Zum Inhalt springen

Keine steuerliche Förderung für den Ersatz alter Ölheizungen

Eine steuerliche Förderung für eine Modernisierung alter Ölheizungen ist laut dem Entwurf der Rechtsverordnung zur Ausgestaltung der steuerlichen Sanierungsförderung nicht geplant. Der Entwurf wurde im November vom Bundesministerium für Finanzen vorgelegt.

Das kritisiert der  Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), denn er sieht darin eine finanzielle Benachteiligung der Besitzer von rund 5,5 Mio. Ölheizungen.

Der ZVSHK und speziell seine oberste Interessenvertretung des deutschen Heizungsbauerhandwerks befürchtet nämlich, dass die Ölheizungsbesitzer aufgrund der fehlenden steuerlichen Förderung ihre Heizungen gar nicht erst modernisieren, sondern im Gegenteil, sie über Jahre weiter betreiben werden. Helmut Bramann ist der Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. Er sagt zum Thema: „Unsere Betriebe melden uns bereits entsprechende Kundenreaktionen, die diese Einschätzung untermauern.“

Zu dieser Tatsache kommt außerdem erschwerend hinzu, dass bei ungefähr 3,1 Mio. Heizungen im ländlichen Raum kein Wechsel von Heizöl auf Erdgas oder Fernwärme möglich ist, weil schlicht und einfach keine Erdgas- oder Fernwärmeversorgung am Gebäude vorhanden ist. Der Zentralverband dazu: „Deren Besitzern bleibt gar keine andere wirtschaftlich tragfähige Wahl, als alte CO2-Schleudern weiter zu betreiben.“

Aus diesen Gründen sieht der ZVSHK keinen Sinn darin, eine steuerliche Förderung zu unterlassen und auf diese Weise die Ölheizungsbetreiber bei Modernisierungsvorhaben absichtlich finanziell zu benachteiligen. Der Verband bezeichnet dies als widersinnig und kontraproduktiv und sagt: „Denn gerade hier lassen sich doch unmittelbar die größten Klimaschutzeffekte im Gebäudebereich erzielen.“

Die Forderungen des Verbandes sind daher eindeutig: Die derzeit im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms und des Marktanreizprogramms (MAP) förderfähigen Technologien müssen förderfähig bleiben – schon allein im Interesse eines wirksamen Klimaschutzes für Gebäude. Bramann sagt: „Dies bedeutet auch, dass die derzeit über die KfW geförderte Brennwerttechnik ebenfalls förderfähig bleibt. Sofern keine anderen wirtschaftlichen Alternativen zur Verfügung stehen, sollte dies auch für die Öl-Brennwerttechnik gelten. Die politisch gewollte Benachteiligung von Ölheizungsbesitzern wird für den Klimaschutz anderenfalls zum Bumerang werden.“