Zum Inhalt springen

E-Auto-Kauf läuft schleppend

Insgesamt wurden 600 Millionen Euro an Fördermitteln für die Elektromobilität bereitgestellt. Die Prämie von 4000 Euro bekommt jeder Käufer eines Elektroautos oder eines halb mit Kraftstoff und halb mit Strom betriebenes Plug-In-Hybrid. Kaum Jemand ruft seine Prämie ab, die Förderung erweist sich somit als nicht erfolgreich. Sollte sie die Käufer animieren, endlich den Entschluss zu fassen, ein E-Auto zu erwerben, so lässt sich kaum jemand davon beeindrucken.

 

Die Zahlen im Einzelnen

Bereitgestellt als Fördermittel wurden insgesamt 600 Millionen Euro, abgerufen wurde davon bisher nur ein einstelliger Millionenbetrag. Es gab bisher weniger als 4000 Förderfälle. Es waren 3665 Käufer von reinen Elektroautos, die die Prämie von 4000 Euro bis Mitte Oktober bekommen haben. Zuständig für die Vergabe der Prämien ist das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Wie das Kraftfahrtbundesamt berichtet, schleppt sich auch die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos mehr schlecht als recht. zwischen Januar und September 2016 gab es nur knapp 7700 reine E-Fahrzeuge, die neu angemeldet wurden. Das wiederum bedeutet, dass das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 wenigstens eine halbe Million zugelassene E-Autos zu registrieren, in weite Ferne rückt.

Bafa-Chef Wallraff sagt zum Thema: "Die Anträge für den E-Auto-Umweltbonus nehmen zu, aber auf sehr niedrigem Niveau. Wir haben gerade die Marke von 5000 Förderfällen für E-Autos und Hybride zusammen geknackt, haben aber Geld für 100 000 Autos pro Jahr zur Verfügung."

Mögliche Ursachen für die Zurückhaltung der Käufer

Experten, wie der Duisburger Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer, sehen den Hauptgrund für die zurückhaltenden Käufe im mangelnden Angebot an wettbewerbsfähigen E-Autos. Ebenso sieht Dudenhöffer politische Gründe. Er sagt dazu: "Solange der Finanzminister Diesel mit 18 Cent pro Liter subventioniert, ist es vollkommen illusorisch, dass die Leute auf E-Autos umsteigen." Der Meinung ist auch die Chefin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, die meint: "Anstatt Unsummen in die veraltete Diesel-Technik zu stecken, sollten wir viel stärker in eine moderne Mobilität investieren." Auch der Bafa-Chef Wallraff geht mit seinen Aussagen in diese Richtung: "Die deutsche Industrie sieht E-Autos immer noch als Nischenmodelle. Sie hängt weiter dem Diesel-Traum nach, dabei ist völlig klar, dass nicht der Diesel die Zukunft ist, sondern das E-Auto.“

Außerdem fehlt es sicherlich an deutlich höhere Rabatten, die durch die Autohersteller geboten werden. Die E-Autos müssen einfach, preislich gesehen, mithalten können mit den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Da reichen auch die 4000 Euro Prämie nicht, um den Preisunterschied auszugleichen.

Schlussendlich fehlt es auch noch an Reichweite. Das und die fehlende flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen sind auch Gründe für den schleppenden Fortschritt für Elektromobilität.