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Gesundheitsförderung von Beschäftigten

Immer mehr deutsche Arbeitnehmer werden immer öfter krank. Zumindest ist der derzeitige Krankenstand so hoch wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Liste der Leiden ist dabei lang und fängt bei Rückenschmerzen an und hört bei Burnout noch lange nicht auf.

Nicht nur die Beschäftigten selbst leiden darunter, sondern auch die Unternehmen, denn die Arbeitsqualität und die Produktivität sinken, ganz zu schweigen von der Mehrbelastung der gesunden Kollegen, was am Ende dann auf Kosten der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens geht. Deshalb gibt es immer mehr Unternehmen, die sich dieses Problems mit Prävention im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung annehmen. Doch hierbei ist ganz klar Weitblick gefordert, denn derartige Maßnahmen sollten im Sinne des Unternehmens steuerfrei bleiben und das geht nur, wenn einige Bedingungen erfüllt sind.

Die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter, hat ganz eindeutige Vorteile:

  • die Fehlzeiten aufgrund von Krankheiten werden reduziert
  • das Betriebsklima kann sich bessern
  • Angestellte können von attraktiven Gehaltsextras profitieren
  • das Ansehen des Arbeitgebers steigt


Es gilt bei solchen Maßnahmen aber einiges zu beachten, damit das Finanzamt Sachleistungen oder Barzuschüsse nicht als steuerpflichtige Einkünfte wertet und am Ende Abgaben oder hohe Nachzahlungen geleistet werden müssen. Daher muss alles sorgfältig dokumentiert werden. Beitragsbescheide, Teilnahmebescheinigungen, Zertifizierungen von Anbietern und sämtliche weitere Unterlagen müssen immer zusammen mit den Lohnunterlagen aufbewahrt werden.

Einige Punkte sollte das Unternehmen dabei beachten, wozu folgende gehören:

  • Sachleistungen und Barzuschüsse, die Firmen freiwillig und zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Arbeitslohn gewähren, sind steuerlich begünstigt
  • was nicht geht, sind Umwandlungen von Gehaltsbestandteilen oder Gegenleistungen des Beschäftigten
  • Gesundheitsleistungen können auf andere freiwillige Sonderzahlungen wie etwa das Weihnachtsgeld angerechnet werden
  • das Gesetz schreibt vor, dass Maßnahmen der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen müssen
  • alle Gesundheitsförderungen müssen in Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den gesetzlichen Vorgaben entsprechen


Eine große Hilfe für den Arbeitgeber kann hierbei der Präventionsleitfaden vom Spitzenverband der Krankenkassen sein, der hier zu finden ist: www.gkv-spitzenverband.de
Dementsprechend muss vorher geprüft werden, ob die gewünschten Kurse oder Maßnahmen auch als Präventionsmaßnahme zertifiziert und Anbieter ausreichend qualifiziert sind.

Der Staat hat das Maßnahmenprogramm hinsichtlich der entstehenden Kosten aber begrenzt, so dürfen maximal 500 Euro jährlich pro Mitarbeiter für Gesundheitsmaßnahmen ausgegeben werden. Hierein zählen sowohl inner- als auch außerbetriebliche Angebote. Bis zu diesem Betrag ist kein Nachweis einer Vorbeugung von berufsspezifischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzulegen. Geeignete Maßnahmen innerhalb dieses Rahmens sind zum Beispiel:

  • ein Rückengymnastikkurs für PC-Kräfte
  • eine Bildschirmbrille
  • ein Stresspräventionskurs


Sollen die Kosten mehr 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter betragen und zudem steuerfrei sein, dann ist es notwendig, einen berufsspezifischen Nachweis zu erbringen. Diesen Nachweis können die medizinischen Dienste der Krankenkassen, die Berufsgenossenschaften oder auch Sachverständige ausstellen. Es empfiehlt sich aber, vorher eine steuerliche Auskunft einzuholen, besonders dann, wenn es mehrere Arbeitnehmer betrifft.