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„Wir wollen eine Volksladebox“

Die Stromladesäulen Ladefoxx stammen aus dem Hause Westaflex, einem Gütersloher Unternehmen. Schon seit acht Jahren werden diese dort produziert. Damit E-Autos unabhängig und überall geladen werden können, ist der Gedanke an das smarte E-Ladesystem damals entstanden. Jan Westerbarkey ist der Geschäftsführer von Westaflex und er erklärt das Prinzip.

Bild: pixabay

E-Auto-Besitzer und Ladesäulenbetreiber haben bisher immer noch Probleme, dazu gehören folgende Punkte:

  • wenig Ladesäulen, die mitunter schon besetzt sind
  • kostspielige Anschaffungs- und Wartungskosten für die Betreiber
  • starre Auflagen des deutschen Eichrechts
  • Reichweitenprobleme und die strenge Strecken-Planung nach Verfügbarkeit der Säulen
  • das permanente Mitführen sogenannter Händlerkarten


Mit den Ladefoxx-Säulen sollen nun gleich mehrere dieser Punkte der Vergangenheit angehören. Wichtige Punkte sind:

  • die Low-Tech-Ladesäule „Countdown“ ist eine kosteneffiziente, smarte E-Zapfsäule
  • die Ladesäule kostet ab 799 Euro – zum Vergleich: der Preis einer nach deutschem Eichrecht installierten Hightech-Ladesäule liegt bei etwa 7.000 Euro
  • einfache Installation
  • die Ladeleistung von 11 kW (16 A/ Ladedose Typ 2) entspricht der Anschluss-Leistung eines Küchenherdes
  • der Fachelektriker kann prüfen und messen und der Hausmeister macht den Mauerdurchbruch und die Erdverlegung

Westaflex sagt dazu: „Wir wollten keine Profi-Hardware für Spezialisten, sondern eine Volksladebox.“

Die Abrechnung ist ebenso einfach gehalten. Die E-Ladesäule von Ladefoxx verzichtet auf die Zähl- und Abrechnungsprozesse nach dem bekannten Händlerkartenmodell. Eigentlich greift hierfür in Deutschland das Eichrecht. Beim Countdown-Ladepunkt ist das anders, denn er kalkuliert eine Stellplatzgebühr aus Eigen- und Netzstrombezug und nicht Session fee oder nach kWh. Die Nutzung des Eichrechts entfällt hier also. Allein der Betreiber regelt die Abrechnung. Der eigentliche Strom ist für die E-Mobilfahrer kostenfrei. Die Betreiber können den Preis eventuell in Service-Angebote, in Speisen, Mitgliedsbeiträgen oder Jahreskarten einkalkulieren. Andere Möglichkeiten der Abrechnung sind Schlüssel, geldwerte Bonuskarten usw. Damit wird das E-Laden viel unkomplizierter.

Die Vorteile im Ergebnis liegen somit klar auf der Hand:

  • E-Säulen sind für kommerzielle Betreiber erschwinglich
  • sie sind leicht zu installieren
  • damit wird deutschlandweit ein dichteres Verfügbarkeitsnetz geschaffen


Low Tech bedeutet hier einfach „Schlank machen“ und auf alles verzichten, was unnötige Kosten verursacht. Durch das Eichrecht gibt es immer laufende Kosten, wie Roaming, Eichprüfung und Wartung. Bei Low-Tech ist das nicht so. Die Abrechnung ist einfach und es gibt mehr Platz für smarte Software-Bausteine wie die Countdown-Schaltung. Im Countdown-Modus wird der Ladevorgang grundsätzlich von der Ladestation und nicht vom Fahrzeug beendet.

Trotzdem: Ein smarter Software-basierter Ladepunkt hat alle Optionen einer ausgewachsenen Hardware-basierten Ladesäule!

Ändern sich eventuell die Anforderungen, dann werden entsprechende Software-Optionen freigeschalten. Die Software kann dann remote ausgerollt werden, das heißt, es muss kein Aufstellungsstandort aufgesucht werden. Auf der anderen Seite sind so auch eine Ferndiagnose und das Monitoring problemlos möglich.

Westaflex möchte mit den Säulen alle E-Mobilisten ansprechen, egal ob sie E-Roller-Fahrer oder E-Car-Fahrer sind. Gefragt sind jetzt insbesondere Gewerbetreibende und Einzelhändler, Hotels und Gaststätten. Auch ganze Parkhäuser und Firmenflächen lassen sich ausrüsten. Angesprochen sind aber auch Fahrzeugflotten, Fuhrparks oder Carsharing-Netzwerke, und nicht zuletzt der einzelne Elektrofahrzeug-Besitzer.