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Die armen Länder machen sich stark

Der Klimawandel ist in aller Munde und es gibt auf der Erde Länder, die ganz besonders darunter leiden. Dazu gehören Länder in Afrika, Asien, in der Karibik und in der Südsee. Insgesamt sind es 48 Staaten, die jetzt eine Initiative auf dem Klimagipfel in Marrakesch gestartet haben: Sie wollen nämlich ein festes Datum für den Umstieg auf Erneuerbare Energien festlegen und raus aus der Kohle.

 

Es sind vor allem arme Länder, die unter den Bedingungen leiden und nun ein Zeichen setzen wollen. Sie wollen aus Kohle, Öl und Gas aussteigen, und zwar so schnell es geht. Zu diesem Zweck brachten sie gemeinsam eine Erklärung mit dem Namen „Marrakesch-Vision“ hervor, die am Rande des Klimagipfels in Marokko zum Beispiel von Marokko selbst, von Kambodscha, dem Sudan und der pazifische Inselrepublik Kiribati unterzeichnet wurde.  

Inhalte der Marrakesch-Vision

Die Länder greifen in ihrem Schreiben die Vereinbarungen des Pariser Klimavertrags auf und setzen sich für folgende Punkte ein:
• Die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius oder weniger zu begrenzen.
• Eine kohlenstoffneutral funktionierende komplette Weltwirtschaft bis in die 2050er Jahre.

Viele der Staaten, die sich an der Initiative beteiligen gehören der Koalition besonders betroffener Länder an. Sie haben große Ziele und sind bereit, auch viel für deren Erreichen zu tun. So wollen sie kompromissfrei 100 Prozent ihrer einheimischen Energieproduktion aus den Erneuerbaren Energien decken. Außerdem setzen sie sich gegen Energiearmut ein und gehen für den aktiven Schutz ihrer Wasser- und Nahrungsversorgung vor. Was auch interessant ist, ist die Tatsache, dass an der Initiative keine  Industriestaaten beteiligt sin.

Was sagt Deutschland zur Marrakesch-Vision?

Irgendwie klingt die ganze Vereinbarung wie ein Hilferuf, aber auch wie eine Anklage gegen die Industriestaaten. Die Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion für Klimapolitik, Annalena Baerbock, setzt sich dafür ein, dass man auf diese Initiative hört und sagt: „Es reicht nicht, wenn Bundesumweltministerin Barbara Hendricks anderen Ländern, wie beispielsweise Marokko, empfiehlt, keine neuen Kohlekraftwerke zu bauen. Solche Ansagen müssen sich dann auch im deutschen Klimaschutzplan wiederfinden!"

Die armen Länder liegen mit ihren Forderungen auch deutlich vor anderen Staaten. Der Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, hat eine eindeutige Meinung und sagt: „Es ist ein Armutszeugnis, dass Deutschland beim Kohleausstieg inzwischen von immer mehr Ländern überholt wird. Die Bundesregierung darf diese wichtige Entscheidung nicht länger verschleppen, sie muss jetzt einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2030 umsetzen."

Und wie sieht es mit den deutschen Plänen aus?

Auch Deutschland hat große Ziele, die erreicht werden sollen. Dazu gehören:
•    Die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent.
Allerdings kann man hierbei noch nicht von einem Gesetz reden. Eines ist aber klar, nämlich, dass der Kohleausstieg auch in Deutschland kommen wird. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth als Vertreter der deutschen Regierung in Marrakesch sagt zum Thema: „Dass wir das am Ende machen, daran kann doch überhaupt kein Zweifel bestehen. Und vielleicht müssen wir das ein bisschen schneller machen, als der ein oder andere denkt." In Deutschland sind die Wege eben etwas länger.