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Keine Energiewirtschaft ohne Wetterprognosen

Erneuerbare Energien, Nutzung von Wind und Sonne – das alles wäre ohne Wetterprognosen nicht in dem Maße möglich, wie wir das kennen. Ohne eine Vorhersage wären die Stromnetze nicht stabil, würden mitunter überlastet werden oder es könnte zu Black Outs kommen.

 

Mit Hilfe von präzisen Wettervorhersagen werden die Netze entlastet und die Stromerträge optimiert. Springer-Autor Wolfgang Schellong sagt dazu: "Bedingt durch die Abhängigkeit von Wetterfaktoren wie Sonneneinstrahlung und Windstärke hat die Stromproduktion einen stark fluktuierenden Charakter." Diese und weitere interessante Aussagen finden sich in seinem Buchkapitel "Herausforderungen der künftigen Energieversorgung" wieder. Auch politisch nimmt die Bedeutung der Wetterprognosen immer mehr zu. Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) garantiert nämlich den Einspeise-Vorrang von Wind- und Solarstrom vor konventionellen Erzeugern wie Kohle, Gas oder Atom.

Das Stromnetz stabil halten

Wichtig ist es also, das Stromnetz stabil zu halten und das geht nur mit einer absolut konstanten Frequenz von 50 Hertz und einer Spannung entsprechend der Art des Netzes. Dafür wiederum muss die eingespeiste Menge an Strom konstant sein. Und hier schließt sich der Kreis, denn die Strommenge kann nur konstant sein, wenn die Strommengen, die durch Wind und Sonne entstehen, so exakt wie möglich in einem Zeitfenster vorhergesagt werden. Hat man eine Vorhersage, kann man die Windräder oder PV-Anlagen kurz abschalten, um Überspannungen zu vermeiden. Diesen Vorgang gewährleisten die Netzbetreiber selbst. Kommt es beispielsweise zu starken Winden, dann müssen die Windparks ihre Einspeiseleistung senken.

Auf diese Weise ist es möglich, den Strom besser einzuschätzen und auch für den Verbrauch von Erdgas, was ebenso eine netzgebundene Energie darstellt, gibt es Möglichkeiten der Vorhersage.

Die Wettervorhersagen

Ein großes Unternehmen für die Wettervorhersagen ist die MeteoGroup. Die MeteoGroup hat ein eigenes Messnetz, das aus 17.000 Wetterstationen der nationalen Wetterdienste und 900 hauseigene Stationen allein in Mitteleuropa besteht. Mit diesem Netz ergeben sich folgende Vorteile:

•    hochpräzise Wettervorhersagen speziell für Gas- und Stromnetze
•    hochpräzise Vorhersagen für Solar- und Windkraftanlagen
•    detaillierte Unwetterwarnungen und Vorhersagen für Blitzeinschläge
•    Wind- und Solarleistungsprognosen
•    6-stündige Prognosen, die mit den in zehnminütiger bis stündlicher Auflösung vorhandenen Messwerten stündlich aktualisiert werden
•    längerfristige Prognosen für den kompletten Lebenszyklus der On- und Offshore-Windindustrie

Alle diese Daten werden den Netzbetreibern geliefert, damit das Stromnetz stabil bleibt. Die Windleistungsprognosen werden für  den sicheren Netzbetrieb und den Stromhandel zugeschnitten. Sämtliche Prognosen werden ständig optimiert und die Zuverlässigkeit erhöht.