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Lagerung von Holzpellets

Ein Lager für Holzpellets ist nicht einfach nur ein Raum, der nicht gebraucht wird, sondern eine recht komplexe Angelegenheit. Es müssen hier verschiedene Anforderungen bedacht werden und nicht zuletzt soll ja auch die Qualität der Pellets nicht leiden. Zu den wichtigen Anforderungen gehören solche an die Zugänglichkeit, an den Brand- und Explosionsschutz und an die richtige Belüftung.

Pelletheizungen müssen sich im Wettbewerb gegenüber anderen Heizsystemen auch über Komfort und Betriebssicherheit bewähren. Mit der Installation des Kessels allein ist das noch nicht getan. Bild: DEPI

Zu diesem Thema veröffentlicht der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) seit dem Jahr 2005 eine Broschüre, die immer wieder aktualisiert wird. Die Broschüre „Lagerung von Holzpellets“ dient in erster Linie der Information für Heizungsinstallateure, Planer sowie Ingenieure und Architekten. In der jetzt neu erschienenen Ausfertigung werden auch die Anforderungen an das Pelletlager aus der Anfang des Jahres erschienenen Norm DIN EN ISO 20023 aufgegriffen. Zusätzlich sind Beispiele und Skizzen enthalten, die dem Verständnis dienen.

Ein Wandel im Laufe der Zeit

In den ersten Ausgaben der Broschüre waren noch Punkte wie die bauliche Konstruktion des Lagers wichtig. Der Fokus lag auf Größe, Statik und Brandschutz. Im Jahr 2010 gab es bereits die ersten Sicherheitsaufkleber für Pelletlager vom DEPV. 2015 erschien die VDI-Richtlinie 3464 „Lagerung von Holzpellets beim Verbraucher“, mit der die Aufkleber dann genormt wurden. Aufarbeitung fand auch die Belüftung des Lagers aufgrund der Freisetzung von Kohlenmonoxid und flüchtiger Kohlenwasserstoffe. Anfang 2019 erschien dann die deutsche Übersetzung der DIN EN ISO 20023 „Sicherer Umgang und Lagerung von Holzpellets in häuslichen und anderen kleinen Feuerstätten“.

Broschüre „Lagerung von Holzpellets“

Die erwähnten VDI 3464 und die ISO behandeln Lager bis 100 Tonnen Kapazität. Gefordert werden zum Beispiel vertiefende Anforderungen für Aufstellräume von Gewebesilos und Zu- und Abluftleitungen. Insgesamt fasst die Lagerbroschüre des DEPV alle Anforderungen beider Vorschriften zusammen und wartet zudem mit Erfahrungen der Mitgliedsunternehmen mit Pelletlagern auf.  

Zugänglichkeit und Befüllung

Die Zugänglichkeit zu einem Pelletlager ist ein wichtiges Thema. Die Lager müssen auf kurzen Wegen erreichbar sein. Die Einblasstrecke sollte maximal 30 Meter betragen. Wird dieser Weg überschritten, dann übernehmen die Händler keine Gewähr für die Qualität der Pellets, denn es kommt zu mehr Feinanteil und Bruch. Die Befüll- und Absaugstutzen sollen sicher erreichbar sein und nicht höher als 2 Meter angebracht sein. Sollten die Stutzen doch höher liegen, dann ist für eine Aufstiegshilfe zu sorgen. Liegt das Lager in der Tiefe, muss hier ebenso eine Einstiegshilfe vorhanden sein. Außerdem ist in diesem Fall dann der Befüllstutzen im Lichtschacht im 45°-Bogen nach oben ansteigend zu installieren. Außerdem sollte der Abstand von der Geländeoberfläche nach unten in den Schacht maximal 25 Zentimeter betragen.

Statik des Pelletlagers

Ein Pelletlager muss grundsätzlich statischen Vorgaben genügen, denn es muss dem Gewichtsdruck und den Druckspitzen standhalten, die beim Kammerwechsel im Silofahrzeug oder bei sogenannten Stopfern auftreten können. Den Gewichtsdruck betreffend, soll eine Wand bei einer normalen Raumhöhe von 2,1 bis 2,5 m 11 bis 15 kN/m standhalten können. Je nach Ausführung der Wand, also ob eventuell Schrägen vorhanden sind oder ähnliches, kann der Wert noch höher liegen. Außerdem sollen alle Wände fest mit Boden und Decke verbunden sein. Anforderungen gibt es außerdem an die Tür des Lagers und auch an die entsprechenden Einlegebretter.

Schrägböden und Schallschutz
Im Bereich der Schrägbodenlager sind einige Anforderungen spezifiziert worden. So ist beispielsweise bei Schrägen aus dauerhaft reibungsarmen Oberflächen ein Winkel von mindestens 35 ° notwendig. Nicht geeignet für Schräglager sind OSB-Platten. Wird ein Schräglager gebaut, dann sind die Druckentlastung der Austragung und die Statik der Schrägen wichtig. Hier eignet sich zum Beispiel eine Kombination von Winkelträgern mit stabilen Kanthölzern.

Im Bereich Schallschutz bei Entnahmeschnecken werden für die Schallentkopplung Gummiauflagen oder Schwingungspuffer an den Befestigungsstellen empfohlen.

Flachbodenlager mit Saugsonden
Neu ist, dass sich der DEPV gegen Flachbodenlager mit Saugsonden ausspricht. Natürlich wird das auch begründet, es bleiben nämlich immer wieder Restmengen zwischen den Saugsonden zurück. In diesen Restmengen kann sich der Feinanteil konzentrieren und dadurch kommt es zu steileren Schüttwinkeln und zu steigenden Restmengen, die nicht automatisch ausgetragen werden können. Dadurch wird der Feinanteil immer höher und Störungen im Heizbetrieb sind quasi vorprogrammiert.

Belüftung
Die richtige Belüftung eines Pelletlagers dient in erster Linie dem Gesundheitsschutz. In der DIN EN ISO 20023 stehen zum Beispiel Anforderungen an luftdurchlässige Gewebesilos: Bis 15 t Kapazität muss der Aufstellraum eine Lüftungsöffnung von 15 cm²/t haben oder mindestens das Vierfache Volumen des Gewebesilos, wenn er nicht gleichzeitig auch der Heizraum ist. War früher die Lüftungsleitung separiert, so muss sie jetzt als Zu- und Abluftleitung konzipiert werden, denn ein natürlicher Luftaustausch muss vorhanden sein. Die richtige Belüftung kann man übrigens über ein neues Online-Tool des Deutschen Pelletinstituts (DEPI), den Lagerkonfigurator (www.depi.de/lagerkonfigurator), berechnen.

Beratungspflicht des Installateurs
Das Übergabeprotokoll, das schon in der Lagerbroschüre und im Anhang der VDI 3464 enthalten war, ist jetzt durch die internationale Norm wichtiger geworden. Das Protokoll soll bei Übergabe einer jeden neugebauten Heizungsanlage mit Pelletlager beidseitig unterzeichnet und dem Kunden übergeben werden. Das gilt auch für den Fall, dass das Pelletlager vom Eigentümer selbst gebaut wurde. Außerdem soll der Heizungsbauer über Sicherheitshinweise und die mindestens alle zwei Jahre stattfindende Komplettentleerung bzw. Reinigung informieren.