Zum Inhalt springen

Mit „Zortström“ Betriebskosten senken

Der Frankfurter Eurotower ist ein Riesen-Sanierungs-Projekt und lässt deutlich erkennen, wie wichtig eine objektangepasste Hydraulik-Lösung für den Betriebskostenhaushalt einerseits und für die Qualität einer Energieversorgung andererseits ist. Bis zum Jahr 2014 war hier die Europäische Zentralbank zu Hause, seit 2015 ist der Eurotower der Sitz der Europäischen Bankenaufsicht.

Zu dem Zeitpunkt des Wechsels begann auch die aufwendige Sanierung, wozu auch die Erneuerung der Heiz-und Kältezentrale sowie des Verteilsystems gehören. Jetzt stabilisiert die Verteil-Technologie „Zortström“ den Anlagenbetrieb und senkt dabei die Betriebskosten im Frankfurter Eurotower.

Die objektverantwortlichen Planer Dipl.-Ing. Harald Hess-Quint und Dipl.-Ing. Martin Köhler vom Ingenieurbüro für Technische Gebäudeausrüstung Waldemar Paulus, VDI & Partner (Hanau) sagen:
„Die ursprünglich verbaute Anlage mit konventionellen Verteilern konnte die hohen hydraulischen Anforderungen des 141 m hohen Turms einfach nicht mehr erfüllen. Probleme entstanden vor allem durch die Arbeit der installierten Großpumpen: Sie erzeugten einen so hohen Unterdruck, dass die benötigten Solldurchflüsse zur Versorgung der zahlreichen Abnehmer im Gebäude nicht mehr erzielt werden konnten. Der Personaleinsatz, den die Regulierung des unzureichenden Netzbetriebs erforderte, war immens – fortlaufend mussten Techniker dafür sorgen, die Ventile im System neu auszurichten.“

Bis zum Zeitpunkt der Erneuerungen war hier eine hoch energie- und kostenintensive Gebäudebewirtschaftung zugegen, was durch folgende Maßnahmen / Installationen geändert werden sollte:
•    neue, effiziente Erzeuger für Kälte, Wärme und Strom
•    Integration von zwei neuen Blockheizkraftwerken
•    Einbau von zwei Kältemaschinen
•    vier neue Kühltürme mit freier und mechanischer Kühlung im Tandembetrieb, was nur über den Zortströmverteiler möglich ist
•    insgesamt eine leistungsfähige Hydrauliklösung

Gebraucht wurde jetzt also eine geeignete technische Lösung, welche die Energieflüsse der verschiedenen Erzeuger und der Verbraucherseite effizient und stabil koordinieren konnte. Vom Vorarlberger Unternehmen Zortea kam dann die passende Lösung: Insgesamt drei „Zortström“-Anlagen, die sowohl Wärme- als auch die Kältekapazitäten der neu installierten Erzeuger bedarfsgerecht an die Verbraucher leitet. Cristian Zortea-Soshko, Leiter Technikentwicklung bei Zortea, sagt: „Unsere Anlagen installierten wir im 38. Stockwerk des Eurotowers – dabei standen wir natürlich vor einer Reihe baulogistischer Herausforderungen.“ Aber die Herausforderungen konnten mit dem Planungsbüro und dem ausführenden Unternehmen Entega Energie GmbH gemeistert werden. Eingebaut wurden dann:
•    ein 4-stufiger „Heiz-Zortströms“
•    zwei jeweils 2- und 3-stufige „Kälte-Zortströms“

Seitdem arbeitet die Anlage und reguliert alle Energieflüsse zwischen der Erzeuger- und der Verbraucherseite. „Die Effektivität des ‚Zortström‘-Prinzips beruht einerseits darauf, dass alle Volumenströme hydraulisch voneinander entkoppelt werden und keine gegenseitige Beeinflussung etwa der Pumpenleistung erfolgt“, erklärt Martin Steinhart, Geschäftsführer der Zortea Gebäudetechnik GmbH. „Darüber hinaus realisiert das System eine exakte Trennung mehrerer Temperaturschichten und ermöglicht damit eine effiziente thermische Bedarfsdeckung nach Verbraucheranforderung. Vor- und Rücklauftemperaturen können so optimal angepasst und genutzt werden.“

Die neue Anlage stellt nun Kälte in drei Stufen von 6, 12 und 18 °C zur Verfügung, und zwar für die Lüftung, für die Umluftkühlgeräte und für die Serverkühlung. Sind die Verbraucher ausreichend gekühlt, leitet der zweistufige „Zortström“ das Wasser in den Temperaturstufen von 26 und 32 °C weiter.

Die gesamte neue Installation der „Zortström“-Anlagen hat unterm Strich einige Vorteile gebracht:
•    Hydraulikprobleme konnten dauerhaft behoben werden
•    ein optimierter Betrieb von Kälteerzeugern und Blockheizkraftwerken wird ermöglicht
Hess-Quint fasst zusammen, dass die neue Anlage ein „ein wichtiges Instrument zur Verbesserung des Kostenhaushalts und der betrieblichen Ökobilanz ist. Durch den energetischen Umbau und die Erneuerungsmaßnahmen konnten im 1. Betriebsjahr Einsparungen von rund 10 Mio. kWh Strom und ca. 5000 t CO2 erzielt werden.“