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Weiterhin fossile Energiequellen

Tatsache ist: Traditionelle Energieversorger hängen weiterhin an fossilen Quellen. Das hat eine Studie der Oxford University jetzt ergeben. Das erschreckende Fazit ist eine beunruhigende Kluft zwischen den notwendigen und tatsächlichen Veränderungen im Energiesektor.

Bild: Pixabay - Foto-Rabe

Untersucht wurden die Aktivitäten von 3.000 Energieversorgern in der ganzen Welt. Die Branche scheint insgesamt sehr träge, denn die meisten Unternehmen halten an ihren konventionellen Geschäftsmodellen fest.

Die Autorin der Studie, Galina Alova, fasst die Ergebnisse treffend zusammen: „Obwohl einzelne Energieversorger kräftig in Erneuerbare Energien investieren, vollzieht der Sektor insgesamt den Übergang zu sauberer Energie nur langsam oder gar nicht.“

Das war das erste Mal überhaupt, dass die Strategien und Investments von stromversorgungsunternehmen weltweit betrachtet wurden. Im Zuge der Untersuchungen haben die beteiligten Forscher auf maschinelle Weise die Aktivitäten der Unternehmen im Laufe der letzten zwanzig Jahre ausgewertet. Nur etwa zehn Prozent der Unternehmen bauen demnach ihre Kapazitäten in Erneuerbaren Energien schneller aus als ihre Gas- oder Kohle – Kapazitäten. Es finden auch weiterhin Investitionen in fossile Brennstoffe statt, wenn auch langsamer.

Fakt ist ebenso, dass 75 Prozent der Versorgungsunternehmen ihre Portfolios gar nicht erweitert haben. Übrig bleiben 25 Prozent, von denen etwa die Hälfte dem Ausbau von Gaskraftwerken den Vorrang gab. Einige erweiterten ihre Kohlekapazitäten und nur ein kleiner Rest bevorzugte die Erneuerbaren Energien. Fakt ist aber auch, dass der Großteil der letzteren Gruppe gleichzeitig ihr Portfolio an fossilen Brennstoffen erweiterte. Insgesamt fällt also auf, dass die weltweite Energiewirtschaft in diesem Bereich mehr als träge arbeitet.   

Eigentlich gibt es weltweit eine Einigung darüber, dass ab dem Jahr 2050 das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden soll. Die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels sollen damit minimiert werden. Wird nun aber nicht komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet, dann ist das gar nicht möglich. Das steht nun aber im krassen Gegensatz zu den Studienergebnissen und zur Tatsache, dass die Energieversorger an ihren konventionellen, von fossilen Brennstoffen dominierten Aktivitäten festhalten. Die unabhängigen Stromerzeuger schreiten immer weiter voran bei der Entwicklung Erneuerbarer Energien, die traditionellen Versorgungsunternehmen dagegen, hinken konsequent hinterher. Die Autorin der Studie, Galina Alova, warnt: „Unternehmen, die weiter in Fossile investieren, riskieren gestrandete Vermögenswerte und untergraben die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels.“