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Leitungswasserschäden – Kosten für die Versicherungen

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland für die Versicherer viel zu regulieren. Die Wohngebäudeversicherer zählten sagenhafte 1,1 Mio. Leitungswasserschäden, deren Kosten sich auf eine Summe von 3,1 Mrd. Euro beliefen. Das ist enorm. Der einzelne Schaden kostete mit 2.881 Euro etwa 7 % mehr als vorher. Dazu kamen außerdem noch 280 Mio. Euro Schäden in der Hausratversicherung. Unterm Strich bedeuten diese Zahlen, dass Leitungswasserschäden 2019 so teuer wie nie zuvor waren.

Hochburg der Leitungswasserschäden war erneut Köln. Hier betrug der Indexwert für Leitungswasserschäden 204 und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (100). Diese Zahlen stammen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zu den Ursachen der vielen Schäden sagt der GDV, dass am häufigsten Installations- und Montagefehler vorlagen. Für 25 Prozent der Schäden waren mangelhafte Rohrverbindungen und kaputte oder falsche Dichtungen verantwortlich. Ungefähr 10 Prozent der Schäden waren auf flexible Schläuche zurückzuführen.

Die Schadenzahlen machen außerdem ein regionales Gefälle deutlich. In westlichen Städten, wie Krefeld, Karlsruhe oder Mannheim wurden überdurchschnittlich viele Leitungswasserschäden gezählt. Im Osten des Landes gab es deutlich weniger Schäden, alle Stadt- und Landkreise lagen unter dem Bundesdurchschnitt. „Nach der Wiedervereinigung sind in Ostdeutschland viele Gebäude saniert worden. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum die Schäden im Westen erheblich häufiger sind als im Osten“, sagt Oliver Hauner, Leiter der Abteilung Sach- und Technische Versicherung im GDV.

Eine Statistik zeigt, dass von 2002 bis 2019 die Gebäudeversicherungen für alle versicherten Gefahren – dazu gehören Sturm/Hagel, Feuer, Leitungswasser und weitere Naturgefahren - insgesamt 77 Mrd. Euro zahlen mussten. Die Hälfte davon, eine Summe von rund 38 Mrd. Euro, entfiel auf Leitungswasserschäden.

Für die Berechnung des Schadenindex hat der GDV die Leitungswasserschäden pro Landkreis ermittelt. Die Basis bildet der Schadensatz, der das Verhältnis des Schadenaufwandes zur Versicherungssumme ist. Bei größeren Städten wurden die Berechnungen des für die Versicherer unverbindlichen Index noch feiner durchgeführt. Zu Grunde gelegt wurden die Leitungswasserschäden der Jahre 2007-2016. Im Ergebnis ist festzustellen, dass der Schadenindex erheblich schwankt, sogar in Städten und zwischen benachbarten Kreisen.