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Mehrfamilien-Sonnenhaus

In Regensburg entstand ein Mehrfamilien-Sonnenhaus mit insgesamt fünf Mietwohnungen. Dieses Haus ist nun bezugsfertig und besitzt eine Solarwärmeanlage, die mehr als 50 % des Heizenergiebedarfs abdeckt. Derartige Häuser, die mit ihren großen Solarthermieanlagen die Wohneinheiten heizen, stehen auch in Chemnitz und in Osnabrück.

Beim Mehrfamilien-Sonnenhaus in Regensburg ersetzen die Großflächenkollektoren die Dachziegel. Bild: Lebensraum³

Das neue Gebäudeenergiegesetz ist bereits seit dem 1. November 2020 in Kraft. Das Gesetz und die eingeführte CO<sub>2</sub>-Bepreisung für fossile Brennstoffe sollen nun dazu beitragen, dass in der Energieversorgung von Gebäuden weniger klimaschädliche Treibhausgase produziert werden. Das funktioniert tatsächlich, denn das Mehrfamilienhaus in Regensburg zeigt eindrucksvoll, wie es aussehen kann. Das Haus gehört Martin Bauer und seiner Tante Ursula. Die beiden haben sich für ein Sonnenhaus [www.sonnenhaus-institut.de] mit einer Solarthermieanlage entschieden. Das Ergebnis sind niedrige und planbare Heizkosten, wovon jetzt die Mieter profitieren.

Insgesamt wurden hier 40 m<sup>2</sup> Solarkollektoren installiert. Die produzierte Solarwärme, die gerade nicht für das Heizen gebraucht wird, wird in einem Wärmespeicher mit 9.400 Liter Fassungsvermögen zwischengespeichert. Das Haus hat fünf Wohnungen mit insgesamt 290 m<sup>2</sup> Wohnfläche, ist ein KfW-Standard Effizienzhaus 55 und hat einen Endenergiebedarf laut Energiepass von 22,2 kWh/ (m<sup>2</sup> · a). Martin Bauer: „Solarwärmeanlagen haben ein großes Potenzial zur Einsparung von CO<sub>2</sub>-Emissionen und knapper werdenden Ressourcen wie Öl und Gas. Je größer die Solarthermieanlage, desto höher sind die Energiekosteneinsparungen und der Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb haben wir uns für ein Sonnenhaus entschieden.“

Das Sonnenhaus in Regensburg ist kein Einzelfall, denn laut Bundesverband Solarwirtschaft gibt es rund 2,4 Mio. installierte Solarwärmeanlagen in Deutschland, wovon die meisten auf Häusern installiert sind. Es gibt über 2000 als Sonnenhäuser deklarierte Gebäude, d.h. ihr Wärmebedarf für die Raumheizung und Warmwasserbereitung wird zu mindestens der Hälfte solar gedeckt. Seit dem Jahr 2014 sind auch Sonnenhäuser mit einer großen Photovoltaikanlage und einer solarstromgeregelten Wärmepumpe möglich. Das klassische Sonnenhaus-Konzept sieht aber eine Versorgung mit Solarthermie vor. Sonnenhäuser können Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Geschosswohnungsbauten sein-

Das derzeit größte Sonnenhaus in Deutschland entsteht in Chemnitz. Seit November letzten Jahres baut die FASA AG am „Solardomizil III“. Hier sollen 24 Wohnungen, die zur Hälfte mit einer großen fassadenintegrierten Solarthermieanlage (340 m<sup>2</sup> Solarkollektoren) beheizt werden, entstehen. René Krauß ist der Bau- und Projektberater bei der FASA AG und er sagt: „Mit unserem Konzept und der Solararchitektur fokussieren wir uns auf den Wärmesektor, da dieser mit über 80 % den Hauptanteil des Energiebedarfs in Wohngebäuden einnimmt. Außerdem ist Solarwärme im Gegensatz zu Strom gut, langfristig und nachhaltig im einfachen Medium Wasser speicherbar.“

Auch ein Mehrfamilien-Sonnenhaus steht in Osnabrück. Das Gebäude hat zehn Wohnungen, wird überwiegend mit Solarenergie beheizt, besitzt rund 900 m<sup>2</sup> Wohnfläche und ist in Massivbauweise errichtet worden. Die Solarkollektorfläche beträgt hier 140 m<sup>2</sup>. Nachgeheizt wird, wie übrigens in Regensburg auch, mit Erdgas. Das Haus in Osnabrück ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Sonnenhaus-Konzept auch in herkömmlicher Architektur zum Einsatz kommen kann. Viele weitere Informationen gibt es hier: www.sonnenhaus-institut.de