Zum Inhalt springen

Handwerksinitiative für praxisgerechte Normen

Dass sich existierende Normen und Normungsprozesse wieder stärker an den Bedürfnissen des Handwerks orientieren, ist eines der Ziele des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Genau aus diesem Grund hat der Verband vor kurzem ein Positionspapier verabschiedet, das den Namen „Handwerk und Normung“ trägt. Das Ganze soll die Grundlage bilden für eine umfassende Normungsstrategie, und zwar für das Gesamthandwerk. Mit in die Überlegungen eingebracht hat sich auch der Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).

Der ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer erklärt zu diesem Thema folgendes: „Sachgerechte Normen sind in einer arbeitsteiligen Wirtschaft unverzichtbar, denn sie bieten viele Vorteile. Im Handwerk ist der Nutzen von Normung und Normen daher unbestritten. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass Normen und Normung transparent, verständlich, leicht zugänglich und praxistauglich sind. Außerdem muss Handwerksvertretern eine stärkere Rolle bei der Normenerarbeitung zuerkannt werden.“

Die Normung stellt alle Handwerker immer wieder vor große Herausforderungen, denn es werden einerseits immer mehr und andererseits werden sie immer komplexer. Dazu kommt, dass nicht nur nationale, sondern auch europäische und internationale Normen beachtet werden müssen. Und nicht zuletzt spielt hierbei auch die Politik eine Rolle, die versucht, Normung für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Es müssen hier einfach Transparenz und Klarheit geschaffen werden.

Das neue Positionspapier „Handwerk und Normung“ hat zwölf Seiten und ist in einem intensiven Austauschprozess von Normungsexperten insbesondere aus den handwerklichen Fachverbänden erarbeitet worden. Darin enthalten sind umfassende Zusammenfassungen zum Thema und Vorschläge bzw. Forderungen an die Bundesregierung, an das Deutsche Institut für Normung (DIN) und an die Europäische Kommission. Udo Wirges, Bereichsleiter Technik im ZVSHK, sagt: „Der ZVSHK hat sich mit einem eigenen Positionspapier für das SHK-Handwerk in das vorliegende ZDH-Papier eingebracht. Die ZVSHK-Stellungnahme ist allerdings breiter angelegt, da ähnliche Probleme wie in der Normung auch mit unterschiedlichen Regelsetzern bestehen.“ Seine Kritikpunkte sind beispielsweise die Normenflut, der stetig wachsende Zeit- und Personalaufwand, die thematischen Doppelungen, die Verfahrensregeln und vieles andere mehr. Er sagt: „Die wachsende Zahl relevanter Normen führt letztlich auch zu hohen Anschaffungskosten bei den SHK-Betrieben.“