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Verpflichtung zur Kennzeichnung von Rohrleitungen

Fakt ist, dass Rohrleitungen gekennzeichnet werden müssen. Dabei gibt es unterschiedliche Punkte zu beachten, wie beispielsweise:

•    farbliche Kennzeichnung
•    Bezeichnung des Inhaltsstoffs
•    Darstellung der Fließrichtung
Geht es nun um Ausschreibungen von Leistungen zum Bauvorhaben, muss der Ausführende hierüber Bescheid wissen. Nachfolgend ist daher einmal aufgezeigt, welche Kriterien es insbesondere nach der Arbeitsstättenrichtlinie zu beachten gilt.

In Abhängigkeit von Einsatzort und Inhaltsstoff müssen alle Rohrleitungen gekennzeichnet werden. Die Vorschrift ASR A1.3 „Technische Regeln für Arbeitsstätten – Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ fordert, dass Leitungen, in denen nach TRGS 201 „Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ (Punkt 4.5.3) Gefahrstoffe bzw. gefährliche Stoffe, nach ihrem Durchflussstoff zu kennzeichnen sind. Auch möglich ist die Forderung einer Kennzeichnung auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung. Das kommt zum Beispiel immer wieder im Bereich Industrie vor.

Ziel dieser Vorgaben ist es, dass man sofort erkennt, was sich in den jeweiligen Leitungen befindet. Auch muss zu sehen sein, in welche Richtung die Inhaltsstoffe fließen und mit welchen Gefahren man rechnen muss. Insgesamt erreicht man mit den Kennzeichnungen, dass Unfällen oder gesundheitlichen Schäden vorgebeugt wird. Aus diesem Grund ist es auch immer empfehlenswert, auch die Rohrleitungen zu kennzeichnen, bei denen es nicht gefordert ist. Ein weiterer Grund dafür ist die Tatsache, dass es bei Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten einen schnelleren Arbeitsablauf gibt und Arbeitsunfälle vermieden werden.

Die Kennzeichnungspflicht kann in Form von Schildern oder Etiketten, die zum Aufkleben auf das Rohr gedacht sind, erfüllt werden. Wichtige Regelungen in diesem Bereich sind:
•    technische Regeln für Gefahrstoffe, insbesondere die TRGS 201
•    DIN 2403 „Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff“
•    TRGS 201 verweist auf DIN 2403 und greift das darin vorgegebene Farbsystem für die Rohrleitungskennzeichnung auf
Alle verbindlichen Verpflichtungen zur Kennzeichnung von Rohrleitungen gelten übrigens auch im privaten Bereich.

Es gibt auch Vorgaben darüber, wie genau die Kennzeichnung zu erfolgen hat. Dabei sind nachfolgende Punkte wichtig:
•    Kennzeichnung in regelmäßigen Abständen von maximal 10 m
•    Kennzeichnung am Anfang und am Ende der Leitung, bei Abzweigungen und Armaturen sowie bei Wanddurchführungen
•    Gruppen / Zusatzfarben des Durchflussstoffes bilden die Basis der Rohrleitungskennzeichnung
•    bei Kennzeichnung mit Kennzahlen oder Kurzzeichen, müssen entsprechende Erläuterungen dazu an betriebswichtigen Punkten ausgehängt bzw. ausgelegt werden
•    Kennzeichnung der Durchflussrichtung mit einem Pfeil
•    Wechselt die Durchflussrichtung, dann Kennzeichnung mit Pfeil in beiden Richtungen
•    zusätzliche Kennzeichnung bei Gefahrstoffen mit entsprechendem Gefahrenpiktogramm nach CLP-/GHS-Verordnung
•    Gefahrenpiktogramme sind nach DIN 2403 auf der entgegengesetzten Seite des Durchflussrichtungspfeils ergänzen
In den Regelungen ist nicht die Art der Produkte zur Kennzeichnung definiert. Dazu empfiehlt Kevin Sievers, Produktmanager bei dem Kennzeichenhersteller Kroschke, die Kennzeichnung mit Rohrleitungsbändern und Etiketten aus selbstklebender, widerstandsfähiger Folie. Er sagt: „Diese hält Temperaturen von bis zu 150 °C stand und ist durch den speziellen Oberflächenschutz chemikalienresistent und witterungsbeständig. Sie erfüllt damit die Anforderungen der DIN 2403, dass Kennzeichnungen widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse sein müssen.“ Ein Vorteil von den Etiketten ist außerdem, dass sie sich bei geringem Durchmesser der Rohrleitung oder auch bei geringem Platzangebot bestens eignen. Rohrleitungsbänder haben den Vorteil, dass damit eine Rundum-Kennzeichnung erfolgt. Der Durchflussstoff ist somit von allen Seiten dauerhaft gut les- und erkennbar.