Zum Inhalt springen

Energieautarkes Wohnen

Kann man vollkommen energieautark in seinem Eigenheim leben? Wird genügend Strom mit der PV-Anlage produziert, dass auch das E-Auto geladen werden kann? Gibt es Speichermöglichkeiten, um auch abends das Fernsehgerät und nachts die Lampe anschalten zu können? Diese und andere Fragen stellen sich die Verbraucher, wenn es um Energieangelegenheiten geht. Die Umwelt soll geschont werden und ebenso der eigene Geldbeutel. Einige der Fragen werden jetzt durch die Ergebnisse einer Studie beantwortet.

Die Studie wurde am 12.10.2016 von BMW, der TU München, dem Fraunhofer Institut für Bauphysik und weiteren Partnern präsentiert. Diese Praxisstudie liefert ein eindeutiges Ergebnis, nämlich, dass Energieautarkes Wohnen mit Photovoltaik möglich ist und nebenbei auch noch kostenloser Strom für Elektrofahrzeuge abfällt. Prof. Dr.-Ing. Werner Lang, Inhaber des Lehrstuhls für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen an der TU München fasst dazu wie folgt zusammen: „Damit wird das Konzept der Projektpartner, dass ein Wohnhaus in Zukunft sauberen Strom sowohl für den Haushalt als auch das Familienauto produzieren kann, eindeutig bestätigt.“

Nachgewiesen wird das Ganze im Ergebnis des Pilotprojekts „Energieautarke Elektromobilität im Smart-Micro-Grid – vom Einfamilienhaus zum intelligenten Parkhaus“.

Aber wie genau sieht die Technik nun aus? Wie muss das Haus ausgestattet sein?

Um genügend Strom für den Eigenverbrauch und den Haushalt bereitzustellen, benötigt der Hauseigentümer eine Photovoltaik-Anlage, sowie eine Verbindung aus elektrischen und thermischen Speichern. Auch regelbare Verbraucher sind von Vorteil, so dass beispielsweise die Waschmaschine läuft, wenn die Sonne scheint. Die PV-Anlage stellt genügend Strom für vier Personen bereit. Bleibt Strom übrig, wird er gespeichert bzw. kann zum Laden des Elektro-Fahrzeugs genutzt werden. Im Projekt war das ein BMW ActiveE.

Ein zusätzliches integriertes Energiemanagement-System garantiert die Laufzeiten der Wärmepumpe in Tagesstunden mit Stromüberschuss. So werden die energetisch günstigen Stunden genutzt und außerdem die Leistung der Pumpe optimiert.

Was natürlich notwendig ist, ist ein elektrischer Speicher. Dieser erhöht insgesamt die Eigennutzung des produzierten Stroms.

Die Zukunft des Konzeptes

Selbstverständlich wollen die Forscher das Konzept weiter ausbauen und voranbringen. der Geschäftsführer des Bauunternehmens Krieger + Schramm, Matthias Krieger sagt dazu: „Vor allem architektonisch soll das Energie-Speicher-Plus-Haus weiterentwickelt werden.“ Andreas Huber, Leiter der Münchener Niederlassung von Krieger + Schramm, fügt ergänzend hinzu: „Unser Ansatz, auch das Zukunftsthema Elektromobilität von Anfang an in das Energiekonzept zu integrieren, ist neu und  bereits während der Pilotprojektphase auf großes Interesse und Medienecho gestoßen.“