragt werden. Dieser Punkt ist besonders für die Entwicklung und die Überarbeitung von KfW-Förderbausteinen zum Sanitärbereich wichtig.

Im Grundsatzpapier enthalten ist ebenso ein Exkurs zu den Rahmenbedingungen. Hierzu sind folgende vier Themenbereiche enthalten:

  • „Demografischer Wandel“
  • „Altersgerechte Wohnungen“
  • „Barrierefreie bzw. -reduzierte Bäder“
  • „Pflegegerechte Bäder“

Enthalten ist eine unumstößliche Faktenlage. Besonders in Corona-Zeiten sind das Themen, die man nicht vergessen darf. Sinn des Papiers ist auch, dass der demografische Wandel und die damit verbundenen Dringlichkeiten bei den Verantwortlichen bis ins statistische Detail (wieder) präsent würden. Darüber hinaus sollte das Grundsatzpapier nicht nur an die Politik gehen, sondern eine breite Leserschaft ist gefragt. Das Grundsatzpapier steht als pdf-Datei auf der VDS-Homepage zur Verfügung.

www.sanitärwirtschaft.de

www.zvshk.de