Zum Inhalt springen

Neuer Name für Abscheider für Anlagen mit Biokraftstoffen

Die Abscheideranlagen in Bereichen, in denen Kraftstoffe mit Biodiesel, Bioheizöl oder Ethanol zum Einsatz kommen, sind „Anlagen zur Behandlung von mineralölhaltigen Abwässern mit Anteilen von Biodiesel, Bioheizöl und Ethanol.“

Dieser Anwendungsbereich wird von der hEN (harmonisierte EU-Normen) nicht mit abgedeckt. Der Europäische Gerichtshof hat vor fünf Jahren entschieden, dass allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen zu harmonisierten EU-Normen (hEN), z. B.  für Leichtflüssigkeits-Abscheideranlagen nach DIN EN 858, unzulässig sind. Die letzten diesbezüglichen noch gültigen Zulassungen laufen im April 2020 aus.

Im Baurecht und im Wasserrecht gibt es in Deutschland die Leichtflüssigkeitsabscheider. Bau- und Wasserrecht sind jeweils auf Länderebene geregelt. Die DIBt-Zulassungen (Deutsches Institut für Bautechnik) haben bisher beide Rechtsbereiche berücksichtigt. Entfällt die zentrale Regelung, wird es dazu kommen, dass theoretisch Einzelfallprüfungen und Einzelzulassungen erforderlich sind.

Des Weiteren ist festzustellen, dass die europäischen Normen für Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten formal nicht für Treibstoffe, die Biodiesel oder Ethanol (z. B. E10) enthalten, gelten. Diese Treibstoffe werden jedoch eingesetzt und an Tankstellen vertrieben. Aus diesem Grund benötigt man hier Abscheider, die geeignet sind. Hier greift die neue DIN 1999-100, denn hierin enthalten sind Anwendungsbestimmungen, bei deren Beachtung die Abscheider auch bei ethanolhaltigen Kraftstoffen und Biodiesel verwendet werden können.

Das Ganze ist ein neuer Anwendungsbereich, der von den hEN nicht abgedeckt wird. Somit greift jeweils die Erteilung einer bauaufsichtlichen Zulassung, und zwar unter dem Namen „Anlagen zur Behandlung von mineralölhaltigen Abwässern mit Anteilen von Biodiesel, Bioheizöl und Ethanol“. Struktur und Regelungen sind an das System der DIN 1999-100 angelehnt.