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Unzufriedene Azubis werden immer mehr

Der Ausbildungsreport 2019 der Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)-Jugend hat ein markantes Ergebnis: Es werden Nachbesserungen im Berufsbildungsgesetz gefordert. Wie kommt das?

Zu einer besseren Ausbildungsqualität muss auch die Politik ihren Teil beitragen, sagt DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte, zum vorliegenden Gesetzentwurf für die Novelle des Berufsbildungsgesetzes. Bild: DGB

Der Report soll die Qualität von Berufsausbildungen untersuchen und kommt zu dem Schluss, dass weniger als 70 Prozent aller Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden sind. Die Tendenz ist weiter sinkend. Die jungen Menschen gaben außerdem an, dass sie nur unzureichend auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet werden.

Der Ausbildungsreport wird jährlich durchgeführt. In diesem Jahr haben sich ungefähr 16. 000 Auszubildende aus den 25 häufigsten Ausbildungsberufen beteiligt. Die Azubis sind unter anderem aus nachfolgenden Branchen:

  • Industriemechaniker/-innen
  • Elektroniker/-innen
  • Verkäufer/-innen
  • Maler/-innen und Lackierer/-innen
  • Anlagen-mechaniker/-innen

Die Schwerpunkte der Befragung waren beispielsweise die Digitalisierung, die Ausbildungszufriedenheit und die Qualität der Ausbildung.

Der Bereich der Digitalisierung ist in ihrer Ausbildung wichtig oder sehr wichtig - das geben durchschnittlich 80 Prozent der Befragten an. Im Gegensatz dazu sehen sich aber nur 54 Prozent der Azubis während ihrer Ausbildung gezielt darauf vorbereitet, digitale Technologien zu nutzen. Im Bereich der Anlagenmechaniker/-innen ist das Ergebnis noch gravierender: 72 Prozent erachten das Thema als wichtig, aber nur 39 Prozent davon sehen sich für die Nutzung digitaler Technologien qualifiziert.

Warum sehen die Auszubildenden ihre Ausbildung so negativ? Eine Ursache dürfte in der schlechten technischen Ausstattung vieler Berufsschulen liegen. Hierzu meinen fast ein Drittel der befragten, dass die Berufsschulde nur „ausreichend“ oder sogar nur „mangelhaft“ ausgestattet ist. Elke Hannack ist die stellvertretende DGB-Vorsitzende und sagt: „Diese Zahlen machen uns Sorge. Berufsschulen und Betriebe müssen gleichermaßen besser werden. Die Mittel aus dem Digital-Pakt von Bund und Ländern müssen auch an den beruflichen Schulen ankommen. Überdies gilt es, das betriebliche Ausbildungspersonal besser zu qualifizieren.“

Ein riesiges Problem ist die Ausbildungsqualität und damit verbunden die Zufriedenheit. Folgende Punkte müssten überdacht und geändert werden:

  • regelmäßige Überstunden für viele Auszubildende – 36 Prozent gaben das als Problem an
  • regelmäßige Überstunden bei minderjährigen Azubis – 11,9 Prozent gaben das an, obwohl Überstunden bei Azubis unter 18 Jahren verboten sind
  • das Ausführen von ausbildungsfremden Tätigkeiten – 12,2 Prozent der Jugendlicheren müssen „häufig“ oder „immer“ ausbildungsfremde Arbeiten ableisten

Die Bundesjugendsekretärin Conte mahnt hierzu: „Die Ausbildungsbetriebe müssen sich an geltende Gesetze halten. Eine Ausbildung ist ein Lernverhältnis. Die Auszubildenden dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden.“

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) befindet sich zurzeit in Überarbeitung und der vorliegende Entwurf des neuen Gesetzes soll bereits zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Es sind hier einige Änderungen enthalten, die folgende Punkte betreffen:

  • eine Mindestvergütung
  • höherqualifizierende Berufsausbildungen mit einheitlichen neuen Abschlussbezeichnungen
  • Regelungen zur Durchführung von Teilzeitausbildungen


Aber unabhängig von dem Entwurf sieht der DGB-Jugend noch weiteren Nachbesserungsbedarf. „Zu einer besseren Ausbildungsqualität muss auch die Politik ihren Teil beitragen“, sagt Bundesjugendsekretärin Conte. Daher wurden folgende Forderungen aufgestellt:

  • die Rückkehrpflicht in den Betrieb nach der Berufsschule abschaffen
  • die Azubis für die Prüfungsvorbereitung freistellen
  • die Ausbildung kostenfrei gestalten

Conte sagt zum Thema: „Zudem sollte der Geltungsbereich des Gesetzes auf die betrieblichen Phasen des dualen Studiums ausgeweitet werden, das immer mehr Jugendliche absolvieren.“

Der Ausbildungsreport umfasst 60 Seiten und wurde Ende August veröffentlicht. Dieser Link führt direkt zur Studie Ausbildungsreport 2019: http://bit.ly/ausbildungsreport