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Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen

Die Wirtschaft leidet unter Corona – so viel steht fest. Aber der Staat und die Regierung tun viel, damit dieses Leid nicht allzu groß wird. Ist ein Unternehmen durch Corona geschädigt, dann steht vielleicht schon bald ein neues Sanierungs-Instrument zur Verfügung, nämlich der so genannte „Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen“ (SRR).

Damit soll es Unternehmen ermöglicht werden, sich nachhaltig restrukturieren zu können, und zwar ohne ein Insolvenzverfahren. 

Möchte ein Unternehmen den SRR nutzen, dann ist es nicht notwendig, dass die Geschäftsführung einen Antrag stellt. Wird der Prozess begonnen, dann wird das lediglich dem zuständigen Gericht angezeigt. Das Gericht bestellt auch keinen Insolvenzverwalter oder Sachwalter mehr. Burkhard Jung, Geschäftsführer der Restrukturierungspartner und Experte für Sanierungsberatungen, sagt: „Lediglich in Ausnahmefällen muss ein so genannter Restrukturierungsbeauftragter eingesetzt werden. Dieser hat dann aber nur noch überwachende Funktion.“

Wichtig ist aber, dass Unternehmen, die den SRR nutzen, ausdrücklich nicht insolvent sind. Sie können aber Sanierungsinstrumente nutzen, die zuvor nur in Insolvenzverfahren zur Verfügung standen. Jung sagt: „Zum Beispiel sind die Unternehmen für die Dauer des Sanierungsprozesses vor Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger geschützt. Zudem wird es möglich sein, unter Aufsicht des Gerichts schädliche Verträge kurzfristig zu beenden.“

Während des ganzen Prozesses der SRR-Phase bleibt die ursprüngliche Geschäftsführung verantwortlich. Es wird dann zusammen mit den Gläubigern ein Restrukturierungsplan entworfen, der dann die gesetzlich vorgegebene Grundlage der operativen und finanziellen Sanierung darstellt. Nutzen kann den SRR diejenigen Unternehmen, die noch nicht zahlungsunfähig ist. Sollte schon eine Insolvenz vorliegen, dann muss weiterhin ein Insolvenzantrag gestellt werden. Hier ist es aber gut zu wissen, dass die Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung noch bis Jahresende ausgesetzt ist.

Der Plan der Bundesregierung sieht so aus, den SRR am 1. Januar 2021 in Kraft zu setzen. Weitere Informationen gibt es hier: www.restrukturierungspartner.com