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Beispiel für gesundes Raumklima

In Gifhorn in der Lüneburger Heide gibt es eine Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG), deren Mieter Mitglieder der Genossenschaft sind. Die Gesellschaft hat jetzt neuen Wohnraum geschaffen, der untergebracht in einem Mehrfamilienhaus in Massiv- und Holzbauweise dem Energiestandard KfW 70 entspricht.

Unter anderem wurden hier Systeme zur Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung verbaut. GWG-Projektmanager Thomas Koch sagt dazu: „Eine grundlegende Vorgabe bei der Planung war die Einhaltung des KfW-70-Standards. Daher wurde das Gebäude mit Dreifachfenstern und einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) von 18 cm Stärke ausgeführt.“  Auf diese Weise entstand für die acht Wohnungen eine adäquate Dämmung.

Bei einer solch dichten Fassade findet allerdings kein natürlicher Luftwechsel statt und daher waren weitere bauliche Maßnahmen notwendig. Denn wird nicht vernünftig und ausreichend gelüftet, dann wären ungesunde Raumluftbedingungen die Folge und durch Schadstoffe und Feuchtigkeit könnte sich Schimmel bilden. Projektleiter Thomas Koch sagt: „Architekt und Fachplaner rieten uns deshalb zum Einbau einer kontrollierten Lüftungslösung. Im Vorfeld haben wir dann auch noch zusätzlich, gemäß der entsprechenden Norm DIN 1946-6, eine lüftungstechnische Bewertung der Immobilie durchführen lassen. Sie bestätigte die Empfehlung für eine Wohnraumlüftungsanlage.“

Neben den guten Luftverhältnissen haben diese Systeme auch noch andere Vorteile, wie zum Beispiel im energetischen Bereich. Frank Kruschewski vom ausführenden Planungs- und Installationsunternehmen weiß: „Zentrale Wohnraumlüftungsanlagen sind in der Lage, einen großen Teil der Wärme aus der Abluft auf die einströmende Außenluft zu übertragen. Das senkt die Heizkosten und erhöht die energetische Wertigkeit der Immobilie.“ Nimmt man nun die hohen EnEV-Standards, dann muss eigentlich in jedem Fall kontrollierte Raumlüftungsanlage eingebaut werden.

In dem Mehrfamilienhaus in Gifhorn wurde schließlich ein System von Zehnder installiert. Das Herz der Anlage ist das Lüftungsgerät „ComfoAir 180“ mit den Abmessungen 558 x 680 x 299 mm. Die kompakten und kleinen Abmessungen und der modulare Aufbau der Anlage bieten durchaus Vorteile. Hersteller Zehnder sagt dazu: „Die Komponenten der Außen- und Fortluftführung (‚ComfoPipe Plus‘-Doppelkanäle) lassen sich dank einer Quaderform und flacher Dimensionierung von 200 mm Höhe hinter der Verblendung der Einbauküche anbringen. Die Doppelkanäle bestehen aus dem wärmedämmenden Werkstoff EPP (expandiertes Polypropylen), der die Anforderungen der DIN 1946-6 hinsichtlich der Installation von Außen- und Fortluft innerhalb der thermischen Gebäudehülle erfüllt.“

In unserem Beispiel in Gifhorn wurden die Komponenten oberhalb einer abgehängten Decke angebracht, was durch die flache Ausführung der Verteilkästen und Lüftungsrohre kein Problem war. Die Frischluft gelangt nun in die Zulufträume durch die 51 mm hohen Flachovalrohre. Die verbrauchte Luft wiederum wird aus den Ablufträumen abgesaugt, und zwar ohne eine Geräuschübertragung in die einzelnen Zimmer. Außerdem sind die Lüftungsrohre von innen beschichtet, was eine Staubablagerung verhindert.

Mit dem installierten Lüftungsgerät wird bis zu 95 % der Abluftwärme auf die Außenluft übertragen. In unserem Beispiel liegt der Frischluftbedarf je nach Wohnfläche bei ca. 100 m³/h. Das Prinzip der Luftmengenführung funktioniert nun so, dass Zu- und Abluft über zwei Gleichstrom-Ventilatoren geregelt werden. Das hat einerseits den Vorteil eines niedrigen Stromverbrauchs und andererseits werden gleichzeitig Druckunterschiede im Luftverteilsystem ausgeglichen. Thomas Koch sagt: „So ist ein ausbalancierter Strom von Zu- und Abluft auf allen Lüftungsstufen sichergestellt.“

Durch die Nutzung eines Kombi-Außenwandgitters ist nur ein Element für Außen- und Fortluft notwendig. Die Zuluftventile in den Innenräumen sind nach Aussagen des Herstellers Zehnder eine gute Lösung, denn die „Renovationsventile“ können auf die Anschlussgehäuse gesteckt und fast deckenbündig installiert werden. Durch die Bauform der Ventile, mit runden Aussparungen am unteren und gebogenen Schlitzbändern am oberen Rand, ist gewährleistet, dass die Frischluft beim Einströmen dem „Coandă-Effekt“ folgt. Das bedeutet, dass die Zuluft an den Oberflächen von Wand und Decke entlangströmt und auf diese Weise den Raum durchflutet.