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Gedrosselte Entwässerung von Flachdächern

In vielen Städten und Gemeinden ist das Problem bekannt: Starkregen staut sich auf Flachdächern. Auch viele Hausbesitzer können ein Lied davon singen. Es gibt hier aber eine Lösung und die heißt: Retentionsdachabläufe. Damit kann das Regenwasser gezielt und gedrosselt zurückgehalten und abgeführt werden.

Ein plötzlicher Starkregen kann Städten und Immobilienbesitzern schwer zu schaffen machen, Straßen und Keller werden überflutet und auf den Grundstücken kommt es zum Rückstau. Für diese Situationen gibt es so genannte Rückhaltebecken oder die Möglichkeit der Einleitung des Regenwassers in oberirdische Gewässer. Das entlastet vielerorts die Kanalisation. Möglich ist es aber auch, auf flachen Dächern, auch wenn sie begrünt sind, das Regenwasser gezielt zurückzuhalten. Die Hersteller von Dachabläufen haben sich hierum Gedanken gemacht und so genannte Retentionsabläufe mit speziellen Drosselsystemen entwickelt.

Wenn das Regenwasser auf dem Dach ankommt, fließt es durch eine Retentionsöffnung, die als Drosselvorrichtung wirkt. Dadurch wird der Abfluss in den Dachabläufen verzögert. Der Anteil, der durch die Grundleitung fließt, ist dadurch geringer und die Grundleitung selbst wird damit entlastet. Die verwendeten Drosselvorrichtungen sind herstellerabhängig unterschiedlich entweder als Drosselrohr oder als Drosselaufsatz mit projektbezogen berechenbaren Retentionsöffnungen erhältlich.

Ein Regen-Entwässerungssystem eines Flachdachs wird meist in ein Haupt- und ein Notentwässerungssystem aufgeteilt. Ist nun die Hauptentwässerung bei Retention auf einen geringeren Abfluss gedrosselt, dann sollte die Notentwässerung so bemessen sein, dass mindestens die Differenz aus Jahrhundertregen und Retentionsabfluss abgeleitet werden kann. Um die Sicherheit generell zu erhöhen, ist es auch möglich, die Bemessung so zu planen, dass die Notentwässerung den gesamten Jahrhundertregen allein abführen könnte.

Vorschriften für die jeweilige individuelle Auslegung der Dachentwässerung über Retention gibt es noch nicht. Die Hersteller haben zu diesem Zweck eigene Berechnungsprogramme auf der Basis von DIN 1986-100 für die Haupt- und Notentwässerung entwickelt. Selbstverständlich klappen eine dauerhafte Regenrückhaltung und eine Speicherung auf dem Dach nur, wenn die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion für die Überflutungshöhe entsprechend ausgelegt ist.