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Wasserstoff als Antrieb für Züge

Die ersten mit Wasserstoff angetriebenen Züge stehen in den Startblöcken. Das ist weltweit ein Novum und Ende nächsten Jahres keine Utopie mehr. Die Antriebe der Züge werden mit emissionsfreiem Wasserstoff realisiert und die Umwelt kann aufatmen.

 

 

Diese innovative Premiere wird in Niedersachsen stattfinden. Zunächst wird es einen Probebetrieb von zwei Fahrzeugen zwischen Cuxhaven und Bremerhaven sowie zwischen Buxtehude und Bremerhaven geben. Diese beiden gewählten Strecken zählen zum Netz der Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb), hier ist das Land Niedersachsen Mehrheitseigner. Der nächste große Schritt ist dann ein regelmäßiger Verkehr mit 14 Zügen. Geplant ist das ab Ende 2020.

Alle Beteiligten sind zu Recht stolz auf das Erreichte. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) sagt: "Diese Züge stellen auf bisher nicht elektrifizierten Strecken eine emissionsfreie und nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Diesellok dar, Niedersachsen fährt mit dieser Technik voran, darauf können wir stolz sein." Und unser Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht sogar von einem neuen Zeitalter für Strecken ohne Oberleitungen: "Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich oder noch nicht vorhanden sind, fahren bislang Züge mit Dieseltriebwagen."

Zwei Jahre Arbeit stecken in den Zügen, Ingenieure haben alles gegeben und im Alstom-Werk in Salzgitter erfolgt die Montage. Aber die Mühen haben sich gelohnt, denn die ersten Züge sind fertig. Im Herbst dieses Jahres beginnt das Zulassungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt.

Wie genau funktioniert denn nun die Technik in den Zügen? Die so genannten Coradia iLints werden mittels Brennstoffzellen angetrieben. Diese wiederum erzeugen den elektrischen Strom aus einer Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff. Dazu haben die Fahrzeuge einen integrierten Wasserstofftank und Batterien, die die Energie speichern. Aus dieser ausgefeilten Technik ergeben sich einige Pluspunkte, wie beispielsweise:

•    eine Reichweite von ungefähr 800 Kilometern
•    sehr geräuscharmes Fahren
•    statt giftiger Abgase gibt der Zug nur Wasserdampf und Kondenswasser ab
•    eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h

Insgesamt ist das nur der Anfang, denn das Alstom-Werk in Salzgitter gab bekannt, dass es Nachfragen aus anderen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen gibt, die diese Züge ebenfalls haben möchten.