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Die Schallentwicklung von Wärmepumpen

Ein äußerst wichtiger Faktor und immer wieder ein Streitpunkt unter Nachbarn sind die Geräusche bei Außengeräten von Luft/Wasser-Wärmepumpen.

Wärmepumpen werden als Alternative zu konventionellen Systemen wie Öl- und Gasheizungen immer beliebter, jedoch sollte man nie bei der Entscheidung für eine Wärmepumpe den Punkt der Betriebsgeräusche außer Acht lassen. Es gibt hierfür Immissionsrichtwerte der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm, die gerade in Wohngebieten äußerst streng sind. Die Schallimmission ist die Einwirkung von Schall auf einen bestimmten Ort und wird als Schalldruckpegel angegeben. Zum Verständnis: Am Tage herrscht in allgemeinen Wohn- und Kleinsiedlungsgebieten ein Richtwert von 55 dB(A) und in der Nacht 40 dB(A). Die Betriebsgeräusche der Wärmepumpen werden als Schallleistung angegeben und können bequem miteinander vergleichen werden.

Wo ist in diesem Bereich der Stand der Technik? Ist es möglich, schallschutztechnisch eine Wärmepumpe zu installieren, die alle Anforderungen erfüllt? Also die technischen Voraussetzungen sind in jedem Fall gegeben. Ein Beispiel:
•    Daikin Altherma 3 H HT in Baugröße 18 hat eine Schalleistung von 54 dB(A), wählt man den Flüsterbetrieb, dann beträgt der Schall in einer Entfernung von drei Metern gerade einmal 35 dB(A)

Technisch betrachtet gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Geräuschen entgegenzuwirken. Folgende Punkte sind möglich:
•    Nutzung des Schallreduktionspotenzials eines Verdichters, wie Scroll- oder Rollkolbenverdichter, wobei die Ausführung als Scrollverdichter besonders geräuscharm ist
•    durch den Verzicht auf Arbeitsventile kann der Saug- und Druckgasfluss ungehindert erfolgen, sodass daraus resultierende Geräusche nicht entstehen können
•    spezielle und mehrfache Schalldämmungen und Schalldämmgehäuse
•    das Ersetzen von Ventilatoren durch größere Rotorblätter, die sich langsamer drehen und besonders geformt sind

Nicht zuletzt bestimmt auch der Aufstellort der Wärmepumpe die Geräuschentwicklung mit. Wird die Wärmepumpe zum Beispiel außen frei aufgestellt und es befindet sich keine Wand in der Nähe, dann wirkt sich das positiv auf die Schallentwicklung aus. Ein Aufstellen in einer Ecke oder zwischen zwei Wänden bedeutet einen deutlichen Anstieg der Schallentwicklung durch die Reflexion. Fakt ist auch, dass, wenn man die Wärmepumpe im Blick hat, die wahrgenommene Lärmbelastung steigt. Ob die eigene Wärmepumpe alle Auflagen hinsichtlich des Aufstellortes erfüllt, kann man schnell prüfen: Unter www.waermepumpe.de/normen-technik/schallrechner/ gibt es einen kostenfreien Schallrechner vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP). Hier können Luft/Wasser- Wärmepumpen verschiedenster Hersteller nach TA Lärm im Tag- und Nachtbetrieb beurteilt werden.

Dank der sich entwickelnden Technik wird die niedrigere Schallemission neuester Wärmepumpen-Generationen immer wichtiger. Und es sollte in jedem Fall und für jeden Aufstellort möglich sein, ein passendes Gerät aus der breiten Auswahl an Luft/Wasser-, Sole/Wasser-, Gas/Hybrid oder Wasser/ Wasser-Wärmepumpen zu finden. Wärmepumpen können auch in bereits bestehende Heizsysteme integriert werden und leisten in Verbindung mit Strom aus Erneuerbaren Energien ihren ganz eigenen Anteil an der CO2-Reduktion.