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Förderung für Aufstiegsfortbildung

AFBG ist das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, auch „Aufstiegs-BAföG“ genannt, und zu diesem Gesetz ist jetzt die vierte Novelle beschlossen worden. Die Bundesbildungsministerin Karliczek sprach in dem Zusammenhang von einem „guten Tag für die berufliche Bildung“ und erklärte, dass sie das AFBG „zu einem passgenauen Förderangebot für alle drei Fortbildungsstufen, die wir im Berufsbildungsgesetz einführen“ entwickeln möchte.

Bild. ZVSHK

Das „Aufstiegs-BAföG“ ist zur Unterstützung für diejenigen gedacht, die sich weiter fortbilden wollen. Dazu gehören Fachkräfte, die Handwerksmeister, Techniker oder Betriebswirt lernen wollen. Da eine solche Fortbildung mitunter sehr kostenintensiv ist, wurde nun beschlossen, die Zuwendungen ab August 2020 zu erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt tritt das Gesetz auch in Kraft, welches übrigens von Bund und Ländern gemeinsam finanziert worden ist. Enthalten sein sollen beispielsweise die Punkte, den Unterhaltsbeitrag zu einem Vollzuschuss auszubauen und den Maßnahmebeitrag (inklusive Meisterprüfungsstück) auf 50 % anzuheben.

Die Bundesbildungsministerin Karliczek sagt: „Es wird höhere Zuschussanteile geben, höhere Freibeträge, und höhere Darlehenserlasse. Davon werden berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger wie angehende Meister und Meisterinnen, Techniker und Technikerinnen, Fachwirte und Fachwirtinnen sowie staatlich geprüfte Erzieher und Erzieherinnen profitieren.“ Ulrike Bahr von der SPD fügt hinzu: „Alle reden über den Fachkräftemangel. Das neue Aufstiegs-BAföG ist die richtige Antwort darauf und gibt Berufstätigen ein wirksames Instrument an die Hand, damit sie in ihre eigene Zukunft investieren.“

Allerdings gibt es an der Novelle auch Kritik. So sagt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Weiterbildung der Grünen-Bundestagsfraktion, dazu: „Mit der Reform des Aufstiegs-BAföG liefert Bildungsministerin Karliczek ein Gesellenstück, wo ein Meisterwerk gefragt war.“ Sie mahnt an, dass eine gerechte Weiterbildungsförderung sich gerade in Zeiten fehlender Fachkräfte nicht auf formale Aufstiegsfortbildungen beschränken dürfe, sondern Qualifizierung umfassend unterstützen müsse. „Weiterbildung ist heute genauso wichtig wie Schule, Studium oder Erstausbildung im Betrieb“, betonte die Abgeordnete. Dr. Tobias Mehlich ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm und würde sich wünschen, dass „die Landespolitik beispielsweise mit der Meisterprämie nachzieht.“

Beschlossen wurde, das Förderangebot insgesamt zu erweitern, das betrifft alle drei beruflichen Fortbildungsstufen der höherqualifizierenden Berufsbildung. Ziel ist es, die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung gegenüber der akademischen Bildung weiter zu stärken. Der ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagt: „Vor allem die Förderung von bis zu drei aufeinander aufbauenden Fortbildungen ist ein wichtiger Beitrag, um die dringend benötigten Fachkräfte zu sichern.“ Eine weitere Beratung über die drei neuen Fortbildungsstufen soll es noch geben, denn künftig soll es die Bezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ geben.

Zu den beruflichen Fort- und Weiterbildungen gehören zum Beispiel Lehrgänge, Prüfungen, Schreibmaterial, Lehrbücher und Computer. Und um schlussendlich auch während der Bildungsmaßnahme den Lebensunterhalt bestreiten zu können, soll es die Förderung geben. Die Höhe der Förderungen wird hierbei durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) geregelt. Im letzte Jahr wurden dadurch ungefähr 167.000 Personen unterstützt und insgesamt wurden schon rund 2,8 Millionen berufliche Aufstiege mit einer Förderleistung von insgesamt rund 9,2 Milliarden Euro möglich gemacht.

Das neue Gesetz soll Verbesserungen enthalten, wie beispielsweise:

  • einen einkommensabhängigen Zuschuss zum Unterhalt als Vollzuschuss
  • der Unterhaltsbeitrag pro Kind und Ehepartner (je 235 Euro) wird zu 100 % als Zuschuss gewährt
  • die Erhöhung des Kinderbetreuungszuschlags für Alleinerziehende auf 150 Euro im Monat
  • das Höchstalter von betreuungsbedürftigen Kindern steigt von 10 auf 14 Jahre
  • eine Bezuschussung von Lehrgangs- und Prüfungskosten in Höhe von 50 %, die andere Hälfte wird als Darlehen gewährt
  • eine Ausweitung der Stundungs- und Erlassmöglichkeiten zur Rückzahlung
  • die Möglichkeit, mehrfach von der Förderung zu profitieren, und zwar auf allen drei Fortbildungsstufen


Das bekannte Meister-BAFöG wird schon seit dem 1. August 2016 als Aufstiegs-BAföG bezeichnet und soll Fachkräfte bei der Finanzierung ihrer Fortbildung unterstützen. Dadurch ist es Fachkräften möglich, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten über spezielle Fortbildungen weiter auszubauen. Eine Voraussetzung für den Meister-BAföG Antrag gibt es, es ist eine bereits abgeschlossene, erste Berufsausbildung. Gefördert werden sollen alle, die sich mit einem Lehrgang oder an einer Fachschule auf eine anspruchsvolle berufliche Fortbildungsprüfung in Voll- oder Teilzeit vorbereiten. Das Aufstiegs-BAföG fördert dabei die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse wie Meister/in, Fachwirt/in, Techniker/in, Erzieher/in oder Betriebswirt/in.