Zum Inhalt springen

Strahlpumpen-Technologie in Klinik

Im Landeskrankenhaus Hollabrunn ist neue Technik eingezogen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Wien, das die Grundversorgung von ca. 50.000 Menschen sicherstellt, hatte eine überalterte Wärmeversorgung aus dem Jahr 1991.

2015/2016 wurde dann hier modernisiert und auf Fernwärme umgestellt. Im gleichen Zug wurde ebenso die Technik der Heizungs- und Lüftungsanlage erneuert. Wo vorher 42 Umwälzpumpen ihren Dienst taten, hat eine Hauptpumpe die Aufgabe des Vordrucks übernommen und mittels geregelter Strahlpumpen erfolgt eine Verteilung der Wärme über die Heizungsverteiler. Für diese nun installierte Strahlpumpen-Technologie in der Gebäudetechnik sprechen in erster Linie die Kostenersparnis bei Investitionen und Betriebskosten und dazu der schonende Umgang mit Ressourcen

Doch was genau sind Strahlpumpen? Im Grunde vereinen Strahlpumpen verschiedene Funktionen von Einzelkomponenten miteinander:
•    sie sorgen für die Umwälzung im Verbraucherkreis
•    sie passen den Volumenstrom an den erforderlichen Wärmebedarf an
•    sie regeln die Heizkreis-Temperatur
•    sie gleichen Differenzdruckschwankungen am Verteiler aus

Strahlpumpen sind im Grunde auch gleichzeitig wartungsarme Regelventile. Beim Umbau der Technik in der Klinik ließen sich somit auch die Regelung und die Gebäudeleittechnik entsprechend reduzieren. Es entfielen beispielsweise: zahlreiche Umwälzpumpen samt Elektroinstallation, Regelventile, Rückschlagklappen und Differenzdruckregler. Jetzt gibt es pro Heizkreis nur noch zwei Datenpunkte - einmal die Ansteuerung der Strahlpumpe und einmal die Regelung der Vorlauftemperatur. Zum Vergleich: Mit separater Umwälzpumpe waren es vorher acht Datenpunkte pro Heizkreis. Auch das Innenleben der Schaltschränke wurde viel übersichtlicher und der Wartungsaufwand konnte deutlich minimiert werden.

Der wohl größte Gewinn der Aktion war die Einsparung von Energie. Der Energieversorger berechnete die Verbrauchswerte pro Heizungsperiode und kam auf einen um 20 kW geringeren Stromverbrauch bei der Grundlast in den Wintermonaten seitdem die vielen Umwälzpumpen nicht mehr liefen. Damit sanken die Stromkosten und die gesamte Wärmeversorgung wurde deutlich umweltfreundlicher. Für eine Heizperiode wurden auf diesem Weg 120.000 kWh Strom eingespart. Das wiederum bedeutete einen um 64 Tonnen reduzierten CO2-Ausstoß. Die Klinik konnte also neben dem großen Dienst für den Umweltschutz auch noch enorme Kosten sparen. Darüber hinaus kamen noch die Einsparungen durch gesunkene Instandhaltungskosten und die Ersparnis bei den Investitionskosten im Vergleich zu herkömmlicher Heizungstechnik dazu. Insgesamt war das Ganze also eine gelungene und rentable Investition.

Das Prinzip der Strahlpumpen-Technologie sieht im Grunde so aus, dass die Verteilung und Dosierung von Heizungswasser in Dutzenden Heizkreisen mit nur einer elektrischen Pumpe sichergestellt werden kann. Die Strahlpumpen nutzen die Strömungsenergie des Wassers, um den Rücklauf anzusaugen, dem Vorlauf beizumischen und die Zirkulation durch den Verbraucher sicherzustellen. Demzufolge bleibt die kinetische Energie von Wasser erhalten, im Gegensatz zu herkömmlichen Dreiwegeventilen.