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Nur Energieberater der Verbraucherzentrale? – Laut Gebäudeenergiegesetz ja

Der Verband beratender Ingenieure (VBI) übt scharfe Kritik am neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG). Das GEG wurde jüngst von der Bundesregierung verabschiedet und enthält unter anderem einen Passus, wonach nur die 500 Energieberater der Verbraucherzentrale mit der verpflichtend vorgeschriebenen Energieberatung für größere Sanierungen oder Eigentümerwechsel beauftragt werden dürfen.

In diesem Punkt bleiben freie Energieberater somit außen vor.

Jörg Thiele ist der Präsident des VBI und er hat hierzu eine klare Meinung: „Die mehr als 11.000 qualitätsgeprüften und für die Förderprogramme des Bundes zugelassenen freien Energieberater sind dadurch von diesem Markt ausgeschlossen.“ Er sagt weiter, dass dies eine „nicht nur gesetzlich verordnete Wettbewerbsverzerrung“ sei, sondern zusätzlich auch „Engpässe bei der Energieberatung vorprogrammiert“ seien.

Die Forderung des VBI – auch im Namen der zahlreichen Ingenieure unter den Verbandsmitgliedern – lautet daher, das Gesetz seitens des Bundestages deutlich zu korrigieren. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass die verpflichtenden Beratungen bei Sanierungen oder Verkauf nur für Ein- und Zweifamilienhäuser vorgeschrieben sind, aber beim Verkauf von Mehrfamilienhäusern nicht greifen.

Der VBI begrüßte schon im Sommer grundsätzlich den Gesetzentwurf, übte zu diesem Zeitpunkt aber bereits Kritik dahingehend, dass der Entwurf hinter dem auch wirtschaftlich gebotenen Anforderungsniveau zurückbleibe. Jetzt wiederholt VBI-Präsident Thiele die Kritik: „Aus VBI-Sicht ist eine Verschärfung der energetischen Anforderungen für Neubauten, insbesondere aber bei Sanierungen im Bestand um 30 bis 40 Prozent vertretbar und zum Erreichen der Klimaschutzziele erforderlich.“