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Fähre fährt mit Wasserstoff

Wasserstoff statt umweltverpestendem Diesel – das ist bei einer Passagierfähre in San Francisco leider noch eine Vision, aber eine saubere und umweltschonende. Zukünftig könnte dann die SF-Breeze / die Wasserstoff-Fähre in San Franciscos Bay Area verkehren, ohne die Luft zu verpesten.

 

 

Eine Fähre, die Wasserstoff als Antrieb nutzt, wäre eine Alternative für den Diesel, der eine große Umweltbelastung darstellt. Forscher des Sandia National Laboratories (SNL) sind zuversichtlich, dass das bald Realität werden kann. Sie haben eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und kamen zu dem Ergebnis, dass sich  der umweltfreundliche Antrieb auch für große Schiffe eignet.

Wie genau würde dann die Technik aussehen?

Eine Brennstoffzelle wandelt Umgebungsluft und Wasserstoff in Wasser um. Dazu ist ein Wasserstofftank notwendig,  genügend Platz lässt sich dafür auf der Fähre finden. Bei dieser Umwandlung entsteht Strom für den Elektromotor. Dieser steht einem Dieselmotor auch in nichts nach, denn er beschleunigt die Wasserstofffähre auf 35 Knoten (63 km/h). Die Reichweite liegt dann nach den Berechnungen bei ca. 80 Kilometern. Als Abgas produziert diese Fähre dann kein CO2 mehr, sondern Wasserdampf, der gänzlich unschädlich für die Umwelt ist.

Ist eine Umsetzung denkbar?

Einige Stolpersteine müssen sicherlich noch aus dem Weg geräumt werden. Ingenieur Curt Leffers sagt zum Thema: „Ein solches Boot wurde noch nie zuvor gebaut, Wasserstoffzellen sind bei gleicher Leistung schwerer als Dieselmotoren, daher war es schwierig das richtige Verhältnis zwischen Leistungsstärke und Gewicht zu finden.“

Wer sich allerdings einmal in der Welt der Technik umsieht, der findet aber schon Vorreiter in der Autobranche und auch bei den Zügen. Ein Beispiel ist das Auto Toyota Mirai. Dieses Fahrzeug hat eine 56 kg schwere Brennstoffzelle unter den Vordersitzen. Mit einer innovativen Technologie beträgt die Reichweite 550 Kilometer.

Im Bereich des Schienenverkehrs gibt es so etwas auch: Der Corodia iLint wurde auf der Bahnmesse InnoTrans 2016 vorgestellt und wird schon nächstes Jahr in Bremen zum Einsatz kommen. Der Regionalzug hat Wasserstofftanks und Brennstoffzellen auf dem Dach. Besonders gefragt ist der Zug auf Strecken, auf denen sich eine Elektrifizierung nicht lohnt. Die Reichweite von bis zu 800 Kilometern ist beispielhaft.

Bleiben noch die Verkehrszeuge der Luft. Und auch hier gibt es Neues. Ein erstes Flugzeug mit Wasserstoffantrieb und Brennstoffzellen ist bereits in Stuttgart in die Luft gegangen. Dafür ist ein Einsatz als Lufttaxi vorgesehen.