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Welche Wärmepumpe ist geeignet?

Welche Wärmepumpe ist denn für mein Vorhaben am geeignetsten? Soll man sich für eine Wärmepumpe entscheiden, dann steht man unter Umständen ganz schön allein da, denn es gibt Unterschiede, was die Wärmepumpen angeht und auch in deren Anwendungsgebieten. Der Haustechnikhersteller Stiebel Eltron hat sich mit diesem Thema beschäftigt und hilft allen Interessierten mit einem Überblick über die Vorteile der einzelnen Wärmequellen.

Bild: Stiebel Eltron

Die Luft-Wasser-Wärmepumpen gewinnen ihre Energie aus der Außenluft. Das funktioniert auch bei Minusgraden wunderbar, gute Modelle laufen hier bis -20°C. Für die Effizienz der Pumpe ist die Differenz zwischen Quellentemperatur und Nutztemperatur, also die Heizungsvorlauftemperatur, ausschlaggebend. Das bedeutet für die Luft-Wärmepumpen, dass sie meist etwas weniger effizient sind als Geräte, die Energie aus den konstant temperierten Quellen Erdreich- oder Grundwasser gewinnen. Zu den wichtigen Punkten bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gehören folgende:
sie können im Innenbereich aufgestellt werden und verfügen dann über eine Zuluft- und eine Abluftverbindung

  • sie können im Außenbereich aufgestellt werden, das komplette Gerät befindet sich dann draußen
  • die Wärmequelle ist Luft und Luft ist überall verfügbar
  • die Wärmepumpen können bei jeder Sanierung eingesetzt werden


Neben der Luft steht auch das Erdreich als Wärmequelle zur Verfügung. Hier wird viel thermische Energie gespeichert und dadurch werden ganzjährig konstante Temperaturen erreicht. Das wiederum bedeutet eine hohe Effizienz. Um die Energiequelle nutzen zu können, werden Erdsonden oder Erdkollektoren verwendet.

Die Erdsonden werden vertikal in die Erde gebohrt. Meistens passiert das bis zu 100 Meter tief. Soll noch tiefer gebohrt werden, ist meist eine zusätzliche Genehmigung notwendig. Festgelegt wird die jeweilige Tiefe durch die so genannte Wärmeabgabefähigkeit des vorhandenen Erdreichs. Da liefert sandiger Boden mit hohem Anteil an Feuchtigkeit deutlich mehr Energie als felsiges, trockenes Gestein. Je nach den vorherrschenden Gegebenheiten sind zwei oder mehr Bohrungen sinnvoll. Zwei Bohrungen mit je 90 Metern Tiefe oder drei Bohrungen mit je 60 Metern Tiefe beispielsweise liefern jeweils Wärme, die einer Strecke von 180 Metern entzogen wird. Die Erdkollektoren werden horizontal in einer Tiefe von 1,50 bis 2,50 Metern unter der Erdoberfläche eingebracht und die Wärmepumpe an sich wird meist im Innenbereich aufgestellt.

In Abhängigkeit von der Fläche, die zur Verfügung steht, nutzt man Erdsonden oder Erdkollektoren. Wichtig ist, dass man bei beiden Möglichkeiten der Erde nur so viel Wärme entzieht, wie auch nachströmen kann – die Wärmequelle muss sich sozusagen regenerieren können. Generell kann man sagen:

  • für eine Kollektorfläche wird etwa das Doppelte der zu beheizenden Gebäudefläche benötigt
  • bei Erdsonden muss die Entzugsleistung des Bodens bei jedem Vorhaben individuell betrachtet werden – Faustformel: rund 50 Watt pro Bohrmeter


Neben Luft und Erde kann aber auch Wasser als Wärmequelle genutzt werden. Das bietet sich besonders in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel an. Hier wird auf das Grundwasser zugegriffen, daher ist eine Genehmigung des Wasserwirtschaftsamts einzuholen. Je nachdem, welche Qualität das vorhandene Grundwasser hat, hat die Wärmepumpe eine längere oder kürzere Lebensdauer. Der gesamte Installationsaufwand im Vergleich zu Luft- oder Erdreich-Wärmepumpen ist höher. Hier müssen ein Saug- und auch ein Schluckbrunnen gebohrt werden. Im Vergleich zu Erdreich-Wärmepumpen haben die Wasser-Wasser-Wärmepumpen eine höhere Effizienz, weil das Grundwasser eine höhere Temperatur aufweist als das Erdreich. Dagegen rechnen muss man aber die Pumpen, die das Grundwasser aus der Erde zur Wärmepumpe bzw. von der Wärmepumpe wieder zurück ins Erdreich pumpen, was auch Energie kostet.