Zum Inhalt springen

Starkes Wachstum bei solaren Fernwärmenetzen

Im Bereich der solaren Fernwärmenetze tut sich einiges bei uns im Land, im letzten Jahr konnte ein enormes Wachstum von ungefähr 50 Prozent verzeichnet werden. Das teilt das Steinbeis Forschungsinstituts Solites aus Stuttgart mit. Im Jahr 2019 wurden rund 35.000 m² thermische Solarkollektorfläche für Fernwärmenetze installiert. Das Ergebnis sind nun ca. 70 Megawatt thermischer Solarleistung in Deutschland, die allein für die Fernwärme bereitsteht.

Einige der Anlagen, die im letzten Jahr installiert wurden, gehen erst dieses Jahr ans Netz. Die mit 14.800 m² größte Solarthermieanlage Deutschlands zum Beispiel von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim soll noch im ersten Quartal ihren Dienst aufnehmen. Bei einer Anlage in Bernburg fehlt noch der Wärmespeicher, aber dann geht auch diese in Betrieb.

Thomas Pauschinger ist Mitglied der Solites-Geschäftsleitung, und er sagt: „Im Jahr 2019 waren es vor allem Stadtwerke in Ballungsräumen, die die Solarthermie für sich entdeckt haben.“ Pauschinger hält es für eine bemerkenswerte Entwicklung, dass die Solarthermie für etablierte Versorger zur wirtschaftlich interessanten Alternative geworden sei. Er sieht die Ursachen dafür in einigen erfolgreichen Referenzanlagen einerseits und vielen guten Argumenten, die sich für Solarthermie als Mittel zur Dekarbonisierung der Netze aussprechen, andererseits. Er sagt weiter: „Die Solarthermie im großen Maßstab ist technisch ausgereift. Die guten Betriebsergebnisse der ersten kommerziellen Anlagen haben sich inzwischen bei den Versorgern herumgesprochen. Und den Nachteil aller Erneuerbaren Energien, dass dauerhaft niedrige Betriebskosten zunächst mit einer hohen Investition und entsprechendem Kapitaldienst erkauft werden müssen, gleichen staatliche Förderprogramme mittlerweile gut aus.“

Der beschlossene CO2-Preis dürfte auch eine Ursache für große Solarthermieanlagen sein und trägt sicherlich auch weiterhin zu wachsenden Marktaussichten bei. Aber dabei darf der derzeitige Stand der Solarthermie nicht überbewertet werden, sagt Pauschinger: „Der Anteil der Solarwärme am Fernwärmeumsatz ist heute noch vernachlässigbar gering. Wir gehen aber von einem Marktpotenzial von rund 20 Gigawatt aus und erwarten ein anhaltendes Marktwachstum in den kommenden Jahren.“

Auf jeden Fall ist die Frage danach, wie der Rahmen für ein nachhaltiges Wachstum der großen Solarthermie ausgestaltet werden muss, eine Frage, die beim „4. Forum Solare Wärmenetze“ gestellt werden wird. Zur Veranstaltung laden das Steinbeis Forschungsinstitut Solites und der Fernwärmebranchenverband AGFW am 26. Mai dieses Jahres nach Stuttgart ein. Geplant sind neben vielen neuen Projekten auch Themen, wie die aktuellen Fördermöglichkeiten, das Know-how zur erfolgreichen Projektentwicklung und ein Blick in internationale Märkte.