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Brennstoffzellen für den Schiffantrieb

Brennstoffzellen sind sauber und nutzen Wasserstoff zur Stromerzeugung. Unsere PKWs nutzen diesen Antrieb bereits, aber wie sieht es bei den großen „Umweltsündern“, den Schiffen aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Projekt im Bereich der Forschung.

 

Das Projekt steht unter der Federführung der Papenburger Meyer Werft und der ThyssenKrupp Marine Systems, hat den Namen e4ships und kostet in etwa 50 Millionen Euro. Organisator des Ganzen ist die Hamburger Gesellschaft für Brennstoffzellentechnologie hySolutions, Förderung gibt es von der Bundesregierung und beteiligt sind unter anderem deutsche Werften, Reedereien sowie Forschungseinrichtungen, wie das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum.

Das Projekt steuert auf das Ziel hin, die Schifffahrt umweltfreundlicher zu machen. Durch die Nutzung von Brennstoffzellen ist das möglich. Und das Ergebnis ist eindeutig, denn Brennstoffzellen können tatsächlich an Bord eingesetzt werden. Der momentane Stand ist allerdings erst einmal eine Nutzung für den Betrieb elektrischer Systeme an Bord. Das hat aber schon enorme Auswirkungen, denn Klimaanlage und Licht auf dem Schiff brauchen keinen umweltverpestenden Diesel mehr.

Die Leistung der Brennstoffzellen ist aber für den Antrieb der Schiffe bisher viel zu gering und auch viel zu teuer. Der Trend ist jedoch eindeutig. Gerd Untiet, Entwicklungsleiter der Meyer-Werft, ist überzeugt, dass sich die Brennstoffzelle durchsetzen wird. Auf Binnen- und Passagierschiffen kann er sich den Einsatz in zehn Jahren vorstellen. Möglich wäre auch ein Einsatz auf Yachten und Fährschiffen. Brennstoffzellen haben nun einmal viele Vorteile:
•    Sie sind umweltschonend.
•    Sie arbeiten leise.
•    Sie erzeugen wenige Vibrationen.
•    Der Komfort im Vergleich zu Diesel oder Schweröl ist höher.
•    Sie können an verschiedenen Stellen im Schiff untergebracht werden.
•    Im Havariefall im Maschinenraum wird nicht mehr die Energiezufuhr gestört.
•    Brennstoffzellen sind somit sicherer.

Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) meint zum Thema: „Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie entwickelt sich zu einer echten Alternative für die spezifischen Bedürfnisse der Schifffahrt, damit gibt sie eine technologisch innovative Antwort auf Klimaschutz- und Emissionsfragen.“

Hinter der gesamten Entwicklung steckt sicherlich auch die Tatsache, dass es in immer mehr Gegenden immer strengere Vorschriften zum Umweltschutz gibt. Über kurz oder lang muss in Sachen Schiffantrieb etwas passieren.

Bei großen Kreuzfahrtschiffen und Containerschiffen gestaltet sich die Nutzung von Brennstoffzellen noch schwierig, aber Neuerungen sind in Planung. Dazu gehören Hochtemperaturbrennstoffzellen mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt. Durch diese Nutzung entsteht Abwärme, die wiederum in den Klimaanlagen an Bord zur Kühlung genutzt werden kann. Werft-Chef Bernard Meyer sagt hierzu: „Grundlage des Brennstoffzellensystems sind standardisierte Einheiten, die modular aufgebaut sind und durch Zusammenschalten zu beliebigen Leistungsgrößen skaliert werden können, die so entstehenden Energiemodule sollen zukünftig die Grundlage eines dezentralen Netzes an Bord bilden.“