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IoT und Smart Home im Pelletbereich

IoT bedeutet Internet of Things = das Internet der Dinge. IoT geht noch viel weiter als Smart Home und bietet in vielen Bereichen deutliche Vorteile. Aber weiß das Handwerk, vornehmlich die Pelletbranche die Chancen der Digitalisierung auch zu nutzen? Nachfolgend werden dazu einige Fakten aufgeführt und einige Fragen beantwortet.

Mit IoT tun sich großartige Möglichkeiten auf, dazu gehören unter anderem:
•    kontinuierliche Übermittlung von Heizungsdaten
•    erkennen von Betreibermustern durch die Datenaufnahme aus dem praktischen Betrieb
•    gezieltes Optimieren durch die Überwachung des Alltagsbetriebs
•    Analyse von Verhaltensweisen von Kunden für das Marketing
•    Schnelles Erkennen von Trends
•    Übermittlung von Störungen an den Fachbetrieb
•    und vieles mehr

Tatsächlich ist es so, dass es in der Pelletbranche Entwicklungen in den Bereichen IoT und Smart Home gibt, auch wenn es insgesamt so aussieht, als sei es sehr ruhig in der Branche. Die Feuerungstechnik ist insgesamt gut entwickelt und nun geht man in Richtung Digitalisierung. Eta-Geschäftsführer Ferdinand Tischler sagt: „Dem Thema IoT und Smart Home widmet sich unser Unternehmen schon seit mehr als 10 Jahren.“ Beate Schmidt-Menig, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb bei Ökofen-Deutschland, kennt ebenfalls das Thema Digitalisierung: „Die Digitalisierung beeinflusst die Erwartungshaltung von Kunden. Informationen, Produkte und Dienstleistungen müssen schnell verfügbar sein und der Kunde muss dort abgeholt werden, wo er sich am häufigsten informiert: im Internet.“ Insgesamt wird das Thema Digitalisierung als hilfreich eingeschätzt. Tischler sagt: „Wenn die Kesselbesitzer den Kundendienstzugang freischalten, hat das für die Optimierung einer Anlage bzw. die Suche von Fehlern einen großen Vorteil, da auch vom Kundendienst aus dem Büro ein voller Zugriff auf die Bedieneinheit möglich ist.“ Ein Vorteil ist ebenso, dass Datenaufzeichnungen vorgenommen werden könnten und die Anlagen analysiert werden können. Schmidt-Menig: „Da das Fachhandwerk stark ausgelastet ist, werden sie digitale Services nach und nach verstärkter nutzen, um Zeit und Anfahrtswege zu sparen.“

Tatsache ist, dass die Produktentwicklungen in der Pelletbranche eben durch die Digitalisierung vorangebracht werden. Frau Schmidt-Menig meint: „Erste Ansätze sehen wir in der Kopplung verschiedener Energiesysteme, wie z. B. innovative Pellet-KWK-Anlagen.“ Der Hersteller Hargassner beispielsweise entwickelt momentan neue Apps, ein neues Online-Portal und neue Kesselsteuerungen. Christian Neuburger, Teamleiter Software-Entwicklung bei Hargassner, sagt: „Ein ganz wesentlicher Aspekt ist dabei die Vernetzung all dieser Systeme. Dabei spielt auch die Entwicklung eines intuitiven Raumbedienungskonzeptes eine wichtige Rolle. Hier wird in die Überlegungen neben neuester Touch-Technologie auch das Thema Sprachsteuerung mit einbezogen.“

Schon jetzt sind Ökofen-Kessel mit Smart-Home-Lautsprechern steuerbar. Es ergeben sich daraus einige Vorteile:
•    per Sprachbefehl kann die gewünschte Temperatur konfiguriert werden
•    der Energiesparmodus kann bequem aktiviert werden
•    der Pelletvorrat im Tank wird schnell überprüft
Außerdem bietet Ökofen Schnittstellen zu Loxone oder zu Auto-Ladestationen wie die Keba Wallbox an. Loxone ist ein österreichisches Unternehmen, das sich mit der Herstellung von Hard- und Software zur Gebäudeautomation beschäftigt. Insgesamt kann man an diesen Fakten gut erkennen, dass sich die Pelletbranche gut weiterentwickelt. So wird die klassische Hybridlösung Pellet-Solarthermie um andere Lösungen erweitert.
Der Hersteller Hargassner hat schon seit längerem fortschrittliche Features an, wie zum Beispiel:
•    App Anbindungen zu verbreiteten Smart-Home-Lösungen wie Loxone oder KNX
•    die Schnittstelle Modbus/TCP für die Anbindung weiterer Systeme
Auch Eta stellt Schnittstellen zur Verfügung, wie beispielsweise einen Webservice oder Modbus/TCP oder auch KNX.

Aber damit ist noch lange nicht Schluss im Bereich der Entwicklungen, es gibt viele weitere innovative Beispiele, die die Digitalisierung hervorgebracht hat: Die „Wetterfrosch-Funktion“ bei Pelletkesseln von Solarfocus zum Beispiel bezieht regelmäßige Daten von einem Wetterserver. Daraufhin wird über einen Regelalgorithmus das Heizen in Abhängigkeit vom Wetter gesteuert. Insgesamt ist der Begriff „Geolocation“ – „Daten verorten“ ein großes Thema in der Heizungsbranche. Solarfocus-Geschäftsführer Johann Kalkgruber sagt zum Thema: „Im Hinblick auf die technischen Entwicklungen führt der Weg sicher in Richtung Auswertung der Betriebsparameter und Optimierung an Hand der Benutzerprofile. Mögliche Wege gibt es viele, es wird sich zeigen, von welchen die Kunden tatsächlich einen Nutzen haben und die sich somit durchsetzen werden.“
 
Johann Standl, Leiter Produktmanagement bei Windhager, sagt zum Thema Digitalisierung: „Die Themen IoT und Smart Home werden auch in Zukunft aktuell bleiben. Für den Kesselhersteller sind jene Verknüpfungen interessant, die das Heizen/Kühlen einfacher, komfortabler und sparsamer machen. Darunter fallen z. B. die Einbindung von Wetterdaten, Geolocation und Beschattung.“ Die Kesselindustrie steuert für Smart-Home-Systeme auf jeden Fall entsprechende Schnittstellen bei. Johann Standl: „Die Schwierigkeiten liegen unter anderem auch bei den unterschiedlichen Kommunikations-Standards. Es gibt nicht den Bus bzw. die Kommunikationsplattform, die alle „Beitragenden“ – Beschattung, Belüftung, Heizung, usw. – einheitlich verwenden.“