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Eigenverbrauch durch Power-to-Heat erhöhen

„ATON“ ist eine Plug & Play-Lösung zur Nutzung überschüssiger PV-Energie. Herausgebracht wurde diese Lösung vom österreichischen Hersteller Technische Alternative RT GmbH. „ATON“ besteht aus einem frei programmierbaren Energiezähler und einem E-Heizstab, das System ist insgesamt auch noch erweiterbar. Der Geschäftsführer des Unternehmens ist Andreas Schneider und er gibt gern Auskunft zu den innovativen Lösungen des Unternehmens.

„ATON“ besteht aus nur zwei Komponenten: einem frei programmierbaren Energiezähler und einem E-Heizstab. Bild: Technische Alternative

Viele PV-Betreiber fragen sich, wie es mit ihren Anlagen nach der EEG-Förderung weitergeht und ob es Sinn macht, die Anlagen dann noch weiter zu betreiben. Zu diesem Problem sagt Andreas Schneider: „Die Anlagen laufen natürlich noch Jahrzehnte weiter, werfen aber keinen ordentlichen Finanzertrag mehr ab. Dennoch ist jede kWh, die man ab hier erzeugt, ein Gewinn – egal ob eingespeist oder selbst verbraucht. Power-to-Heat ist eine Möglichkeit den Eigenverbrauch zu erhöhen und unser „ATON“ aufgrund der einfachen Installation speziell als Nachrüstlösung sehr gut geeignet. Nicht zuletzt „gönnt“ man so der Heizung auch etwas Ruhe in den wärmeren Monaten.“

Auf die Frage, wie das System „Aton“ nun im Detail funktioniert und wie genau die Nutzung des überschüssigen Stromes aussieht, sagt Schneider: „Unser Set besteht aus nur zwei Komponenten: Einem frei programmierbaren Energiezähler und einem E-Heizstab. Der Energiezähler wird im Schaltschrank montiert und stellt über drei Klapp-Stromwandler fest, ob und wieviel Überschuss „vorhanden“ ist, nachdem alle anderen Verbraucher und eventuell der Stromspeicher „bedient“ wurden. Wenn die einstellbare Schwelle von z. B. 100 Watt (W) erreicht wird, gibt er über Funk dem E-Heizstab den Befehl, exakt diese Leistung zu verbrauchen. Der Heizstab wird von 50 W bis 3 kW stufenlos geregelt. Sollte mehr Leistung notwendig sein, können weitere Heizstäbe gekoppelt und durchgehend stufenlos geregelt werden. Wir arbeiten hier übrigens nicht mittels Phasenanschnitt zur Leistungsregelung. Unser System verbraucht den Überschuss sinusförmig und somit konform zu den Anschlussbedingungen der Netzbetreiber.“

Die Installation von „ATON“ ist denkbar einfach, darauf legt Schneider Wert. Alles, was erledigt werden muss, sind folgende Punkte:

  • der Heizstab muss in den Speicher geschraubt und anschließend an eine mit 16 A gesicherte Schuko-Steckdose angeschlossen werden
  • der Energiezähler kommt in den Schaltschrank und benötigt die Stromwandler und die Spannungsanschlüsse
  • die beiden Geräte kommunizieren über das bidirektionale Funkprotokoll „CORA“


Hinsichtlich möglicher Leistungseinschränkungen oder alternativen Einsatzgebieten meint Schneider: „Solange der Energiezähler Spannung und Strom messen kann (max. 3 x 70 kVA über optional erhältliche Stromwandler), 36 kW ausreichen und somit 12 Heizstäbe Platz finden, gibt es keine Einschränkung. Immer wenn es um die Automatisierung von Abläufen, vor allem um die intelligente Verteilung bzw. Bereitstellung von Energie in Gebäuden geht, können unsere Geräte verwendet werden. Das geht bis hin zur Reduktion von Sonneneinstrahlung mittels Steuerung der Rollläden.“

Schneider sagt weiter, dass die bereits vorhandene werkseitige Programmierung für den größten Teil der Anlagen passt. Sollten zwei Heizstäbe vorhanden sein, dann bietet das Unternehmen eine fertige Programmierung zum freien Download an. Er gibt weiterhin an, dass aber eine solche Programmierung kein Hexenwerk sei und von den meisten Installateuren oder Elektrikern selbst vorgenommen werden kann. Wer nicht zurechtkommt, dem bleiben immer noch Beispiele und Anleitungen und die Techniker im Support, sowie Simulatoren auf der Website. Außerdem bietet das Unternehmen für das Fachhandwerk einen Programmierservice an, der nach einer sorgfältigen Planung und nach einer Inbetriebnahme durch den Handwerker genutzt werden kann.   

Auf die Frage nach der angebotenen Buslösung für den Fall eines erweiterten Last- und Energiemanagements sagt Schneider: „Wir entwickeln unsere Geräte immer mit dem Ziel, sie möglichst universell einsetzen zu können. Insofern haben wir einerseits zwei Bussysteme zur Vernetzung unserer eigenen Geräte aber auch Schnittstellen für Modbus TCP und RTU, KNX sowie MBus. Ergänzend, und meiner Meinung nach mindestens genauso wichtig, bieten unsere Regler eine Vielzahl an Steuersignalen sowohl eingangs- als auch ausgangsseitig. Auf diese Weise können anhand definierter Kriterien Verbraucher gezielt zu- und weggeschaltet werden. Für das neue Energie- und Lastmanagement-Modul in den Reglern kam uns übrigens die langjährige Erfahrung mit dem Solar-Vorrangmodul enorm zugute.“