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Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber

Die Zahlungsmoral von öffentlichen Auftraggebern geht zurück. Das hat jetzt eine Blitzumfrage des Verbands Beratender Ingenieure VBI herausgefunden. Es handelte sich hierbei um eine Online-Umfrage, an der 105 Ingenieurbüros teilnahmen.

43% dieser Büros haben weniger als 10 Beschäftigte, 32% haben zwischen 10 und 50 Mitarbeiter und 25% der Büros beschäftigen mehr als 50 Arbeitnehmer.

Die Ergebnisse der Umfrage sehen im Einzelnen wie folgt aus:  
•    25% der befragten Unternehmen beklagen, dass ihre Rechnungen für bereits erbrachte Leistungen nicht fristgerecht beglichen werden
•    7%der Unternehmen gaben an, dass ihre Rechnungen gar nicht bezahlt werden
Die Begründungen für das späte oder fehlende Zahlen reichen vom Homeoffice der Mitarbeiter bis zu staatlichen Hilfsprogrammen.

Das hat nun zur Folge, dass sich die Auftragslage bei den Ingenieur- und Architekturbüros ändert. Der VBI schätzt, dass Kommunen und andere öffentliche Auftraggeber nun erst die Corona-Entwicklung abwarten wollen, bevor neue Aufträge vergeben werden. 45% der befragten Teilnehmer gaben an, dass die Auftragslage bereits zurückgeht. Außerdem befürchten viele Unternehmen, dass diese Lage noch schlimmer wird.

Der VBI-Präsident Jörg Thiele erklärt dazu: „Die Auftragsbücher der meisten Ingenieur- und Architekturbüros sind noch voll, wie unsere Konjunkturumfrage erst im Februar ergab. Weniger neue Aufträge sind über einen kurzen Zeitraum verkraftbar, solange bereits laufende Projekte tatsächlich weitergeführt und offene Rechnungen pünktlich beglichen werden. Es kann nicht sein, dass Unternehmen in Schieflagen gebracht werden, weil einige Mitarbeiter in den Behörden nicht verantwortungsvoll handeln. Hier fordere ich im Namen aller Ingenieurbüros eine klare Ansage der politisch Verantwortlichen, dass Rechnungen rasch zu begleichen sind und Projekte unter Einhaltung der angeordneten Schutzmaßnamen weitergeführt werden.“