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Eigenverbrauch extrem: So erhöht man seine PV-Effizienz maximal

Anzeige: Wenn man Photovoltaik nicht nur aus einem reinen Umweltstandpunkt betrachtet, sondern vor allem das Finanzielle im Auge hat, kann es gar nicht genug Eigenverbrauch geben. Und dafür sind durchaus auch unkonventionell anmutende Tricks erlaubt.

PV liefert nur, wenn die Sonne scheint. Strom benötigt man jedoch immer. Doch kann man hier viele Brücken schlagen. Bild: pixabay.com © Bru-nO

Viele universell verwendbare Küchenzutaten kann man problemlos in großen Mengen für buchstäbliche Schlechtwetterperioden vorkochen. Bild: pixabay.com © 256417

Elektroroller sind niedrigschwellige E-Mobilität und können für Einkäufe und Co. nach Feierabend perfekt den Tagesstrom ausnutzen. Bild: pixabay.com © Trinity_eRoller

Für die Privatbesitzer von Photovoltaikanlagen werden die Zeiten zunehmend härter. Ab Juli 2019 beträgt die Einspeisevergütung pro KWh bei den für normale Einfamilienhausdächer so typischen Anlagen bis 10KWp gerade mal noch 11,04 Cent; bei den Anlagen bis 40KWp sind es sogar nur noch 10,74 Cent.
Umgekehrt muss man mittlerweile jedoch im Deutschlandmittel pro zugekaufter Kilowattstunde Strom ungefähr 30 Cent bezahlen. Da braucht es kein Mathematik-Studium, um zu erkennen, dass eine gewaltige Lücke klafft.
Konkret sieht es so aus: Je mehr Strom man selbst erzeugt, aber nicht selbst verbraucht, sondern einspeist, desto weniger rechnet sich die PV-Anlage auf der Jahresabrechnung, desto länger braucht sie, um sich zu amortisieren.
Natürlich wäre es dementsprechend das Optimum, einfach genügend Geld in die Hand zu nehmen und sich im Keller einen wahrlich üppig dimensionierten Stromspeicher installieren zu lassen, der den Haushalt auf Tage hinweg mit dem versorgen kann, was man auf dem Dach selbst produziert hat. Aber das kostet eben nach wie vor hohe vier- oder gar fünfstellige Summen.
Für den folgenden Artikel zeigen wir deshalb, wie man seinen Eigenverbrauch auch mit günstigeren, teils kostenlosen Methoden stark erhöhen kann – auch mit in der heutigen Energiesparzeit unkonventionell anmutenden Methoden.

1. Kühlen und Gefrieren per Zeitschaltuhr
Für alle noch folgenden Tipps wird natürlich vorausgesetzt, dass man sowohl seine PV-Anlage wie die Verbraucher im Haushalt bestens kennt und genau weiß, was sie leisten/benötigen.
Betrachten wir moderne Kühl- und Gefrierschränke, haben wir es mit folgendem zu tun: Selbst ausnehmend günstige Kühlschränke können ihre Temperatur für fünf Stunden halten – bei hochwertigen (besser gedämmten) Modellen sind es meist viel mehr.
Bei Gefrierschränken, Truhen usw. sprechen wir sogar von mehreren risikolosen Tagen. Dabei braucht man solche Extremwerte gar nicht. Es reicht, wenn man die allnächtlichen Dunkelperioden überbrückt:
1. In der Bedienungsanleitung nachschauen, wie lange die stromlose Reserve andauert.
2. Zwischen Gerät und Steckdose eine Zeitschaltuhr einstecken und diese für die Nachtstunden auf diese Stundenzahl einstellen.
3. Gerät auf hohe Leistung schalten, um mehr Kühlreserve (auch wegen des Öffnens) zu bekommen.
Produziert die PV-Anlage tagsüber, laden sich die Geräte mit Eigenstrom auf und bleiben auch dann kalt, wenn es dunkel ist –  natürlich umso besser, je seltener man Schrank und Truhe öffnet.

2. Vorkochen mit Wetterbericht
Eigenverbrauchserhöhung bedeutet oft genug, dass man „eigentlich“ nicht mehr tun muss, als Gewohnheiten ein bisschen abzuändern. Und dazu kann es auch gehören, einfach seinen Tagesrhythmus etwas zu justieren.
Denn zieht man Standby-Geräte wie Computer und Fernseher sowie die Beleuchtung ab, bleiben Backofen und Herdplatten als größte Einzelstromverbraucher im Haushalt.
Zumindest im Frühjahr und Sommer, also dann, wenn es vor der Arbeit und nach Feierabend ausreichend hell ist, dass Photovoltaik auch dann noch Strom produziert, kann es ultimativ helfen, den Wetterbericht zu konsultieren. Ist für die kommenden Tage eher trübes (= leistungsschwaches) Wetter angekündigt, nutzt man die Gunst der Stunde, um gleich mehrere Gerichte vorzukochen.
Das müssen keine ganzen Menüs sein. Aber wenn man beispielsweise viel mehr Nudeln, Kartoffeln, Reis etc. vorkocht, Gehacktes anbrät usw., spart man in den kommenden Tagen viel Energie, weil man diese Zutaten nur noch aufwärmen muss. Friert man alles ein, kann man die Reserve sogar ins Schlechtwetterhalbjahr erweitern.

3. Direkt erhitzen statt pauschal
Vor allem Hausbesitzer, die für das Heizen auf einen fossilen Energieträger setzen, sollten an diesem Punkt genau hinschauen.
Denn das Prinzip der Zentralheizung bedeutet auch, dass Warmwasser pauschal hergestellt und bevorratet wird. Hier sollte man überlegen, das Haus ganz oder zumindest teilweise (etwa in der Küche) um eine altbekannte Technik zu erweitern, den Durchlauferhitzer.
Die Apparate eint, dass sie Wasser nur erwärmen, wenn der Hahn aufgedreht wird. Das macht es, vor allem in Verbindung mit einem angepassten Tagesrhythmus (etwa Duschen, wenn es schon/noch hell ist) möglich, den Verbrauch sehr präzise zu steuern. Der Effizienz und Haltbarkeit halber sollte man allerdings auf Geräte vom Markenhersteller setzen. Diese sind verbrauchsoptimierter und regulieren die Wärme gradgenau.
Übrigens: Dazu sind keine umfangreichen Installationsarbeiten nötig. Die Geräte brauchen nur einen Kaltwasseranschluss. Ist daneben ein Warmwasseranschluss zur Zentralheizung vorhanden, kann er einfach vom Klempner verschlossen werden.

4. Elektroroller anschaffen
Die Lebensumstände mögen es vielleicht nicht ermöglichen, auf ein vollelektrisches Auto umzusatteln. Das ist okay. Allerdings gibt es für so viele Fahrten, für die man kein vierrädriges Vehikel benötigt, die zweirädrige Alternative.
Hier kommt einem zupass, dass Elektroroller derzeit enorme Zuwachsraten vermelden. Nicht nur für chinesische No-Name-Produkte – selbst Roller-Altmeister Piaggio/Vespa hat jetzt „eine Elektrische“ im Repertoire.
Hinzu kommt, dass jeder, der im Besitz eines B-Klasse Autoführerscheins ist, dort automatisch auch klasse AM integriert hat. Damit darf man E-Roller bis maximal 45km/h Höchstgeschwindigkeit fahren.
Ein solches Gerät hängt man, ebenfalls per Zeitschaltuhr, einfach zuhause ans Netz, sodass es tagsüber geladen wird. Und immer dann, wenn kleinere Einkaufs- und sonstige Fahrten anstehen, nimmt man seinen E-Roller. Mit etwas Geschick fährt man ihn so vollkommen ohne „Kraftstoff“kosten.

5. Akkuwerkzeug konsequent
Wer zur Riege der Hausbesitzer gehört, ist meistens auch in Personalunion Hobbygärtner und vielleicht auch Heimwerker. Und selbst wer beides nicht ist, ist doch zumindest seine eigene Reinigungsfachkraft und nutzt dafür auch Elektrogeräte.

  • Heckenschere
  • Motorsäge
  • Bohrmaschine
  • Staubsauger
  • Fensterputzer
  • Winkelschleifer
  • Druckreiniger

und dazu noch ein Berg weiterer Garten- Werkstatt-, sowie Küchen- und Haushaltsgeräte eint, dass man sie vielfach vollkommen unabhängig vom Wetter nutzt, oder teils auch nutzen muss.
Das liegt daran, dass sie per Kabel mit der Steckdose verbunden werden. Natürlich hätte man die Option, künftig beispielsweise nur noch bei Schönwetter zu staubsaugen, nur bei wolkenlosem Himmel die Hecke zu schneiden. Auch das wäre Eigenverbrauchserhöhung.
Etwas realitätsnäher ist es jedoch, sich künftig eine Maßgabe aufzuerlegen: Alles, was elektrisch betrieben ist, sollte einen Akku haben. Dazu muss man nicht auf einen Schlag alles neukaufen; das wäre ein ziemlich teures Unterfangen. Aber es reicht, wenn man sukzessive bei Neuanschaffungen nur auf Akkugeräte setzt.
Denn die Energiespeicher, gerne ergänzt über ein dazugehöriges Smart-Home-System, das automatisch Steckdosen freigibt und sperrt, können tatsächlich nur bei Sonnenschein geladen werden. Setzt man ausschließlich auf Lithium-Ionen-Akkus, ist das nicht mal der Lebensdauer abträglich.
Wann man das Gerät nutzt, ist dann vollkommen egal. Denn der benötigte Strom wurde dann geladen, als die eigene PV-Anlage ihn produzierte.