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Schalltechnische Lösungen für Abgassysteme

Schalltechnische Lösungen für Abgassysteme kommen immer dann zum Einsatz, wenn Energieversorgungssysteme wie Brennwertkessel oder Blockheizkraftwerke Lärm verursachen, die den Menschen nachweisbar beeinflussen. Diese störenden Geräusche, wozu zum Beispiel mittel- und hochfrequente Geräusche von Brennwertkesseln und Ventilatoren und tieffrequentes Brummen von Blockheizkraftwerken gehören, können mit Abgasschalldämpfern zumindest minimiert werden. Wenn es hier um bereits bestehende Gebäude und Nachrüstungen geht, dann gibt es allerdings keine Pauschallösung, sondern es sind individuelle Lösungen gefragt.

Abgasschalldämpfer verhindern eine Lärmabstrahlung über Abgasleitungen und Schornsteine an die Umwelt. Welches System genutzt wird, hängt in erster Linie von der Art der Geräusche ab. Man kann in Resonanz-, Absorptions- oder Kombinationsschalldämpfer unterscheiden. Ein Hersteller für solche Systeme ist Jeremias Abgassysteme. Das Unternehmen entwickelt Standardschalldämpfer für unterschiedliche Frequenzbereiche und auch Sonderauslegungen. Von Seiten des Unternehmens heißt es: „Beginnend mit der Schallmessung vor Ort erhalten Kunden komplette Abgassysteme sowie die passenden Schalldämpfer aus einer Hand – von einfachen Anwendungen im privaten Bereich bis hin zu komplexen industriellen Systemen.“ Nachfolgend sind einmal drei Beispiele vorgestellt.

1. Nachrüstung im Hotel
Dass die Gäste eines Hotels großen Wert auf ungestörte Stunden legen, kann jeder nachvollziehen. Deshalb wurde im Tiroler Hotel „Alpine Resort Goies“ eine bestehende Abgasanlage mit Schalldämpfern nachgerüstet. Gefordert war eine maximale Lärmemission an der Schornsteinmündung von 50 dB. Zu diesem Zweck wurden hier die vorhandenen Abgasrohre durch nacheinander geschaltete und laut Hersteller „optisch kaum als solche wahrnehmbare“ Schalldämpfer ausgetauscht. Ein Resonanzschalldämpfer sorgt dafür, dass die tiefen Töne reduziert werden und ein Absorptionsschalldämpfer vermindert die mittleren und hochfrequenten Töne.

2. Lärmfreie Lofts auf Heizzentrale in London

Auf einer Energiezentrale im Londoner Stadtteil Kings Cross hat man sich ein ganz besonderes Projekt ausgedacht, es sollten dort nämlich hochwertige Lofts entstehen. Der schwierige Punkt hierbei: in der Energiezentrale werden drei Heizkessel betrieben, deren Abgasanlage über drei Industrieschornsteine, die in die Gebäudefassade integriert sind, geführt wird. Das Ende der Abgasleitungen befindet sich in der Nähe der Loftwohnungen. Das Ziel hier war eine maximale Lärmemission von 25 dB auf Balkonen und Terrassen der Wohnungen. Verbaut wurden nun drei Schalldämpfer mit hohen Dämpfungswerten im tieffrequenten Bereich. Jeder ist zwischen 6,5 und 7,5 m lang und hat einen Durchmesser von 1,6 m. Die jeweiligen Dämpfer wurden schon vor der Auslieferung geprüft, um die zugesagten Lärmemissionswerte auch einzuhalten. Laut Hersteller wurde dabei 45 dB Dämpfung in den berechneten Frequenzbereichen nachgewiesen.

3. BHKW-Lösung für ein Mehrfamilienhaus
In Baden-Württemberg wurden die Lärmemissionen, die ein BHKW verursachte, gemindert. Es handelt sich hier um das BHKW eines Mehrfamilienhauses in Bad Friedrichshall. Zunächst wurde eine Schallmessung vor Ort gemacht. Daraufhin wurde der Schalldämpfer auf die gemessene Frequenzspitze von 80 Hz ausgelegt. In der Regel ist es so, dass Schalldämpfer direkt nach der Schallquelle installiert werden. Das ging hier aber nicht, es war somit eine individuelle Lösung gefragt. Im Ergebnis wurde der auf tieffrequente Emissionen ausgelegte Schalldämpfer im Außenbereich an der Fassade angebracht.